Das große Saisonzeugnis des FC Schalke 04
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Das große Saisonzeugnis des FC Schalke 04
Nach einer historisch schlechten Saison 2020/2021 ist der FC Schalke 04 vollkommen verdient in die 2. Bundesliga abgestiegen. Entsprechend verheerend fällt das Saison-Zeugnis der Königsblauen aus. Die 28 Knappen-Profis mit mindestens fünf Liga-Einsätzen in der Einzelkritik:
Ralf Fährmann - Note: 3,5
Nach seinem missglückten Auslandsabenteuer wurde Fährmann auf Schalke wieder Stammkeeper. Licht und Schatten wechselten sich beim Routinier ab, dennoch eine der wenigen halbwegs positiven Erscheinungen.
Frederik Rönnow - Note: 4,0
War zwischendurch länger verletzt, wurde in dieser Zeit von Fährmann verdrängt. Die Frankfurt-Leihgabe stand trotzdem elf Mal zwischen den (Tor-)Pfosten, erledigte seinen Job dabei mit einer Ausnahme (beim 0:3 gegen Gladbach) ordentlich.
Salif Sané - Note: 5,0
Ein Schatten vergangener Tage. Konnte die löchrige Abwehr zu keiner Zeit stabilisieren, zudem viel verletzt. Im Sommer dürften sich die Wege trennen.
Matija Nastasic - Note: 5,0
Ähnlich wie Sané: Zu selten fit, und wenn doch, dann nicht wirklich bei der Sache. Gilt in Italien weiterhin als begehrt, Argumente dafür hat er in der abgelaufenen Saison jedoch nicht geliefert.
Ozan Kabak - Note: 6,0
In der Hinrunde dramatisch schlecht. Umso überraschender, dass der große FC Liverpool im Winter zuschlug und Kabak auslieh. An der Anfield Road wurde der Innenverteidiger allerdings auch nicht glücklich, die Kaufoption dürfte ungenutzt bleiben. Wird Schalke dennoch verlassen.
Malick Thiaw - Note: 4,0
Zunächst die Entdeckung der ansonsten so tristen Saison, danach lange unberücksichtigt, kurz darauf doch wieder gefragt. Thiaw hat ein Wechselbad der Gefühle hinter sich - ebenso wechselhaft waren die Leistungen des Youngsters, der noch zu wenig Ruhe ausstrahlt.
Bastian Oczipka - Note: 6,0
Ständiger Unsicherheitsfaktor in der Abwehr, körperlich wie gedanklich zu langsam für die Bundesliga. Wirkte 20/21 so, als sei er bereits weit über seinen Zenit.
Kilian Ludewig - Note: 6,0
In seinen wenigen Einsätzen komplett überfordert, danach schwer verletzt. Eine Lose-Lose-Lose-Situation für Ludewig, Schalke und Leihklub Salzburg.
Timo Becker - Note: 4,0
Einer der ganz wenigen Schalker Lichtblicke in dieser Saison. Hat sich als Profi etabliert und einen neuen Vertrag bei Königsblau unterschrieben. Leistungstechnisch allerdings noch mit sehr viel Luft nach oben.
Sead Kolasinac - Note: 5,0
Sein Comeback löste im Winter kurzzeitig Euphorie aus, einem starken ersten Auftritt beim 4:0 gegen Hoffenheim folgten jedoch zahllose Minus-Leistungen. Ließ irgendwann auch die Schultern hängen.
William - Note: 6,0
Der zuvor lange verletzte Leihspieler vom VfL Wolfsburg sollte auf Schalke Spielpraxis sammeln. Das tat er auch - allerdings ohne auch nur einen Funken Stabilität und/oder Schwung zu bringen. Über weite Strecken präsentierte sich William katastrophal.
Shkodran Mustafi - Note: 5,5
Kam als Last-Minute-Ersatz für Ozan Kabak. Sein spätes Bundesliga-Debüt hat sich der Ex-Nationalspieler sicher ganz anders vorgestellt. Knüpfte letztlich dort an, wo er beim FC Arsenal aufgehört hatte: Mustafi wirkte wie das fleischgewordene Unglück, reihte Lapsus an Lapsus und schaffte es trotz kämpferischer Attitüde nie, die Defensive stabiler zu machen.
Benjamin Stambouli - Note: 6,0
Trägt Schalke im Herzen, hat sich für den Verein aufgerieben. Spielte allerdings unglaublich fehlerbehaftet. Nicht selten stach er aus einer ohnehin schlechten Mannschaft noch negativ heraus.
Omar Mascarell - Note: 5,0
Wurde als Kapitän entmachtet, war im Mittelfeld dennoch gesetzt. Technisch einer der besten Schalker, Impulse gingen vom Spanier allerdings kaum aus. Auch defensiv zu oft nicht bei der Sache.
