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Ex-Profi teilt gegen BVB-Bosse aus

Steffen Freund kritisiert die BVB-Führungsriege
Steffen Freund kritisiert die BVB-Führungsriege
Foto: © getty, Stuart Franklin
20. Dezember 2017, 13:18

Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Steffen Freund hat die Führungsriege um Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bei seinem Ex-Klub Borussia Dortmund harsch kritisiert.

"Die Probleme liegen ganz klar in der sportlichen Vereinsführung", sagte der 47-Jährige nach der wechselhaften Hinrunde des DFB-Pokalsiegers und dem Trainerwechsel von Peter Bosz hin zu Peter Stöger im Interview mit dem Nachrichtenportal "t-online.de".

Der Europameister von 1996 hält die Entlassung von Thomas Tuchel nach dem Sieg im DFB-Pokalfinale in der vergangenen Saison für den größten Fehler von Watzke und Co. "Hans-Joachim Watzke hat ja selbst gesagt, dass es die richtige Entscheidung war, Thomas Tuchel zu holen. Dann fragen sich alle: Warum wurde so ein erfolgreicher Trainer dann nach zwei Jahren entlassen?"

Dass alle Gremien einstimmig entschieden hatten und das Verhältnis als zerrüttet galt, will Freund nicht akzeptieren: "Eine Kündigung ist immer eine Grundsatzentscheidung, für die es schwerwiegende Gründe geben muss. Der sportliche Erfolg steht über allem, dem müssen sich alle im Verein unterordnen. Der Trainer ist dafür die Schlüsselposition."

Neben dem BVB entließ beispielsweise auch Union Berlin den erfolgreichen Trainer Jens Keller. Freund erkennt einen "gefährlichen Trend": "Wenn man sportlich erfolgreiche Trainer entlässt, wird es immer negative Reaktionen geben - und es erhöht nur unnötig den Druck auf die Nachfolger, die mir persönlich fast leidtun."

Stöger-Nachfolger: BVB muss sich an "großen Namen orientieren"

Als potentiellen Nachfolger von Peter Stöger nannte der Ex-Profi Jürgen Klopp. "Alle im Umfeld des BVB schwärmen immer noch von ihm", erklärte der 47-Jährige. Doch daran, dass Klopp den FC Liverpool verlassen wird, glaubt der Champion-League-Sieger von 1997 nicht.

Stattdessen müsse sich der BVB an den "ganz großen Namen orientieren" und einen Trainer verpflichten, der "im Optimalfall schon Meisterschaften gewonnen und sehr viel Erfahrung hat", so Freund.

Mit einer Ausnahme: Julian Nagelsmann. "Das würde passen. Obwohl er keine Meisterschaften im Profibereich gewonnen hat. Und obwohl er er mit Hoffenheim in der Europa League Letzter geworden ist", erklärte der Europameister.

Freund: Bayern als klarer Favorit ins Pokalspiel

Vor dem Pokal-Achtelfinale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund gibt es für Freund einen klaren Favoriten: den FC Bayern München. Zwar hat der BVB die ersten beiden Spiele unter Stöger gewonnen, dennoch steht für den ehemaligen Mittelfeldspieler fest: "Der BVB ist noch nicht so gefestigt, um die Bayern in deren Stadion aus dem Pokal zu schmeißen."

"Die Bayern wirken sehr gefestigt und sind nach dem Trainerwechsel eindeutig kompakter, defensiv besser organisiert und nicht mehr so anfällig wie vorher. Die richtige Balance zwischen Offensive und Defensive ist endscheidend", lobte Freund die Münchener.

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