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FC Köln resigniert: "Mit Ehre und Würde nach unten"

Die Kölner haben sich mit dem Abstieg abgefunden
Die Kölner haben sich mit dem Abstieg abgefunden
Foto: © getty, Stuart Franklin
15. April 2018, 10:45

Nach der Niederlage in Berlin ist der Fußball-Bundesligist 1. FC Köln wohl so gut wie abgestiegen. Beim Tabellenletzten setzt jetzt die große Ernüchterung ein.

Stefan Ruthenbeck fuhr sich mit beiden Händen über das Gesicht, als wollte er den Stress der letzten Tage nur noch abwaschen. Resigniert wirkte der Trainer des So-gut-wie-Absteigers 1. FC Köln in den Minuten nach dem 1:2 bei Hertha BSC. Zu verdenken ist es dem 45-Jährigen nicht. Wieder geführt, wieder verloren, Tabellenletzter bleiben die Domstädter: Es scheint der Punkt erreicht, an dem sich Mannschaft und auch der scheidende Trainer mit der 2. Bundesliga abgefunden haben.

"Ich mache mir gerade keine Gedanken, wie viele Punkte wir noch holen müssen oder ob es rechnerisch noch möglich ist", sagte Ruthenbeck: "Ich glaube, dass wir von vornherein in der Pflicht sind. Es geht um die Champions League für Schalke nächste Woche, es geht für Freiburg und Wolfsburg um den Klassenerhalt." Ruthenbecks Worte lassen tief blicken. Die Saison mit Anstand zu Ende bringen, sich keine Wettbewerbsverzerrung nachsagen lassen: Das sind die übrigen Saisonziele der Kölner. 

Einbruch in Berlin

Man könnte Ruthenbeck nun mangelnden Kampfgeist vorwerfen, doch bei sechs Punkten Rückstand auf den Relegationsrang, den der FSV Mainz 05 am Montag (20:30 Uhr) gegen den SC Freiburg auf neun Zähler ausbauen kann, ist es auch irgendwann mal gut. Vier Spiele, neun Punkte: Das würde kaum noch Hoffnung bedeuten, den sechsten Abstieg der Vereinsgeschichte abzuwenden.

Das weiß auch das Team und sucht nach Motivationsansätzen für den Rest der so todunglücklich verlaufenen Spielzeit. "Ich kann versprechen, dass sich diese Mannschaft bis zum 34. Spieltag so reinhängen wird, dass man - auch wenn das ein bisschen doof klingt - mit Ehre und Würde nach unten geht", sagte Leonardo Bittencourt. In Berlin war er noch einer der Besseren, brachte den FC in der 29. Minute in Führung. Den Einbruch nach der Halbzeit und den Doppelpack von Davie Selke (49./52.) konnte aber auch er nicht verhindern.

Anfang gilt als Trainer-Favorit

"Die Tore fallen einfach viel zu leicht. Wenn du 1:0 in Führung gehst, musst du abgezockter sein", sagte Bittencourt. Doch das ist bei Köln ein grundsätzliches Problem. Allein in der Rückrunde vergeigte Ruthenbecks Team fünfmal eine 1:0-Führung. Dafür dass es in Berlin so kam, machte Ruthenbeck auch das Schicksal verantwortlich: "Wenn wir eine andere Situation hätten - Zwölfter oder Elfter wären - holen wir hier einen Punkt. Aber unter dem Druck, immer gewinnen zu müssen, ist es schwierig."

Bei aller Trauer und Emotionalität kann sich Köln im Angesicht des Abstiegs immerhin mit der Zukunftsplanung ernsthaft befassen. Dass Ruthenbeck nicht bleiben wird, war unter der Woche bekannt geworden. Holstein Kiels Trainer Markus Anfang ist Nachfolge-Favorit. Aber kam die Nachricht vom Ruthenbeck-Aus vor dem Berlin-Spiel vielleicht zur Unzeit und hat die Niederlage, die den Abstieg wohl besiegelte, erst möglich gemacht? "Ich habe nicht gesehen, dass das eine Rolle spielt. Es ist etwas, dass nur konsequent war", sagte FC-Sportchef Armin Veh.

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