Schlägerei, Verletzte, Pfefferspray: Hunderte Hooligans aus dem Umfeld von Eintracht Frankfurt haben am Donnerstag vor dem Europa-League-Spiel bei Royal Antwerpen (1:0) eine Fan-Kneipe des Gegners angegriffen.
Videoaufnahmen auf Twitter und Youtube zeigen mutmaßliche Hooligans von Eintracht Frankfurt, die vor dem Europa-League-Spiel (1:0 für Frankfurt) eine Fan-Bar von Royal Antwerpen in der Nähe des Bosuilstadions zerstören sowie Anhänger des belgischen Fußballteams und die Polizei angreifen. Die Randalierer seien ohne Tickets für die Partie angereist, erklärte der belgische Polizeisprecher Willem Migom.
Die "Gazet van Antwerpen" spricht von mehr als 300 Hooligans. Die Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt äußerten sich bisher noch nicht zu der Randale.
Die Videos zeigen vermummte, hauptsächlich schwarz gekleidete Randalierer, die mit Stühlen, Feuerwerkskörpern und Mülltonnen werfen, Scheiben und Mobiliar gehen kaputt.
Eintracht Frankfurt: 100 Randalierer festgenommen
Die Polizei, die auch Pfefferspray einsetzte, war den ganzen Tag über in Alarmbereitschaft. 100 Männer seien laut des Polizeisprechers in Verwaltungshaft genommen und dann in einen Bus nach Deutschland gesetzt worden, damit sie "keinen zusätzlichen Schaden in der Stadt oder in der Umgebung des Stadions anrichten" konnten.
Bei der Schlägerei wurden mehrere Personen verletzt, darunter auch einige Polizeibeamte, wie Zeugen der belgischen Tageszeitung "Het Laatste Nieuws" berichteten.
Hunderte deutsche Anhänger sollen schon am Mittwoch in Antwerpen eingetroffen sein und die Nacht in ihren Autos verbracht haben. "Het Laatste Nieuws" zitierte einen Augenzeugen, der die Randale an der Fan-Bar erlebt hat, wie folgt: "Die Polizei war zunächst nur mit 15 Mann vor Ort und musste sich zurückziehen. Sie baten uns, im Café Schutz zu suchen. Plötzlich schlugen die Hooligans das Fenster ein und stürmten herein." Der Augenzeuge habe laut des Berichts "Ziegelsteine und Stühle fliegen sehen, sie haben alles benutzt, was sie gefunden haben."
Cafés und Geschäfte vorsorglich geschlossen
Auf dem Markt in Antwerpen schlossen die Cafés und Geschäfte vorsorglich ihre Türen aus Angst vor weiteren Attacken nach dem Spiel. Diese blieben jedoch soweit bekannt aus.
Die Tatsache, dass eine große Gruppe von deutschen Hooligans durch die Stadt marschieren konnte, um ein Café zu überfallen, sorgte für Kritik bei den anwesenden Antwerpener Anhängern. "Es war schwer vorherzusagen, wo die Probleme auftreten würden, in Deurne oder im Stadtzentrum", sagt Polizeisprecher Migom. "Wir haben uns schnell orientiert."
In der Folge zeigte die Polizei weiter massive Präsenz in der Umgebung des Bosuilstadions.
David Bedürftig


























