U21 gegen Dänemark: Noten und Einzelkritik
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Deutschland vs. Dänemark: Noten und Einzelkritik
Am Montag begann für die deutsche U21-Nationalmannschaft mit dem Spiel gegen Dänemark die Europameisterschaft in Italien. Dank einer überzeugenden und konzentrierten Leistung gewann das Team von Stefan Kuntz gegen die Skandinavier mit 3:1. Alle DFB-Akteure in der Einzelkritik:
TOR: Alexander Nübel - Note: 3,0
Im Tor der deutschen Mannschaft hatte das Schalke-Juwel lange Zeit einen ruhigen Abend. Die Annäherungen der Dänen verfehlten in der ersten Hälfte allesamt sein Tor, nach der Pause wandelte sich das Bild nur geringfügig: Nübel rettete einmal stark gegen Skov (47.) und fing mehrfach aufmerksam gefährliche Flanken ab. Bei Skovs Elfmeter war er chancenlos (74.). Fehlerfreier Auftritt des wenig geforderten Schlussmanns.
ABWEHR: Lukas Klostermann - Note: 3,0
Nachdem der Leipziger als Rechtsverteidiger in der A-Nationalmannschaft zuletzt überzeugt hatte, übernahm er auch in der U21 diese Position. Ließ seinen Gegenspielern in der Anfangsphase noch zu viel Raum auf der Außenbahn und wurde von den Antritten der Dänen mehrfach überrascht. Steigerte sich dann jedoch gewaltig und nahm BVB-Youngster Bruun Larsen fast komplett aus dem Spiel. Offensiv dafür weitestgehend blass.
Jonathan Tah - Note: 2,5
Der Kapitän der DFB-Junioren war über weite Strecken der erhoffte Rückhalt in der deutschen Defensive. Durch sein gutes Stellungsspiel erstickte er die Gefahr meist schon im Ansatz und hielt den Strafraum dicht. Schlug zudem einige sehr präzise lange Bälle, die in der Offensive gute Gelegenheiten einleiteten. Mit dem hohen Pressing der Dänen hatte Tah aber phasenweise seine Probleme.
Timo Baumgartl - Note: 3,5
In der Zweikampfführung präsentierte sich der Stuttgarter ähnlich wie Tah überwiegend aufmerksam und tat so seinen Teil für die sichere Defensive. Wenn die Gegner aber mit Tempo nach vorne spielten, wirkte er nicht so sattelfest wie sein Nebenmann. Erlaubte sich zudem am Ball punktuell Aussetzer und verursachte durch ein Handspiel den Elfmeter (74.).
Benjamin Henrichs - Note: 3,5
Im ersten Durchgang hatte der Frankreich-Legionär seine linke Abwehrseite noch besser im Griff als Pendant Klostermann die rechte Flanke, nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild aber gewaltig. Der agile Skov verlangte Henrichs alles ab und nutzte die Aussetzer seines deutschen Gegenspielers immer wieder, um hinter die Abwehrkette zu kommen.
MITTELFELD: Arne Maier (bis 45.) - Note: 4,5
Trotz langer Verletzungspause stand der Sechser von Hertha BSC in der deutschen Startelf. Vor der Abwehr sollte Maier für Stabilität sorgen, dies gelang ihm aber nur zeitweise. War stets darauf angewiesen, dass Kollegen aushalfen und Löcher stopften. Verlor zudem immer wieder entscheidende Zweikämpfe im Mittelfeld und musste wiederholt zum Foulspiel greifen. Schon zur Pause musste er weichen.
Florian Neuhaus (ab 46.) - Note: 3,5
Bereits zur Halbzeit ersetzte der Gladbacher den schwachen Maier im Mittelfeld. Durfte die Position offensiver interpretieren und schlüpfte gleich bei den ersten Angriffen nach dem Pausentee in eine der Hauptrollen. Tauchte dann aber etwas ab und half nur noch, das Ergebnis zu verwalten.
Mahmoud Dahoud (bis 80.) - Note: 2,0
Im zentralen Mittelfeld war der BVB-Spieler für die kreativen Impulse verantwortlich. Schaltete sich immer wieder in die Offensive ein und sorgte mit seinen Dribblings und Zuspielen gleichermaßen für Gefahr. Seine Tempowechsel waren oftmals der Ausgangspunkt für gute Angriffe. Im Übrigen mit vielen wichtigen Balleroberungen.
Suat Serdar (ab 80.) - ohne Bewertung
In den letzten Minuten ersetzte der Schalker den starken Dahoud im deutschen Team. Die Zeit reichte für Serdar letztlich nicht mehr, um mit gelungenen Aktionen zu glänzen.
Maximilian Eggestein - Note: 3,0
Neben Dahoud übernahm der Bremer zunächst eine der beiden Achter-Positionen. Besetzte hauptsächlich die Räume zwischen den dänischen Ketten und lauerte dort auf Zuspiele. Wenn er von den Kollegen bedient wurde, traf er meist die richtigen Entscheidungen. Legte bei einem seiner Vorstöße das 1:0 clever für Richter auf (29.). In der zweiten Halbzeit spielte er dann defensiver und rückte deshalb nicht mehr allzu häufig ins Rampenlicht.
ANGRIFF: Levin Öztunali - Note: 2,5
Der Mainzer strahlte auf der rechten Seite viel Spielfreude aus und versuchte häufig, durch sein Tempo Impulse zu setzen. Leitete mit seinen Hereingaben viele Chancen ein und bewies stets ein gutes Auge für den Nebenmann. Wenn er das Leder im letzten Drittel weiterleitete, wurde es meist sofort gefährlich. Hatte in der Entstehung des 1:0 seine Füße maßgeblich im Spiel.
Luca Waldschmidt - Note: 2,5
Seine Position im Sturmzentrum verließ der Angreifer häufig, um sich im Mittelfeld anzubieten und dort Überzahl zu schaffen. Am Ball gelang ihm dabei aber bei Weitem nicht alles. Bei seinen Abschlüssen wirkte er anfangs zu überhastet. Wurde mit der Zeit abgeklärter und brachte noch mehrfach Schüsse auf das Tor (42., 45.). Krönte seine Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte mit dem sehenswerten Treffer zum 3:0 (66.).
Marco Richter (bis 70.) - Note: 1,0
Auf der linken Außenbahn war der Augsburger absoluter Aktivposten im Spiel der deutschen Mannschaft. Rückte häufig mit ins Zentrum ein und war dort der mit Abstand torgefährlichste Akteur der DFB-Auswahl. Scheiterte mit seinem ersten Versuch noch knapp (19.). Machte es in der Folge aber besser, besorgte das 1:0 (28.) und später auch das 2:0 (52.). Beim dritten Treffer brillierte er dann als Vorlagengeber für Waldschmidt. Toller Auftritt des Angreifers!
Nadiem Amiri (ab 70.) - Note: 3,0
Etwas überraschend stand Amiri nicht in der Startelf, sondern kam erst in der Schlussphase als Joker von der Bank. Fügte sich nahtlos ins Spiel der DFB-Junioren ein und brachte mit seinen Laufwegen gute Ideen ein. Etwas Zählbares kam dabei aber nicht mehr herum.