Schon vor der am Donnerstag beginnenden Handball-EM ist eine Diskussion um Bundestrainer Alfred Gislason entbrannt. Ex-Nationalspieler Pascal Hens hat eine klare Meinung zum Umgang mit der Personalie.
"Bei diesen Diskussionen über den Bundestrainer in der Öffentlichkeit sollte man sich einfach mal ein bisschen zurücknehmen - vor allem vor so einem Turnier. Lass die Jungs erstmal spielen", stellte Hens gegenüber "handball-world" klar.
Der Welt- und Europameister ergänzte: "Man sollte den Job eines Bundestrainers auch nicht immer mit Blick auf irgendwelche Ergebnissen von solchen Großturnieren infrage stellen, sondern abhängig machen von der Arbeit, die er macht, wie die Mannschaft das annimmt und ob man mit der Art, Handball zu spielen, zufrieden ist oder eben nicht."
Gislasons Vertrag als Handball-Bundestrainer läuft nach der Heim-WM 2027 aus. Eine Jobgarantie wollte DHB-Präsident Andreas Michelmann dem Isländer zuletzt nicht aussprechen.
"Es ist doch klar, dass wir darüber nachdenken würden, wenn die Mannschaft – wovon ich nicht ausgehe – bei der EM absolut nicht performt", sagte er der "dpa".
Trotz des fehlenden Bekenntnisses bleibt Gislason gelassen. Er habe "nie gesagt, dass ich dann als Trainer aufhören möchte. Mir macht es Riesenspaß. Wenn ich nach 2027 nicht mehr die deutsche Nationalmannschaft trainiere, ist es halt so. Aber ich werde weitermachen, wenn ich etwas Interessantes bekomme", sagte er dem "SID".
Das Verhältnis zu den Verantwortlichen des Deutschen Handballbundes sei "extrem gut", es herrsche ein stetiger Austausch. "Wenn sie meinen, sie wollen einen jüngeren Trainer haben - davon gibt es eine ganze Reihe richtig guter in Deutschland - dann ist es halt so", betonte der 66-Jährige.
Pascal Hens: "Dann kann man entscheiden"
Dass es ausgerechnet vor der so wichtigen EM eine Diskussion im Gislason gibt, kann Hens nicht nachvollziehen.
"Ich bin weder dafür, dass man jetzt im Vorfeld verlängert noch dass man einen anderen Weg einschlagen sollte", stellte der 45-Jährige klar: "Man muss die Entwicklung einer Mannschaft sehen, man muss sich auch umhören, wie das Gefühl in der Mannschaft mit diesem Trainer ist. Dann kann man unabhängig von irgendwelchen Ergebnissen, sondern von der Art des Spiels entscheiden, was man macht."





