Wer wird Champion? Das Powerranking zur Handball-EM
13 Bilder
Europa sucht den Handball-Champion
Weltmeister und Olympiasieger Dänemark raus, Rekordweltmeister Frankreich raus, Deutschland nur mit Ach und Krach weiter: Es ist die EM der Sensationen und Überraschungen! Wer behält in den heißen Hauptrundenduellen die Nerven und zieht letztlich ins Halbfinale ein? Wir verschaffen den Überblick mit unserem EM-Powerranking.
Platz 12: Weißrussland
Zwei klare Siege gegen Serbien und Montenegro reichten den Weißrussen zum Weiterkommen. Ein riesiger Erfolg für das Team, welches mit Aliaksandr Padshyvalau von der GWD Minden nur einen Bundesliga-Legionär in seinen Reihen weiß. Dass Belarus noch weitere Spiele in der Hauptrunde gewinnt, ist durchaus drin. Allerdings ist nach dem letzten der vier Hauptrundenspiele am 22. Januar gegen Österreich dann auch Endstation.
Platz 11: Tschechien
Bei der letzten Europameisterschaft sorgten die Tschechen mit dem 6. Platz für eine der größten Turnierüberraschungen. Von einem ähnlichen Resultat träumt das Team des Trainerduos Jan Filip und Daniel Kubes auch in diesem Jahr. Der Hauptrunden-Einzug wurde bereits als großer Erfolg verbucht. Mit dem Halbfinale wird es aber nichts, dafür sind die Konkurrenten um Spanien und Kroatien einfach zu stark.
Platz 10: Portugal
Ein Team mit hierzulande weitgehend unbekannten Spielern sorgt derzeit für Furore. Der Überraschungszweite der Gruppe D ist top eingespielt, greift in seinem Kader auf nicht weniger als neun Spieler vom FC Porto zurück. Mit großer mannschaftlicher Geschlossenheit wurde Handball-Großmacht Frankreich niedergerungen. Gegen Norwegen wurden den Iberern aber bereits die Grenzen aufgezeigt.
Platz 9: Island
Was war das für ein geiles Handballspiel, als Island zum Auftakt gegen Dänemark mit 31:30 siegte. In den großen Spielen kann sich die Truppe eben immer noch auf seine Topstars Aron Pálmarsson (Foto), Alexander Petersson, Gudjon Valur Sigurdsson verlassen, auch wenn Letztgenannter mittlerweile die 40 Jahre längst überschritten hat. Ob die Isländer diese Intensität ein ganzes Turnier durchhalten, ist fraglich. Das Highlight gegen die Dänen wird ihnen aber keiner mehr nehmen ...
Platz 8: Ungarn
Das Unentschieden gegen Topfavorit Dänemark war eine der großen Sensationen des laufenden Turniers, das den Weltmeister und Olympiasieger letztlich das Weiterkommen kostete. Ungarn überzeugt mit herausragenden Defensivleistungen, setzte sich in der Gruppe E trotz der am wenigstens erzielten Treffer als Erstplatzierter durch. Auch in der Hauptrunde gelten die Magyaren weiter als Außenseiter, sind aber bereit für die nächsten Sensationen.
Platz 7: Deutschland
Das Weiterkommen war letztlich nicht in Gefahr, dennoch spielt das deutsche Team bisher mit schwacher Torwartleistung, fehleranfälliger Spieleröffnung und zu hoher Fehlerquote im Aufbau enttäuschend auf. Steigert sich die Prokop-Sieben nicht schnellstens, kann der Halbfinaltraum schon gegen Weißrussland endgültig platzen. Mit der momentanen Leistungsstärke gehört die DHB-Truppe auf keinen Fall unter die besten Vier in Europa.
Platz 6: Slowenien
Als Gruppenerster ohne Verlustpunkt sind die Slowenen eine der ganz großen Überraschungen der bisherigen Europameisterschaft. Das Team überzeugt mit einer hohen individuellen Qualität in der ersten Sieben, in der praktisch nur Stammspieler von Champions-League-Vereinen zu finden sind. Das Momentum liegt bei den Slowenen. Der Einzug ins Halbfinale wäre ein riesiger Erfolg, ist mittlerweile alles andere als unrealistisch.
Platz 5: Österreich
Zugegeben: Die Gruppe B mit Tschechien, Nordmazedonien und der Ukraine war sicherlich die leichteste bei diesem Turnier. Dennoch müssen auch da erst einmal drei Siege eingefahren werden. Die Österreicher um Kiel-Shooter Nikola Bilyk reiten derzeit auf einer Welle und träumen jetzt von der Sensation - dem Erreichen des Halbfinals. Damit wird es zwar nichts, das beste Turnierabschneiden aller Zeiten (9. Platz EM 2010) ist aber allemal drin.
Platz 4: Schweden
Als Ausrichter der Hauptrundengruppe II darf sich Schweden keinen Ausrutscher mehr erlauben. Die Gegner haben es mit Frankreich-Bezwinger Portugal, Mitfavorit Norwegen sowie Ungarn in sich. Spielt sich das Dreikronenteam in Malmö in einen Rausch, ist aber alles drin. Ganz klar: Die Schweden um zahlreiche Bundesliga-Stars wie Mikael Appelgren, Simon Jeppson und Jim Gottfridsson wollen endlich den ganz großen Wurf.
Platz 3: Kroatien
Seit mehr als 15 Jahren sind die Kroaten bei allen großen Turnieren stets vorne mit dabei gewesen und rechnen sich auch in diesem Jahr Chancen auf den Titel aus. Angeführt von THW-Kiel-Kapitän Domagoj Duvnjak zeigten die Kroaten drei blitzsaubere Leistungen. Auch im Balkan-Duell mit Serbien hielten am Montag die Nerven (24:21). Kreisläufer-Kante Željko Musa (l.) vom SC Magdeburg hat richtig gute Karten im Kampf um das Halbfinale. Die Partie gegen Deutschland am Samstag wird vorentscheidend.
Platz 2: Norwegen
Der hochgehandelte Co-Gastgeber hielt sich vor heimischem Publikum in allen drei Gruppenspielen schadlos und ballerte unter anderem die Franzosen aus dem Turnier. Das Team von Christian Berge stellt mit Rückraum-Ass Sander Sagosen die vielleicht besten Spieler dieser EM, auf den sich ganz THW Kiel schon jetzt freuen kann. Die große Reifeprüfung wartet im zweiten Hauptrundenspiel gegen Schweden in Malmö. Überstehen die Norweger dieses Duell, ist auch der Titel drin.
PLATZ 1: SPANIEN
Kantersiege gegen Lettland und die Niederlande, dazu das in allen Belangen überzeugende 33:26 gegen die deutsche Auswahl! Spanien ist in Sachen handballerischer Qualität und Konstanz bislang das Maß aller Dinge bei dieser EM. Eventuell könnte sich das Team sogar noch einen Ausrutscher auf dem Weg ins Halbfinale erlauben. In dieser Verfassung eindeutig der Titelfavorit Nummer 1.