Suat Serdar - Note: 5,0
Von der Nationalmannschaft nach dieser Saison ungefähr so weit entfernt wie der FC Schalke von der Champions League. Von einem Spieler seiner Klasse muss mehr kommen, schlechte Mitspieler hin oder her. Ein verlorenes Jahr für den Ex-Mainzer, der sicher nicht mit in die 2. Bundesliga gehen wird.
Amine Harit - Note: 5,0
Individuell der stärkste, charakterlich aber einer der kompliziertesten Spieler im S04-Kader. Zwei, drei Spiele, in denen er offensiv sein Können andeutete, können das Fünffache an Nicht-Leistungen nicht kompensieren. Wird Schalke verlassen und wichtige Einnahmen in die Kassen spülen. Sportlich aber eine riesige Enttäuschung.
Alessandro Schöpf - Note: 6,0
Stagniert sportlich seit längerem, daran änderte sich auch 2020/2021 nichts. Wenn er auf dem Platz stand, war er quasi unsichtbar.
Nassim Boujellab - Note: 5,0
Wurde immer mal wieder reingeworfen, einen bleibenden Eindruck hinterließ er dabei nicht.
Can Bozdogan - Note: 4,0
Gilt als Riesentalent, konnte den Nachweis seiner Profi-Tauglichkeit aber noch nicht konstant erbringen. Mit 20 Jahren allerdings noch entwicklungsfähig. Beim Neuaufbau in Liga zwei ist Bozdogan fest eingeplant.
Nabil Bentaleb - Note: 6,0
Eine der skurrilsten Bundesliga-Personalien aller Zeiten. Wurde in den vergangenen Jahren unzählige Male suspendiert und irgendwann doch wieder begnadigt, nur um kurz danach wieder aus dem Team zu fliegen. Auch seine insgesamt neun Einsätze in der Abstiegssaison trugen nicht zu Bentalebs Imageverbesserung bei.
Mark Uth - Note: 5,0
Ein Sinnbild der Schalker Horrorsaison. Wollte vor der Saison in Köln bleiben, durfte aber nicht. Bemühte sich, dem Angriffsspiel mehr Esprit zu verleihen, blieb dabei jedoch überwiegend erfolglos. Irgendwann hatten es die S04-Fans dann auf Uth abgesehen, der zum Sündenbock erkoren wurde. Ein schlimmes Jahr für den Ex-Nationalspieler.
Benito Raman - Note: 5,5
Hat die Erwartungen nach seinem 6,5 Millionen Euro teuren Wechsel viel zu selten erfüllt. Nach einem annehmbaren ersten Saisondrittel brach Raman völlig ein und schlich fortan ohne jegliches Selbstvertrauen über den Platz. Wird im Sommer verkauft oder verliehen.
Steven Skrzybski - Note: 5,0
Hat auf Schalke kaum Spuren hinterlassen. In seinen wenigen Einsätzen total unauffällig. Muss den Verein nach Auslaufen seines Arbeitspapiers verlassen.
Mehmet Aydin - Note: 3,5
Einer der neuen Hoffnungsträger aus der Knappenschmiede. Im Saison-Endspurt unter Dimitrios Grammozis gesetzt, deutete seine Fähigkeiten dabei hin und wieder an.
Matthew Hoppe - Note: 3,5
Die große Überraschung der abgelaufenen Saison. Hatte in der 2. Mannschaft kaum Spuren hinterlassen, als er zu den Profis befördert wurde. Legte dort im Januar einen ganz starken Zwischenspurt hin, nur um dann in ein ganz tiefes Leistungsloch zu fallen. Am vorletzten Spieltag blitzte sein Potenzial aber nochmal auf. Trotz aller Schwankungen soll Hoppe auf Schalke die Zukunft gehören.
Klaas-Jan Huntelaar - Note: 3,5
Wollte seine Karriere im Sommer ursprünglich bei Ajax beenden, entschied sich Schalke zuliebe aber um. Verpasste die ersten Monate verletzungsbedingt, danach aber gesetzt. Auch im hohen Fußballer-Alter noch ein gefährlicher Stürmer.
Goncalo Paciencia - Note: 5,0
Die kantige SGE-Leihgabe sollte im Sturm für die nötige Durchschlagskraft sorgen. Das gelang Paciencia zu keiner Zeit. Nach dem Abstieg geht's zurück nach Frankfurt.
Ahmed Kutucu - Note: 5,0
Wartet noch immer auf seinen Durchbruch im Profi-Bereich. Sollte nach einer enttäuschenden Hinrunde ab Januar in Almelo Spielpraxis sammeln und danach gestärkt zurückkehren, blieb aber auch in den Niederlanden torlos.