Interimstrainer Edin Terzic geht voller Elan in seine Aufgabe bei Borussia Dortmund.
Die heftige Niederlage gegen den VfB Stuttgart und die anschließende Trennung von Lucien Favre schmerze, aber "nun muss es weitergehen - vor allem schnell", sagte Terzic vor seinem Bundesliga-Debüt als Cheftrainer des BVB bei Werder Bremen am Dienstag (20:30 Uhr).
Auf seiner ersten Pressekonferenz als hauptverantwortlicher Coach des BVB forderte Terzic zudem "eine Reaktion" der Mannschaft: "Wir haben zuletzt auch sehr viele gute Dinge gezeigt. Den Glauben müssen wir haben, um uns wieder gemeinsam dahin zu bringen und es allen anderen zu zeigen."
Terzic betonte, schon "seit Ewigkeiten Fan des Vereins" zu sein: "Ich komme hier aus der Region, bin 30 Kilometer entfernt von Dortmund geboren. Ich bin geprägt von dem, was hier in der Vergangenheit stattgefunden hat." Er sei "ein Produkt von Borussia Dortmund".
Von 2010 bis 2013 arbeitete Terzic bereits im Nachwuchsbereich des BVB. Bevor er 2018 als Co-Trainer nach Dortmund zurückkehrte, war er als Assistent von Slaven Bilic in England und der Türkei tätig.
Dennoch gestand der gebürtige Sauerländer auch ein, dass seine neue Rolle auch Veränderungen mit sich bringen wird.
"Inhaltlich ist es sehr ähnlich. Der Umgang, die Gespräche mit den Spielern waren auch vorher schon da. Es liegt aber in der Natur der Rolle als Co-Trainer, dass man eher Ideengeber ist und sehr häufig im Konjunktiv redet", so Terzic. "Das wird sich jetzt schlagartig ändern. Jetzt geht es darum, Dinge zu entscheiden, zu ändern." Es werde nun auch mal "eine harte Entscheidung" aus seinem Mund geben müssen.
Terzics Vertrag beim BVB gilt zunächst bis zum Ende der Saison. Wie die Pläne darüber hinaus aussehen, ist noch unklar.
"Ich glaube, dass es zielführend ist, dass der Vertrag erstmal bis zum Sommer 2021 geht. Das ist ein langer Weg, wir haben mindestens 26 Spiele bis dorthin, ich hoffe, es werden mehr. Der Hauptfokus ist darauf gerichtet, jetzt, hier und heute wieder ins positive Fahrwasser zu kommen. Was dann im Sommer ist, ist weit weg", erklärte Sportdirektor Michael Zorc.
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+++ Zorc über den Plan ab dem Sommer +++
Ich glaube, dass es zielführend ist, dass der Vertrag erstmal bis zum Sommer 2021 geht. Das ist ein langer Weg, wir haben mindestens 26 Spiele bis dorthin, ich hoffe, es werden mehr. Der Hauptfokus ist darauf gerichtet, jetzt, hier und heute wieder ins positive Fahrwasser zu kommen. Was dann im Sommer ist, ist weit weg.
+++ Terzic über seine neue Rolle als Cheftrainer +++
Inhaltlich ist es sehr ähnlich. Der Umgang, die Gespräche mit den Spielern waren auch vorher schon da. Es liegt aber in der Natur der Rolle als Co-Trainer, dass man eher Ideengeber ist und sehr häufig im Konjunktiv redet - das wird sich jetzt schlagartig ändern. Jetzt geht es darum, Dinge zu entscheiden, zu ändern. Ansonsten wird sich nicht allzu viel ändern. Außer, dass es jetzt auch mal eine harte Entscheidung aus meinen Mund geben muss.
+++ Terzic über die Reaktion der Mannschaft +++
Ich glaube, man muss als Trainer gewisse Rollen bedienen, dazu gehört auch Emotionalität. Mir ist wichtig, dass die Mannschaft selbst ausspricht, woran wir arbeiten müssen. Die Mannschaft hat sehr positiv reagiert, ist aber auch sehr enttäuscht über das Ergebnis vom Samstag und die Entlassung von Favre. Wir sind uns aber einig, dass wir morgen die gewünschte Reaktion zeigen.
