VfL Wolfsburg vs. FC Schalke 04: Noten und Einzelkritik
Dank eines strittigen Foulelfmeters besiegte der VfL Wolfsburg den FC Schalke 04 und zieht damit ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein. Königsblau vergab beste Chancen zum Ausgleich, Wolfsburg bedankte sich bei Keeper Casteels. sport.de bewertet alle Akteure in der Einzelkritik.
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VfL Wolfsburg vs. FC Schalke 04: Noten und Einzelkritik
Dank eines strittigen Foulelfmeters besiegt der VfL Wolfsburg den FC Schalke 04 und zieht damit ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein. Königsblau vergab beste Chancen zum Ausgleich, Wolfsburg bedankte sich anschließend bei Keeper Casteels. Alle Akteure in der Einzelkritik:
VfL Wolfsburg - TOR: Koen Casteels - Note 1,5
Hatte leichte Probleme in der Strafraumbeherrschung, klärte eine Vielzahl an Flanken unzureichend in den Rückraum. Bewahrte den VfL dafür gleich zwei Mal mit überragenden Reflexen gegen Hoppe (44.) und Uth (74.) vor dem Ausgleich. Unter dem Strich also ein Matchwinner.
ABWEHR: Kevin Mbabu - Note 4,0
Gegen den quirligen Harit in der Defensive am stärksten gefordert. Dabei nicht immer sattelfest. Verlor Uth vor dessen Großchance aus den Augen (74.). Dennoch im zweiten Durchgang insgesamt verbessert.
Maxence Lacroix - Note 2,0
Viel am Spielaufbau beteiligt, spiele viele kluge Pässe in die Tiefe. Profitierte in der Defensive enorm von seinem Tempovorteil gegenüber Hoppe. Unter dem Strich einer der besten Wölfe des Abends.
John Anthony Brooks - Note 2,5
Auch Wolfsburgs Abwehrchef lieferte eine solide Vorstellung. In der Schlussphase vermehrt gefordert, in den wichtigen Situationen immer auf der Höhe. Hatte seinen Anteil am vierten Zu-Null-Sieg in Folge.
Paulo Otávio - Note 2,5
Der Brasilianer war enorm auffällig. Schaltete sich munter mit in die Offensive ein und schlug gefährliche Flanken. Mit wenigen Ausnahmen - unter anderem bei Hoppes Großchance (44.) - hielt er seine Seite auch defensiv dicht.
MITTELFELD: Xaver Schlager (bis 86.) - Note 3,0
Kam nur schwer in die Partie und zunächst in vielen Zweikämpfen einen Schritt zu spät. Setzte nach einer halben Stunde einen Abschluss ans Außennetz und holte wenig später den durchaus schmeichelhaften Elfmeter raus (37.).
Joshua Guilavogui (ab 86.) - ohne Bewertung
Verbuchte noch zwei wichtige Ballgewinne in der eigenen Hälfte.
Maximilian Arnold - Note 2,5
Hatte die Partie in der Schaltzentrale zu jedem Zeitpunkt unter Kontrolle. Verteilte die Bälle umsichtig in der Breite und wenn möglich in der Tiefe. Arbeitete auch gegen den Ball engagiert. Wichtiger Faktor für den Einzug ins Viertelfinale.
Ridle Baku (bis 46.) - Note 5,0
Wirkte sehr fahrig, leistete sich einige Fouls und Ballverluste. Setzte insgesamt nur wenig Akzente und hatte nach einer schwachen Halbzeit vorzeitig Feierabend.
Josip Brekalo (ab 46.) - Note 4,0
Zuletzt formschwach und nicht mehr Teil der Stammformation. Prüfte Fährmann kurz nach seiner Einwechslung mit einem satten Abschluss im kurzen Eck (49.). Brachte kurzzeitig neuen Schwung, tauchte dann ab.
Yannick Gerhardt (bis 68.) - Note 4,0
Nur wenig zu sehen vom Wolfsburger Zehner - aber wenn, dann sorgte Gerhardt für ordentliche Tempoverschärfungen. Traf jedoch nicht immer die richtige Entscheidung und kreierte nur wenige Gelegenheiten.
Maximilian Philipp (ab 68.) - ohne Bewertung
Trieb ein paar wenige Konter der Wölfe nach vorne, entschied sich meist für den eigensinnigen Abschluss. Hätte mehr aus den Gelegenheiten machen können.
Renato Steffen (bis 68.) - Note 4,5
Zu Beginn einmal von Gerhardt in Szene gesetzt, platzierte den anschließenden Flachschuss nur knapp neben dem langen Pfosten (12.). Verschluderte eine weitere Chance durch schlechte Ballkontrolle (15.). Blieb unter seinen Möglichkeiten.
