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VfL-Frauen lassen sich das Feiern nicht nehmen

Die VfL-Frauen kommen aus dem Feiern gar nicht mehr raus
Die VfL-Frauen kommen aus dem Feiern gar nicht mehr raus
Foto: © getty, Mika Volkmann
28. Mai 2017, 12:47

Das Double zum Abschied von Erfolgstrainer Ralf Kellermann feierten die Wolfsburgerinnen ausgelassen. Am Montag wird mit den männlichen Kollegen mitgezittert.

Im demonstrativen Double-Jubel gab es für Ralf Kellermann kein Entkommen. "Trainer in den Pool, Trainer in den Pool", sangen die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg und führten ihren scheidenden Erfolgscoach ab ins Entmüdungsbecken des Kölner Stadions. Vor dem Sprung ins kühle Nass genoss Kellermann den emotionalen Moment. "Das ist ein wunderschönes Gefühl", sagte er nach dem umkämpften 2:1 (0:0) des deutschen Meisters im DFB-Pokalfinale gegen den Außenseiter SC Sand.

Auf die verdiente offizielle Ehrung am Sonntag in der VW-Stadt mussten Kellermann und sein Erfolgsteam allerdings verzichten - aus Rücksicht auf die prekäre Situation der männlichen Kollegen verschob der Klub die Feier auf den Saisonstart im September. Die Spielerinnen ließen ihre Verärgerung vorsichtig durchblicken.

"Halb besoffen ist rausgeschmissenes Geld!"

"Verstehen muss man das nicht. Aber ich kann mich nur um Kopf und Kragen reden. Jetzt wird gefeiert, Montag drücken wir den Männern die Daumen", sagte Nationaltorhüterin Almuth Schult. Das Relegations-Rückspiel bei Eintracht Braunschweig wird am Montagabend gemeinsam in Wolfsburg in der Kabine geschaut. "Wir sind hundertprozentig davon überzeugt, dass wir danach alle etwas zu feiern haben", sagte Kellermann.

Der Leitwolf konzentriert sich nach neun Jahren Doppelfunktion und seinem 200. Sieg als VfL-Trainer nun auf den Job als Sportlicher Leiter. Zweimal Champions-League-Sieger, dreimal deutscher Meister, viermal Pokalsieger: Unter der Regie des 48-Jährigen entwickelte sich Wolfsburg zu der Topadresse im deutschen Frauenfußball. "Am besten wird er nie wieder Trainer, denn besser kann es nicht werden", scherzte Torhüterin Almuth Schult und gab das Motto des Abends vor: "Halb besoffen ist rausgeschmissenes Geld!"

Popp bereut "dumme" Aktion

Vor der langen Partynacht in Köln war Pernille Harder in der Hitzeschlacht vor 17.016 Zuschauern mit ihrem Doppelpack (65./75.) zur Matchwinnerin in der Finalneuauflage des Vorjahres avanciert. Das dänische Sturmjuwel hatte Kellermann in der Winterpause zum VfL gelotst: "Sie ist ein absoluter Volltreffer."

Weil Alexandra Popp Schiedsrichterin Ines Appelmann nach einer Verwarnung für ein Foul den Vogel zeigte und vom Platz flog, wurde es für Wolfsburg noch einmal brenzlig. Jovana Damnjanovic (78.) erzielte direkt den Anschluss für den aufopferungsvoll kämpfenden Underdog. "Das war einfach dumm von mir. Das darf mir nicht passieren", sagte Olympiasiegerin Popp, die erst in der Kabine einen Eimer zertrat und sich dann nach Abpfiff bei der Unparteiischen entschuldigte. In der Schlussphase sah auch noch Sara Björk Gunnarsdottir Gelb-Rot.

Zwar ohne Pokal, dafür aber ganz offiziell und mit jeder Menge Freibier gefeiert wurde am Sonntag im badischen 2000-Einwohner-Dorf Sand. "Ich kann meiner Mannschaft nur ein großes Lob aussprechen, auch wenn es nur Silber geworden ist", sagte SC-Trainer Richard Dura.

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