Im vielleicht besten und packendsten Spiel der Handball-EM hat Dänemark im Halbfinale gegen Island mit 31:28 die Oberhand behalten. Gegen den Gastgeber hielt der Inselstaat überraschend lange mit, erst in der Schlussphase setzte sich der haushohe Favorit einige Tore ab und profitierte zudem von einigen glücklichen Schiedsrichterentscheidungen.
"Wir haben nie aufgegeben, aber wir haben einige seltsame Entscheidungen von diesen Schiedsrichtern bekommen, die uns gegenüber immer sehr streng waren", kritisierte Keeper Viktor Gísli Hallgrímsson im Gespräch mit dem isländischen Sportportal "mlb.is" das norwegischen Gespann Lars Jörum / Havard Kleven. Der 25-Jährige hegt den Verdacht, dass "sie uns einfach nicht mögen".
Das Duo habe - gerade in der heißen Schlussphase - mit zweierlei Maß gemessen, polterte der Schlussmann des FC Barcelona weiter: "Sie durften weitermachen, wenn sie in den Kreis eindrangen, aber wenn wir mal im Kreis standen, dann wurden die Situationen stets abgepfiffen. Wir durften unsere Angriffen auch nie zu Ende spielen. Das war sehr seltsam."
"Seltsame Leistung" des Gespanns bei der Handball-EM
Jörum / Kleven hätten insgesamt eine "seltsame Leistung" auf das Parkett in Herning gebracht, bilanzierte Hallgrímsson, der sich auch über den Umgang der Schiedsrichter mit Gísli Kristjánsson vom SC Magdeburg ärgerte: "Sie haben einfach irgendwann aufgehört, Fouls gegen ihn zu pfeifen. Sie haben seine Fähigkeit, Fouls zu provozieren, gegen ihn verwendet."
Auf der anderen Seite habe man das gleiche Welthandballer Mathias Gidsel immer wieder durchgehen lassen. "Das verstehe ich nicht ganz. Währenddessen darf Gidsel dribbeln, hochspringen und schießen und dann wird doch noch ein Foul gepfiffen. Das war eine seltsame Argumentation", machte Hallgrímsson seinem Ärger über die Schiedsrichter weiter Luft.
Es ist nicht das erste Mal, dass das norwegische Duo bei der Handball-EM in der Kritik steht. Bereits aus Schweden waren nach dem Hauprunden-Abschluss am Mittwoch Vorwürfe laut geworden, dass Jörum und Kleven möglicherweise der Herausforderung nicht gewachsen sind. "Vielleicht konnten die Schiedsrichter dem Druck nicht standhalten", vermutete Ex-Handballer Martin Frändesjö.




