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96 vor Niedersachsen-Duell: "Wollen VfL ärgern"

Will auch in Wolfsburg punkten: André Breitenreiter
Will auch in Wolfsburg punkten: André Breitenreiter
Foto: © getty, Alex Grimm
08. September 2017, 16:08

Trotz aller Unruhe im Umfeld will Hannover 96 seine kleine Erfolgsserie nach der Rückkehr in die Bundesliga beim VfL Wolfsburg fortsetzen.

Zwar ist die Mannschaft von Trainer André Breitenreiter vor dem Niedersachsen-Duell in der Autostadt in der Außenseiterrolle, an Selbstvertrauen mangelt es jedoch nicht. "Wir möchten den VfL natürlich ärgern", so der Coach: "Wir müssen uns nicht kleiner machen, als wir sind für dieses Spiel."

96 reist nicht nur mit dem Rückenwind der Siege gegen Mainz und Schalke nach Wolfsburg, auch die Statistik spricht für die Gäste. Letztmals verlor Hannover im November 2011 beim Nachbarn, seitdem gab es zwei Siege und zwei Unentschieden in der Volkswagen-Arena.

Dabei ist der frühe Erfolg in dieser Saison überraschend, vieles lief gegen den Klub. In der Vorbereitung riss im rechten Knie von Kapitän Edgar Prib das Kreuzband. Dringend benötigte Verstärkung für die Offensive konnte Manager Horst Heldt erst kurz vor Transferende verpflichten. Zudem unterstützen Teile der Fanszene seit Wochen das Team nicht mehr, weil sie gegen Martin Kind protestieren wollen.

In dieser Woche kam der Wirbel um eine Dopingkontrolle nach dem Ligaauftakt in Mainz hinzu: Am ersten Spieltag soll sich ein 96-Spieler nicht an die Regeln gehalten haben, weil er ohne entsprechende Erlaubnis nach Spielende in die Kabine statt direkt in den Dopingkontrollraum gegangen war. Vor der Länderspielpause bremste all die Unruhe die Niedersachsen nicht, bisher kassierten sie noch keinen Gegentreffer und spielten sehr variabel.

Der Motor stottert in der Autostadt

Gegner Wolfsburg hat bislang dagegen nicht bewiesen, dass es in dieser Spielzeit besser laufen wird als in der Vorsaison. Mario Gomez und Co. retteten sich erst in der Relegation gegen Eintracht Braunschweig vor dem Absturz in die 2. Bundesliga. Der schmeichelhafte Sieg in Frankfurt zuletzt konnte Zweifel an der Leistungsfähigkeit des VfL noch nicht entkräften. Immerhin sei die Stimmung jetzt positiver, versicherte Trainer Andries Jonker: "Die Spieler haben bessere Laune, und dann läuft auch alles einfacher."

Hoffnungen weckt die Offensive. Kapitän Gomez erhält gegen Hannover erstmals Unterstützung von Divock Origi, der kurz vor Transferschluss vom FC Liverpool ausgeliehen wurde. Große Sorgen hat der VfL hingegen wieder in der Defensive. Die Innenverteidiger Jeffrey Bruma und John Anthony Brooks fehlen ohnehin lange, jetzt drohen auch die angeschlagenen Neuzugänge Marcel Tisserand und Camacho auszufallen.

Zurückhaltung ist deshalb angesagt - auch bei Nationalspieler Gomez. Der "Sport Bild" sagte der 32-Jährige: "Wir wollen gut in Schwung kommen, Konstanz reinbringen, und es soll sich eine Mannschaft entwickeln, die eine Zukunft hat."

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