+++ Zorc über die Besetzung im Sturm und mögliche Transfers +++
Aus verschiedenen Gründen ist kein Transfer geplant. Haaland will jede Minute auf dem Platz stehen und dahinter wollen wir Moukoko aufbauen und ihm niemanden vor die Nase stellen. Er hat im Training schon gezeigt, dass er bereit sein kann. Um eine Sturmspitze zu holen, die dem BVB richtig weiterhelfen kann, fehlt in diesen Zeiten auch die wirtschaftliche Grundlage.
+++ Zorc über die Entscheidung gegen Favre und für Terzic +++
Wir haben uns nach dem Spiel zusammengesetzt. Das heißt Aki Watzke, Sebastian Kehl und ich und haben die Situation diskutiert. Wir sind dann einhellig zu dieser Entscheidung gekommen. Das letzte Spiel war ja die dritte Heimniederlage infolge und es waren nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die Leistungen, die uns zu diesem Schritt bewogen haben. Wir glauben, dass die Mannschaft eine neue Ansprache braucht, um eine Reaktion zu zeigen. In erster Linie sind reinsportliche Gründe verantwortlich.
Ich habe gestern noch mit Lucien sprechen können und habe mich bedankt. Er hat in den letzten zwei Jahren gute Arbeit geleistet und die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen.
Edin und ich kennen uns seit vielen Jahren und ich weiß noch, wie schwer ihm der Abschied ins Ausland einst gefallen ist. Er hat viel internationale Erfahrung sammeln können und daher haben wir ihn zurückgeholt. Edin ist ein ausgewiesener Fachmann, ein Typ und legt die nötige Emotionalität an den Tag, die es bei Borussia Dortmund immer braucht.
+++ Terzic über die neue Situation +++
Für Nervosität fehlt die Zeit, es geht alles so schnell, da schon morgen ein Spiel ansteht. Ich habe gestern mehr Nachrichten, als an meinem Geburtstag bekommen, aber ich habe das ausgeblendet. Der Fokus liegt einfach darauf, morgen eine gute Leistung zu bringen.
+++ Geht nun ein Traum in Erfüllung? +++
Das ist eine unglaubliche Situation. Ich bin 30 Kilometer von hier entfernt geboren. Als 9-Jähriger war ich erstmals im Stadion und da war klar, für wen das Herz schlägt. Trotzdem habe ich mir nicht einmal ansatzweise erlaubt, davon zu träumen, jemals in so einer Position hier zu sein.
Ich habe in den letzten Jahren aber gelernt, dass es manchmal ganz schnell gehen kann. Ich war als Co-Trainer unglaublich glücklich, muss aber sagen, dass es natürlich etwas Besonderes ist, morgens aufzustehen und über schwarzgelben Fußball nachdenken zu können. Die Verantwortung spüre ich aber natürlich auch.
+++ Terzic über die Gründe für die verlorene Einstellung +++
Die Frage ist superschwer zu beantworten. Wir werden das aufarbeiten, aber das geht nicht innerhalb von 24 Stunden. Wir werden das Step by Step tun. Thema ist nun, dass wir morgen in Bremen eine Reaktion zeigen und nochmal alles geben wollen. Wir müssen verstehen, dass uns unsere Qualität nicht davon befreit, hart zu arbeiten und zu kämpfen.
+++ Terzic über die Entlassung von Favre +++
Ich habe auch Emotionen und die Niederlage tut weh und dann mitzubekommen, dass Lucien gehen muss, ist nie schön, aber es muss weitergehen. Es ist leider so im Fußball.
Bis Weihnachten stehen noch drei Spiele an. Ich kann die Jungs jetzt natürlich mit Inhalten zuwerfen, aber ich werde lieber an die guten Dinge der Vergangenheit erinnern. Wir müssen den Mut haben, diese Dinge wieder auf den Platz zu bringen. Diese Mannschaft hat in den letzten zweieinhalb Jahren so viel Gutes gezeigt, dass ich glaube, dass es am schnellsten geht, wenn wir uns wieder an die eigene Stärker erinnern.
+++ Terzic über seine Entscheidung, dem BVB zuzusagen und sein Trainerteam +++
Am Samstag haben alle keinen guten Tag gehabt, die Nacht vor de Entscheidung war kurz. Natürlich musste ich darüber nachdenken, weil ich natürlich auch eine gewisse Verantwortung für Samstag habe. Ich bin dann aber ganz schnell dazugekommen, zu sagen, jetzt bietet sich die Chance, dass wieder gerade zu rücken. Diese Aufgabe werde ich annehmen.
