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Hochspannung bis zur letzten Minute

DHB-Team feiert "unfassbar wichtigen" Sieg im EM-Thriller

Deutschland jubelte gegen Portugal
Deutschland jubelte gegen Portugal
Foto: © IMAGO/Maximilian Koch
22. Januar 2026, 17:08

Deutschlands Handballer um ihren überragenden Scharfschützen Miro Schluroff hüpften ausgelassen im Kreis, Torhüter Andreas Wolff zeigte die Siegerfaust: Angeführt vom herausragende Torhüter und ihrem treffsicheren Rückraumshooter haben Deutschlands Handballer im hitzigen Nervenduell gegen Portugal kühlen Kopf bewahrt und einen perfekten Start in ihre EM-Hauptrunde hingelegt.

Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason besiegte den WM-Vierten zur ungewohnten Anwurfzeit am Donnerstagnachmittag 32:30 (11:11) und hat bei ihrer Medaillenmission mit nun 4:0 Punkten sehr gute Chancen im Rennen um das Halbfinale.

"Es fällt eine Riesenlast ab. Das war ein unfassbar wichtiges Spiel für den Ausgang dieser Gruppe, und jetzt ist die Freude einfach riesig", sagte Superjoker Schluroff in der "ARD". Wolff staunte, wie "der Miro die Dinger da reingeschrotet hat". Der Sieg nach der deutlichen Leistungssteigerung habe gezeigt, "dass wir immer den Kopf oben halten und positiv bleiben müssen."

Vor 6145 Zuschauern in der Jyske Bank Boxen in Herning benötigte Deutschland einen langen Atem. Die Portugiesen, die im Vorjahr die deutschen WM-Träume im Viertelfinale von Oslo beendet hatten, erwiesen sich mit ihrer knüppelharten Deckung als der erwartet knifflige Gegner.

DHB-Team kann sich auf Wolff verlassen

Wolff hielt Deutschland in einem schwachen ersten Abschnitt mit starken Paraden im Spiel. Nach der Pause, als das Spiel immer hitziger wurde, übernahm neben dem Kieler Keeper aber auch Miro Schluroff viel Verantwortung und traf in Serie. Der Gummersbacher avancierte mit sieben Treffern zum besten deutschen Werfer, alle Tore erzielte er im zweiten Abschnitt. Auch eine Rote Karte für Kapitän Johannes Golla (53.) konnte das deutsche Team in der Schlussphase nicht schocken.

Nächster DHB-Gegner ist am Samstag (20.30 Uhr/ZDF) Norwegen. Anschließend warten weitere Kracherspiele gegen Olympiasieger Dänemark am Montag (20.30 Uhr/ARD) und Titelverteidiger Frankreich am Mittwoch (18.00 Uhr/ZDF). Nur die besten zwei Teams der Hauptrundengruppe erreichen das Halbfinale.

"Lasst den Ball laufen!"

Wolff warnte vor der Partie gegen die Südwesteuropäer, die zum Vorrundenabschluss dem Olympiasieger Dänemark beim 31:29 die erste Niederlage in Herning seit zwölf Jahren zugefügt hatten, vor allem vor den "alles überragenden" Costa-Brüdern Francisco und Martim. Kreisläufer Justus Fischer nannte den Gegner ein "ganz schönes Brett. Aber wenn man das Turnier gewinnen möchte, muss man jedes Team schlagen."

Das deutsche Team benötigte eine gewisse Anlaufzeit. Zwar hatte die Abwehr die Costa-Brüder, die bei Portugals EM-Coup gegen die Dänen zu zweit 18 der 31 Treffer erzielt hatten, in der ersten Halbzeit gut im Griff. Weil Spielmacher Juri Knorr und seinen Mitspielern vorne zunächst aber wenig gelang, bestimmte Portugal die Anfangsphase. "Ihr Spiel lebt nur von unseren technischen Fehlern. Es ist nichts passiert", beruhigte Gislason seine Mannschaft in einer Auszeit beim Stand von 4:6 (13.): "Lasst den Ball laufen."

Chatton kritisiert erste Halbzeit

Deutschland steigerte sich von Minute zu Minute. Die Abwehr im Zusammenspiel mit dem in dieser Phase überragenden Wolff ließ nun kaum noch etwas zu, zudem gelangen wichtige Tore über den Gegenstoß. Und so verwandelte die DHB-Auswahl einen 6:8-Rückstand dank zehn Minuten ohne Gegentor und einer Wolff-Fangquote von 47 Prozent in eine 10:8. Erneute Unkonzentriertheiten kosteten allerdings die Pausenführung.

"Wir machen kein gutes Spiel, wir kommen nicht gut rein, machen zu viele technische Fehler", monierte Nationalmannschaftsmanager Benjamin Chatton am "ARD"-Mikrofon: "Wir können froh sein, dass es 11:11 steht."

Schluroff wird zum Glücksgriff

Das deutsche Team steigerte sich nach der Pause auch offensiv. Vor allem die Einwechslung von Schluroff erwies sich als Glücksgriff und belebte das Angriffsspiel spürbar. Gleich fünf Treffer gelangen dem Gummersbacher Rückraumspieler bis zur 45. Minute, Deutschland führte 21:20. "Wir müssen einfach unser Ding durchziehen. Die schreien die ganze Zeit, hinten wie vorne. Unsere Abwehr ist überragend", rief Gislason seinen Spielern zu.

Es entwickelte sich eine dramatische Schlussphase. "Wir ziehen das jetzt durch", brüllte Gislason in der 55. Minute beim Stand von 26:25. Sein Team gehorchte.

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