Diese Abrechnung hatte es am Freitagabend in sich. Nach dem spektakulären, aber aus Gäste-Sicht wieder einmal enttäuschenden 3:3 zwischen Werder Bremen und Eintracht Frankfurt nahm Ex-Bundesliga-Star und TV-Experte Martin Harnik kein Blatt vor den Mund.
Mit scharfen Worten sezierte der frühere Werder-Profi den Auftritt des Champions-League-Teilnehmers aus Hessen und rückte vor allem Eintracht-Cheftrainer Dino Toppmöller in den Fokus.
Wieder verspielte Frankfurt eine Führung in der Bundesliga, hatte am Freitagabend mit 1:0 und 2:1 in Bremen in Front gelegen. Danach offenbarten die Adlerträger aber einmal mehr eklatante Mängel im Defensivverhalten, sodass die Punkteteilung am Ende sogar noch glücklich war für die Frankfurter.
Für Martin Harnik sind die Flut an Gegentoren bei der Eintracht längst keine Zufälle mehr, sondern strukturelle Probleme. Der 38-Jährige, der 68 Länderspiele für Österreich absolvierte, fand bei "Sky" nach Spielende deutliche Worte: "Bei Eintracht gibt es eine brutale Schwäche in der Abstimmung bei der Mannschaft. Da sind zu viele Ideen auf dem Platz. Die Mannschaft fällt innerhalb des Spiels auseinander. Das muss der Trainer in die Hand nehmen. Er braucht aber auch einen verlängerten Arm auf dem Platz."
Genau dieser fehlt den Hessen aber seit Wochen. Kapitän Robin Koch zeigte in Bremen zwar über weite Strecken eine ordentliche Leistung, leistete sich aber vor dem 2:2 einen entscheidenden Fehler.
Harnik erkannte "wenig Freude in den Gesichtern"
Führungsspieler, die das Spiel in kritischen Phasen beruhigen könnten, sind Mangelware. Im Mittelfeld herrscht Unsicherheit statt Stabilität. Spieler wie Ellyes Skhiri sind, so der Eindruck, zu sehr mit sich selbst beschäftigt und können der Mannschaft keinerlei Sicherheit verleihen.
Hinzu kommt die personelle Misere. Weltmeister Mario Götze und Youngster Hugo Larsson fehlten erneut angeschlagen, was die ohnehin angespannte Situation im Zentrum weiter verschärfte. Für die hohen nationalen und internationalen Ansprüche sei das Frankfurter Mittelfeld derzeit schlicht zu schwach besetzt.
Besonders bezeichnend fand Harnik die Reaktion nach dem späten Ausgleich. Trotz des 3:3 durch Ansgar Knauff in der vierten Minute der Nachspielzeit sei kaum Erleichterung zu spüren gewesen: "Beim späten Ausgleich hat man gesehen, dass wenig Freude in den Gesichtern zu erkennen war."


