Zu meinem Trainerteam wird Sebastian Geppert stoßen, der hier in den letzten Jahren im NLZ gearbeitet hat und frischen Wind und Mut mit reinbringen soll. Ich kenne ihn sehr gut, wir haben ein großes Vertrauensverhältnis. Und Otto Addo ist jemand, der die Mannschaft gut kennt, näher an sie heranrücken soll und mich und das Team in der täglichen Arbeit unterstützen soll.
+++ Terzic über seine Fußball-Idee +++
Ich bin ja auch ein Produkt von Borussia Dortmund, komme hier aus der Region und darf seit zehn Jahren für den Verein tätig sein. Es ist super schwer für mich, in der kürze der Zeit alles dazulegen. Fakt ist, es gibt zwei Arten, wie man ein Fußballspiel gewinnen kann: Man kann ein Tor weniger kassieren als der Gegner, ich bin aber eher dafür, dass wir eines mehr erzielen.
+++ Über den Achtelfinalgegner FC Sevilla +++
Terzic: Ich habe das vorhin auch erfahren. Es ist natürlich ein sehr, sehr guter Gegner, aber in der Champions League warten auch keine einfachen Gegner mehr. Wir freuen uns natürlich auf die Aufgabe, aber bis dahin sind noch sehr viele andere Aufgaben zu erledigen. Wenn das Spiel ansteht, werden wir uns optimal darauf vorbereiten.
Zorc: Ein sehr interessantes Los für uns. Sevilla gehört mittlerweile zu den ganz großen Teams in Spanien. Vielleicht etwas hinter Real und Barcelona. Ein sehr unangenehmer Gegner. Eine Mannschaft, die sehr stark auf Ergebnis spielt. Ich finde, in diesem Duell gibt es keinen Favoriten, das werden enge Spiele werden.
+++ Terzic über die letzten 24 Stunden +++
Das stimmt schon, dass die letzten 24 Stunden nicht ganz normal waren. Die letzten 48 Stunden waren sogar nicht ganz normal. Denn die Niederlage gegen den VfB tut schon weh. Dafür zieh ich mir auch den Schuh an, da ich ja Teil des Trainerteams war. Ich möchte mich daher vorerst bei Lucien Favre für die Zusammenarbeit bedanken. Es war ein sehr harmonisches Arbeiten und ich bin sicher, dass wir im Austausch bleiben.
Es ging dann auf einmal sehr schnell. Man musste sich viele neue Gedanken machen, sowohl organisatorisch als auch inhaltlich. Jetzt geht es darum, eine Reaktion zu zeigen. Ich habe zuerst mit der Mannschaft gesprochen, dass das nicht Borussia Dortmund war, was wir am Samstag gesehen haben. Wir fordern von uns selbst ein, dass wir morgen auf den Platz gehen und eine ganz andere Mannschaft zeigen.
+++ Die Pressekonferenz beginnt +++
Neu-Coach Edin Terzic und Sportdirektor Michael Zorc haben sich auf dem Podium eingefunden. Die Fragerunde kann beginnen.
+++ Wie stehen die Chancen in der Champions League +++
Neben den Personalien Terzic und Favre dürfte das Ergebnis der Auslosung des Achtelfinales der Champions League (ab 12 Uhr) im Fokus stehen. Auf den BVB warten dabei einige dicke Brocken. Unter anderem kann es zum Duell mit Atlético Madrid oder dem FC Barcelona kommen.
+++ Was ist dran an den Gerüchten um Marco Rose? +++
Terzic soll das Traineramt bis zum Sommer ausfüllen, wer dann den Job an der Seitenlinie des BVB übernimmt, ist noch unklar. Laut "Bild" deutet jedoch einiges daraufhin, dass die Schwarz-Gelben bereits einen klaren Favoriten haben: Marco Rose von Borussia Mönchengladbach soll demnach "heißer Kandidat" sein.
Man darf gespannt sein, ob Zorc die Gerüchte kommentiert.


























