Bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo war Domen Prevc eindeutig der Topfavorit bei allen Skisprung-Wettbewerben. Einen Ruf, den der Slowene, der den Weltcup-Winter beinahe nach Belieben dominierte, letztlich mit Gold von der Großschanze und im Mixed-Team untermauerte. Dass zum Auftakt von der Normalschanze beim Sieg von DSV-Star Philipp Raimund "nur" Rang sechs zu Buche stand, war zwar durchaus überraschend, ist laut der deutschen Ikone Martin Schmitt allerdings wenig verwunderlich. Zu unberechenbar ist der Sport.
"Im Skispringen ändert sich von Saison zu Saison viel. Das liegt einfach in der Natur dieser Sportart", erklärte Martin Schmitt im Interview mit "Sportowe Fakty". Und weiter: "Selbst wenn man in einem bestimmten Moment in Topform ist, heißt das nicht, dass man nächstes Jahr noch genauso gut dasteht."
Konkret bezieht sich der Team-Olympiasieger von 2002 auf den polnischen Olympia-Überflieger Kacper Tomasiak, der in Italien überraschend zweimal Silber und einmal Bronze gewinnen konnte. Allerdings schlägt Schmitt auch den Bogen zu Prevc: "Genauso wenig bedeutet Domen Prevcs hervorragende Saison, dass er die nächsten fünf Jahre dominieren wird", stellt der 48-Jährige heraus.
Prevc-Dominanz nicht in Stein gemeißelt
Prevc gewann allein im Winter 2025/26 schon elf Springen, triumphierte bei der Vierschanzentournee und im Einzelspringen bei der Skiflug-Weltmeisterschaft. Der Sieg im Gesamtweltcup ist dem Slowenen ebenfalls wohl nur noch theoretisch zu nehmen. Eine Ausbeute, die nahelegt, dass der "Domenator" dem Sport noch sehr lange seinen Stempel aufdrücken wird. Ganz so leicht wird das laut Schmitt aber wohl nicht.
Einer, der Prevc und Co. in den kommenden Jahren Paroli bieten könnte, ist laut Schmitt Tomasiak: "Kacper hat das Potenzial, in den nächsten zehn bis 15 Jahren eine wichtige Rolle in unserem Sport zu spielen. Er bringt die richtige Einstellung und den passenden Charakter für diesen Sport mit", lobt Schmitt, gesteht aber auch ein, dass der 19-Jährige "noch viel Arbeit" vor sich habe.


