Die NBA dreht durch. Ein völlig überraschender Spielerwechsel von Dallas-Superstar Luka Doncic zu den Los Angeles Lakers schockiert die Basketball-Welt. Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Was ist passiert?
Dafür wurde das Wort Blockbuster-Trade erfunden! Von Samstag auf Sonntag schickte die NBA Schockwellen durch die USA und rund um den Sport-Globus. Denn es bahnte sich aus dem Nichts einer der größten Deals der NBA-Geschichte an.
Die Dallas Mavericks schicken Superstar Luka Doncic per Trade nach Los Angeles zu den Lakers. Dafür erhalten die Mavs Center/Power Forward und Ex-Champion Anthony Davis.
Neben Doncic wechseln auch der deutsche NBA-Profi Maximilian Kleber und Markieff Morris nach Kalifornien. Dallas bekommt dafür neben Davis auch Max Christie und einen Erstrunden-Draftpick im Jahr 2029. Mit Utah Jazz ist auch eine dritte Franchise an dem Trade beteiligt. Die wichtigsten Bausteine aber sind: Doncic für Davis.
Warum die Aufregung?
Dass ein Vorjahresfinalist zu diesem Zeitpunkt seinen besten Spieler, genau genommen: einen der besten Spieler der Vereinshistorie, hergibt, ist mindestens ungewöhnlich und vor allem überraschend. Die Mavs brechen ihr Team auf und beenden mal eben die Doncic-Ära. Gewagt.
Auch die US-Sportmedien wurden von der Entwicklung überrumpelt. Zuvor war nichts durchgedrungen. Selbst Davis und Doncic wussten von nichts, genau wie Lakers-Eminenz LeBron James.
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Was um Himmels Willen haben sich die Mavs nur dabei gedacht?
Tja, darüber rätselt die gesamte Basketball-Welt.
Dallas-GM Nico Harrison deutete an, dass die Defense ein Argument sein könnte. In seinem Statement lobte er die Defensiv-Fähigkeiten von Davis – wohl auch ein Seitenhieb gegen Doncic, der sein Heil in der Offensive sucht und meistens auch findet.
"Ich glaube, dass die Defensive Meisterschaften gewinnt. Und ich glaube, dass wir bessere Chancen haben, wenn wir einen All-Defensive-Center und einen All-NBA-Spieler mit defensiver Einstellung bekommen", teilte Harrison mit.
Zudem sei dem Team wohl der oftmals mangelnden Fitnesszustand des 1,98-Meter-Manns ein Dorn im Auge gewesen. Die vielen Verletzungen werden wohl auch dem teils nicht immer sehr professionellem Lebenswandel des Slowenen zugeschrieben. Überspitzt gesagt: Lieber mal Rakija als Rackern.
Auch die Tatsache, dass der 25-Jährige im kommenden Sommer die Möglichkeit auf eine Vertragsverlängerung im Wert von 345 Millionen Dollar für fünf Jahre gehabt hätte, dürfte eine sehr große Rolle gespielt haben. Die Mavericks wollten diese Wette mit Doncic offenbar nicht eingehen, sondern das Team neu aufstellen.
Was sagt Doncic selbst?
Der Slowene schwieg zunächst. Berichten aus den USA zufolge konnte er den Trade zunächst selbst nicht glauben. Inzwischen hat er ein emotionales Statement auf Social Media geteilt.
"Ich dachte, ich würde meine Karriere hier verbringen und wollte euch unbedingt eine Meisterschaft bescheren. Die Liebe und Unterstützung, die ihr mir alle entgegengebracht habt, ist mehr, als ich mir je erträumt hätte", schrieb er darin unter anderem an die Anhänger der Mavs gerichtet.
Welche Reaktionen gibt es?
Die Zeitungen in den USA überschlugen sich mit Superlativen. So schrieben die "Dallas Morning News" von einem "Albtraum-Szenario". Die "Sports Illustrated“ wertete den Trade als einen der "schockierendste der NBA-Geschichte".
Selbst Mavs-Legende Dirk Nowitzki schien sprachlos. Auf X postete er lediglich ein Emoji, der mit weit aufgerissenen Augen und gerötetem Gesicht einen schockierten Zustand andeutet.
Viele NBA-Stars zeigten sich komplett überrascht und geschockt.
76ers-Center und Ex-MVP Joel Embiid kommentierte mit "Auf keinen f*** Fall". Suns-Star Kevin Durant erfuhr von dem Trade offenbar auf der Bank während eines Spiels und interessierte sich plötzlich mehr für die Trade-Breaking-News als das Geschehen auf dem Parkett.
"Es ist verrückt, verrückt", sagt er nach dem Spiel. "Die NBA ist ein wilder Ort. Wenn er getradet wird, ist keiner mehr sicher."
Milwaukee-Coach Doc Rivers war konsterniert, dachte zunächst an Fake News. "Wie alle anderen dachte ich, es sei von der KI generiert. Dann habe ich herausgefunden, dass es echt ist."
Dicke Fragezeichen gab es auch bei Kollegen anderer Sportarten. "Warte, was?", postete Chiefs-Quarterbck Patrick Mahomes, der Mavs-Fans ist und eigentlich nur den kommenden Super Bowl auf dem Schirm haben sollte.
Vater Doncic wurde im heimischen TV deutlich: "Luka hat das absolut nicht verdient. Er hat eine Menge geopfert. Er hat Dallas wirklich respektiert. Luka hat die ganze Stadt respektiert", sagte er zu dem Wechsel.
NBA-Legende Chales Barkley versuchte die Mavericks zu verstehen: "Die Mavs mussten in diesem Sommer offensichtlich eine Entscheidung treffen, ob sie ihm fünf Jahre und 350 Millionen Dollar geben sollten. Das ist eine Menge Geld für einen Spieler, von dem man nicht glaubt, dass er in Form bleibt und der immer verletzt sein wird ... Er ist ein großartiger Spieler. Aber sie müssen etwas wissen, was wir nicht wissen", lautete sein Fazit.
Und die Lakers?
Die kommen vermutlich aus dem Lachen gar nicht mehr raus. Klar, Davis war eine Defensiv-Säule im Team. Aber in Doncic bekommen die Lakers wieder einmal einen der größten Stars seiner Zeit in seiner Prime. Darauf hat das Franchise fast ein Patent.
Die Lakers läuten mit dem Zugang eine neue Ära nach LeBron James (40) ein, der sich langsam, aber sicher dem verdienten Ruhestand entgegenspielt. Da ist es fast zweitrangig, dass es in diesem Jahr wohl nicht für den Titel reicht. Die Zukunft ist gesichert. Das Ziel: Titel Nummer 18 nach LA bringen.





































