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WM-Historie 1986

Deutscher Vize-Titel in der mexikanischen Gluthitze

Jorge Burruchaga (li.) schiebt an Briegel und Schumacher vorbei zum 3:2 ein
Jorge Burruchaga (li.) schiebt an Briegel und Schumacher vorbei zum 3:2 ein
Foto: © getty, Bongarts
09. Juli 2018, 09:38

Bei der Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko sorgte das deutsche Team mehr durch interne Querelen denn durch überzeugende Auftritte auf dem Platz für Furore. Dennoch erreichten die Adlerträger wieder einmal das Finale. Dort zog das Beckenbauer-Team allerdings gegen Maradona und Co. den Kürzeren.

Zu Beginn des Weltturniers hatte kaum einer der Experten auf ein Finale mit deutscher Beteiligung getippt. Brasilien mit den Ballzauberern Sócrates oder Zico, Europameister Frankreich mit seinem Star Michel Platini oder Argentinien mit Maradona, der fußballerischen Lichtgestalt der 1980er Jahre, hatten deutlich talentiertere Mannschaften beisammen als der DFB, bei dem Franz Beckenbauer erstmals als verantwortlicher Trainer in ein großes Turnier ging.

Der "Kaiser" hatte schon vor dem Start für große Aufregung gesorgt, als er die Bundesliga als "Schrotthaufen" bezeichnete, der keine Spieler von Format produziere, weshalb Deutschland auch nicht Weltmeister werden könne. Während des Turniers verscherzte es sich Beckenbauer mit großen Teilen des Kaders, denen er vorwarf, nicht Fußballspielen zu können. Nach einem überzogenen Zapfenstreich bezeichnete der Bundestrainer Uli Stein, Ditmar Jakobs, Klaus Augenthaler und Dieter Hoeneß als "Idioten". Die so Beleidigten drohten ihre sofortige Heimreise an, letztlich wurde nur Ersatztorhüter Uli Stein, der den Teamchef in Anspielung an dessen Werbevertrag mit einem Lebensmittelkonzern als "Suppenkasper" bezeichnet hatte, in den Flieger gesetzt.

Auch untereinander spaltete sich der Kader in diverse Grüppchen. So musste Delegationsleiter Egidius Braun den Friedensengel in einer Fehde zwischen Toni Schumacher und Karl-Heinz Rummenigge spielen und beide Spieler mit deutlichem Druck zwingen, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen. Dieser zerstrittene Haufen kämpfte sich mehr schlecht als recht durch die Vorrunde und die ersten K.o.-Spiele. Nach einem Unentschieden zum Auftakt gegen Uruguay schlug das DFB-Team Schottland mühevoll mit 2:1. Zum Abschluss der Gruppenspiele setzte es eine 0:2-Niederlage gegen Dänemark.

Nur mit Mühe ins Finale

Nach erneut hart umkämpften Siegen gegen den krassen Außenseiter Marokko im Achtel- und im Elfmeterschießen gegen Gastgeber Mexiko im Viertelfinale folgte die erste überzeugende Turnierleistung gegen den Mitfavoriten Frankreich im Halbfinale. Mit etwas Glück verteidigten die Deutschen die frühe Führung durch Andreas Brehme bis in die Schlussphase gegen stürmisch anrennende Franzosen, bevor Rudi Völler mit dem zweiten Treffer unmittelbar vor dem Abpfiff den Einzug in das Finale von Mexiko perfekt machte.

Die Argentinier mit dem überragenden Spieler des Turniers, Diego Maradona, waren eindeutig favorisiert – auch, weil die beiden besten deutschen Stürmer, Karl-Heinz Rummenigge und Rudi Völler, angeschlagen waren. Vor 144.600 Zuschauern sollte Lothar Matthäus in der Mittagshitze des Azteken-Stadions die Kreise der argentinischen Zaubermaus stören, was ihm auch eindrucksvoll gelang. Dafür waren es andere aus der Albiceleste, die der deutschen Abwehr neben den Temperaturen von mehr als 35 Grad im Schatten Probleme bereiteten. In der 23. Minute unterlief Toni Schumacher im deutschen Tor ein folgenschwerer Fehler, als er unter einer Flanke hinweg segelte und José Brown den Kopfball zum 1:0 ermöglichte. Als Jorge Valdano kurz nach der Halbzeitpause einen weiteren Fehler in der deutschen Abwehr zum 2:0 ausnutzte, schien das Finale gelaufen.

Drei Minuten Hoffnung

Zwei Ecken von Andreas Brehme, die Karl-Heinz Rummenigge und Rudi Völler in der 74. und der 80. Minute zu zwei Toren nutzten, brachten das DFB-Team wieder zurück. Plötzlich schien der dritte deutsche WM-Titel alles Widrigkeiten zum Trotz zum Greifen nah. In dieser Euphorie machte die Truppe von Franz Beckenbauer den entscheidenden taktischen Fehler. Hans-Peter Briegel erinnert sich: "Wir hatten von 0:2 auf 2:2 aufgeholt, und da muss man normalerweise doch erst mal sagen: So, jetzt retten wir uns in die Verlängerung. Aber wir sind alle nach vorne gelaufen, wir haben gedacht, jetzt machen wir das 3:2. Das war einfach taktisch falsch."

Drei Minuten nach dem Ausgleichstreffer hebelte Maradona mit einem simplen Pass die bis zur Mittellinie aufgerückte deutsche Abwehrreihe aus und schickte Jorge Burruchaga auf seinen 30-Meter-Sprint zum Tor, verfolgt von der "Walz aus der Pfalz". Die Sekunden vor dem 3:2 haben sich tief in Briegels Gedächtnis eingegraben: "Ich habe alles versucht, aber am Ende hat ein Meter gefehlt. Viele haben mich gefragt, warum bist du da nicht reingegrätscht, aber ich konnte einfach nicht mehr. In der Situation hätt' ich ihn ja gerne umgehauen, aber ich hab's einfach nicht mehr geschafft. Aber manchmal denke ich: Vielleicht hol' ich den Burruchaga irgendwann noch ein."

Hat er aber nicht. Burruchaga traf und Diego Armando Maradona durfte nach 90 Minuten den goldenen Pokal in die Höhe stemmen. Und die Deutschen? Nach der ersten Enttäuschung über die Finalniederlage muss der Vizeweltmeistertitel dieser Mannschaft als großer Erfolg gewertet werden. 11 Freunde waren sie nicht, aber dem Ruf deutscher Teams als Turniermannschaften wurden Rummenigge, Briegel und all die Anderen vollauf gerecht.

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Ralf Amshove

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