In der HBL sorgt Marko Grgic regelmäßig für Aufsehen. Bei der Handball-EM kommt der Nationalspieler bislang aber kaum zum Zug. Co-Trainer Erik Wudtke erklärt den Bankplatz für den Goalgetter.
"Ich rede viel mit Marko und versuche, ihm zu helfen, wo es geht", sagte Wudtke auf einer Pressekonferenz und ergänzte: "Marko merkt man glaube ich an, dass er bis dato nicht die Leichtigkeit in dem Turnier gefunden hat, die sein Spiel in Flensburg und auch in Eisenach in der Vergangenheit ausgezeichnet hat."
Dem 22-Jährigen fehle es derzeit an "Selbstvertrauen", führte der Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft weiter aus.
Doch das DHB-Team versuche derzeit alles, um Grgic aufzubauen. "Um Selbstbewusstsein zu bekommen, gibt es bestimmte Methoden und bestimmte Werkzeuge: Einerseits Gespräche. Er muss wieder ein positives Selbstwertgefühl bekommen, er muss Zustimmung von uns, der Trainerseite, bekommen. Das erfolgt auch. Nicht, dass wir ihm das absprechen. Ganz im Gegenteil", so Wudtke.
Außerdem müsse sich Grgic in einem körperlich fitten Zustand befinden. "Und Marko muss im Training und darüber hinaus auch im Wettkampf, wenn er reinkommt, Erfolgserlebnisse sammeln. Das ist leider Gottes etwas, das ebenfalls in dieser Kette notwendig ist", führte Wudtke weiter aus.
Der 53-Jährige fügte hinzu: "Wir arbeiten da dran, wir kämpfen für Marko. Marko kämpft auch für sich selber. Ich wünsche es ihm von ganzem Herzen, dass er uns auf der Platte helfen kann. Nicht nur für uns, sondern auch für ihn selber. Denn der Junge arbeitet wirklich hart."
Gislason macht Grgic Hoffnungen
Auch DHB-Manager Benjamin Chatton glaubt an Grgic. "In dem Kontext ist nicht die Frage, ob das passiert, dass er Leistung für die Nationalmannschaft bringt, sondern wann", betonte er.
Beim DHB-Team gebe es viele junge Spieler, die schnell in die Mannschaft gefunden haben. "Deswegen haben wir die hundertprozentige Überzeugung, dass Marko Grgic über die nächsten Jahre ein wesentlicher Bestandteil dieser Mannschaft sein wird", legte sich Chatton fest.
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Und auch Bundestrainer Gislason machte bereits Hoffnungen: "Wir brauchen Marko, seine Zeit wird sicher noch kommen."
Grgic einer der besten Torschützen in der HBL
In der vergangenen HBL-Saison war Grgic mit 301 Treffern Torschützenkönig geworden. Im Sommer folgte der Wechsel vom ThSV Eisenach zur SG Flensburg-Handewitt.
Auch bei den Norddeutschen gehört der Rückraumspieler zu den besten Torjägern. In der aktuellen Spielzeit kommt er auf 115 Tore in 19 Spielen. Damit belegt Grgic aktuell Rang sechs in der Torschützenliste.
Bei der EM kommt der Youngster aber noch nicht wie gewünscht zum Zug. Beim Auftaktsieg gegen Österreich stand er zwar in der Startformation, konnte aber mit nur einem Treffer nicht überzeugen. Bei der Niederlage gegen Serbien kam Grgic kaum zum Zug. Das Spiel gegen Spanien verfolgte er komplett von der Bank aus.
Frust schiebt der gebürtige Eisenacher deswegen aber nicht. "Natürlich grübele ich auch über meine Leistung, aber das Schöne am Handball ist: Du kannst es im nächsten Training, im nächsten Spiel sofort wieder besser machen. Ich schmolle nicht auf der Bank, sondern bleibe mutig und gebe einfach weiter alles für die Mannschaft, wenn ich die Gelegenheit bekomme", hatte er nach dem Österreich-Spiel gesagt.






