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Deutsche Segler greifen nach WM-Medaillen

01.08.2018 11:10
Die deutschen Segler gehen bei der WM auf Medaillenjagd
© getty, Martin Rose
Die deutschen Segler gehen bei der WM auf Medaillenjagd

Die deutschen Segler wollen bei der WM der olympischen Klassen von vertrauten Bedingungen profitieren. Das Großevent ist zwei Jahre vor den Olympischen Spielen in Tokio ein wichtiger Prüfstein.

Drehende, böige Winde und Kabbelwellen - Philipp Buhl kommen die Verhältnisse im Weltmeisterschafts-Revier vor Aarhus ziemlich vertraut vor. "Für uns ist diese WM fast ein Heimspiel, die Bedingungen dort können denen in unserem Trainingsrevier vor Kiel sehr ähnlich sein", sagte der 28 Jahre alte Laser-Spezialist vor dem Beginn des Großevents vor der dänischen Küste.

Ab Donnerstag geht es für die Sportler des Deutschen Segler-Verbandes nicht allein um WM-Medaillen - auch mit Blick auf die Olympischen Spiele in Tokio 2020 sind die alle vier Jahre stattfindenden, gemeinsamen Welttitelkämpfe bereits von Bedeutung. Es geht um die ersten 40 Prozent der Nationenstartplätze.

"Zwei Medaillen sind das Ziel"

Buhl, Weltcup- und Kieler-Woche-Sieger, gibt dabei deutlich die Schlagzahl vor. "Ich will in Aarhus um den WM-Titel kämpfen und den Nationenstartplatz früh sichern", sagte der Weltranglisten-Zweite vom Segelclub Alpsee-Immenstadt. Ein erfolgreiches Abschneiden des in Rio 2016 enttäuschten Buhl dürfte dabei auch in die Rechenspiele von DSV-Vizepräsident Torsten Haverland eingeflossen sein: "Mit Blick auf den bisherigen Saisonverlauf und einige herausragende Ergebnisse haben wir uns zwei Medaillen zum Ziel gesetzt."

Mit 60 Athleten stellt der DSV eine der größten Flotten der WM - in acht der zehn Segelklassen sind deutsche Wassersportler im Rennen. Haverland hofft, dass die deutschen Athleten in Aarhus bereits fünf Nationentickets für Japan lösen.

DSV-Asse zählen zum Favoritenkreis

Bei Olympia in Rio retteten Erik Heil und Thomas Plößel vom Norddeutschen Regatta Verein den DSV vor einer medaillenlosen Abreise. Die 49er-Segler holten in der verdreckten Guanabara-Bucht die Bronzemedaille. Anschließend konzentrierte sich das Erfolgsgespann hauptsächlich aufs Studium, um nun wieder voll anzugreifen. Vor Aarhus wollen Heil/Plößel mit Blick auf ihre neue Olympia-Kampagne wichtige Weichen stellen.

Beide testen ein Boot, mit dem sie bei der Kieler Woche (11. Platz) noch nicht wirklich glücklich waren. "Das ist auch eine mentale Sache: Wenn du ein Boot zu schnell als schlecht abstempelst, wirst du damit nie erfolgreich segeln", sagte Plößel. Für die Zeit der Wettkämpfe teilt sich die erfolgreiche Crew unter anderem mit Victoria Jurczok und Anika Lorenz eine WG. Die Vizeeuropameisterinnen zählen wie ihre 49er FX-Klassenkolleginnen Tina Lutz/Susann Beucke zum erweiterten Favoritenkreis um die Medaillen.

Auch Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer wollen nach einer schwierigen Zeit wieder im spektakulären Nacra 17 angreifen. Im Dezember musste bei Kohlhoff eine Hirnblutung operativ behandelt werden, nun ist der Rio-Teilnehmer vor Aarhus wieder voll in seinem Element.

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