Erik Heil und Thomas Plößel liegen nach dem Auftakt der olympischen 49er-Segelregatta in Rio auf Medaillenkurs.
Das Duo segelte auf einen sechsten und einen dritten Platz und beendete den ersten Wettkampftag auf Gesamtrang drei hinter den Portugiesen Jorge Lima und Jose Costa. Es führen die überragenden Neuseeländer Peter Burling und Blair Tuke, die beide Tagessiege holten.
"Das war ein guter Auftakt", sagte Steuermann Heil, "wenn man hier im Durchschnitt fünfte Ränge ersegelt, ist man vorne mit dabei. Ich glaube, da hatte heute niemand auf der Bahn taktisch den richtigen Durchblick. Das ging ja Auf und Ab an den Tonnen und unterwegs genauso. Wir sind aber sehr zufrieden, denn jedes Einzelrennen um Platz fünf sollte am Ende vorne zählen."
Unglücklich begann dagegen für Victoria Jurcok und Anika Lorenz das Olympia-Abenteuer. Nach Rang acht im zweiten Rennen sind die 49erFX-Seglerinnen aus Berlin zunächst Dreizehnte. "Seglerisch waren wir mit dem Auftakt zufrieden", sagte Anika Lorenz. "Der einzige Fehler war der Frühstart", ergänzte Steuerfrau Jurzcok.
Van Rijsselberghe dominiert, Wilhelm enttäuscht
Derweil ist dem niederländischen RS:X-Surfer Dorien van Rijsselberghe ist der Olympiasieg in Rio so gut wie nicht mehr zu nehmen. Der Goldmedaillengewinner von London führt mit 21 Punkten Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Nick Dempsey aus Großbritannien und muss beim Medaillenrennen am Sonntag nur noch an den Start gehen.
Der Deutsche Toni Wilhelm wird auch im dritten Anlauf kein Edelmetall mit nach Hause bringen. Als Sechster hat er schon 20 Punkte Rückstand auf den Polen Piotr Myszka.
Nach Platz 30 in Athen 2004 und dem vierten Rang 2012 geht es für ihn in Rio rechnerisch nur noch um Platz vier. Durch einen 19. Platz im zehnten und letzten Vorrennen am Freitag vergab der 33-Jährige die letzte Chance. "Natürlich ist es schade, dass ich keine Medaille gewinnen kann. Aber so ist das Segeln", sagte er. "Ich bin trotzdem stolz auf das was ich erreicht habe. Ich kann sagen, dass ich zu den Besten der Welt gehöre." Sein letztes Karriere-Rennen am Sonntag will er genießen: "Ich werde im Medaillen-Finale noch einmal alles geben."
Der 33-Jährige absolvierte mit den Rängen 7, 8 und 19 einen soliden Regattatag mit einem Aussetzer in der RS:X-Klasse, konnte aber nicht mehr entscheidend an die Spitzenreiter heranrücken. 20 Punkten Rückstand auf den Bronze-Platz kann der Schwarzwälder nicht mehr aufholen.