Joao Victor (ab 68.) - ohne Bewertung
Produzierte mit seinem ersten Ballkontakt einen gefährlichen, aber letztlich zu zentralen Abschluss. Lauerte bei Kontern in der Schlussphase auf lange Bälle, wurde meist übersehen.
ANGRIFF: Wout Weghorst (bis 86.) - Note 3,5
Befreite sich nur ganz selten aus den Fängen von Thiaw und Nastasic. Verschoss zwar den Elfmeter (40.), drückte aber den Nachschuss zur Führung über die Linie. Trotz seines sehr diskreten Auftritts avancierte der Niederländer damit zum Matchwinner.
Bartosz Bialek (ab 86.) - ohne Bewertung
Seine Einwechslung nahm Zeit von der Uhr, hatte in der Offensive keine Aktion mehr.
FC Schalke 04 - TOR: Ralf Fährmann - Note 2,5
Extrem unglücklicher Abend für Fährmann. Bekam lange keinen Schuss auf den Kasten, ehe er Weghorsts Strafstoß entschärfte (40.) - und beim Nachschuss trotzdem hinter sich greifen musste. Wehrte später die Versuche von Brekalo (49.) und Victor (69.) gut ab.
ABWEHR: Timo Becker - Note 3,0
In der Anfangsphase etwas orientierungslos, auch weil er mit Otávio und Steffen meist gleich zwei Gegenspieler hatte. Fing sich mit zunehmender Spieldauer. Investierte besonders in der Schlussphase viel in die Offensive.
Malick Thiaw - Note 3,0
Ersetzte den zum FC Liverpool abgewanderten Kabak in der Innenverteidigung. Selten im Blickpunkt - ein durchaus gutes Zeugnis für einen Verteidiger. Hielt die Bälle vom eigenen Tor fern und ließ nur ganz wenige Chancen zu.
Matja Nastasic - Note 2,5
Dass Weghorst über weite Strecken nicht ins Spiel eingebunden war, lag zu großen Teilen am umsichtigen Verteidigen von Nastasic. Resolute Zweikampfführung am Boden und in der Luft, gewann einhundert Prozent seiner direkten Duelle.
Sead Kolasinac (bis 62.) - Note 2,5
Nahm Baku aus der Partiel und verdarb dem Wolfsburger den Spaß am Spiel. Setzte auch offensive Akzente, leitete unter anderem Hoppes Hochkaräter ein (44.). Nach etwas mehr als einer Stunde recht überraschend ausgewechselt.
Bastian Oczipka (ab 62.) - Note 4,5
Beackerte die linke Seite, marschierte gefällig mit nach vorne. Letztlich blieben die entscheidenden Impulse aus, Oczipkas Flanken verpufften wirkungslos.
MITTELFELD: Omar Mascarell (bis 62.) - Note 5,0
Dirigierte das defensive Mittelfeld und hielt mit Nebenmann Stambouli das Zentrum dicht. Ließ in der ersten Halbzeit nichts anbrennen, irrte allerdings in der Phase nach der Pause umher. Von Boujellab ersetzt.
Nassim Boujellab (ab 62.) - Note 4,5
Blieb im zentralen Mittelfeld unauffällig, nahm damit die Rolle ein, die ihm Mascarell hinterlassen hatte. Auch der Youngster konnte in der Schlussphase nicht mehr für den Lucky Punch sorgen.
Benjamin Stambouli - Note 4,5
Konzentrierte sich vornehmlich auf defensive Aufgaben und stopfte die Löcher zunächst ordentlich. Im zweiten Abschnitt, als Wolfsburg immer mehr am Tempo drehte, verstärkt auf verlorenem Posten.
William (bis 76.) - Note 4,5
Feierte gegen seinen Ex-Klub sein Startelfdebüt für Königsblau - und erlebte einen Abend zum Vergessen. Machte gegen Otávio kaum einen Stich und verursachte den Elfmeter, der zum 0:1 führte (39.). Einziger Lichtblick: seine Flanke auf Uth, die beinahe zum Ausgleich führte (74.).
Hamza Mendyl (ab 76.) - ohne Bewertung
Sortierte sich auf der linken Seite ein. Verlor die Bälle teils sehr ungeschickt.
Mark Uth - Note 5,0
Flog lange unter dem Radar, nahm nicht am Spiel teil. Mitte der ersten Hälfte erhöhte er den Druck auf den Wolfsburger Spielaufbau - eine Maßnahme, die nicht fruchtete. Hatte die Mega-Möglichkeit zum Ausgleich, traf aus Nahdistanz aber nur Casteels (74.).
Amine Harit - Note 2,5
Vergessen der Knatsch vom Wochenende, gegen Wolfsburg war Harit Ausgangspunkt jeder guten Offensivaktion der Königsblauen. Wirkte sehr spielfreudig, schaltete im Dribbling teilweise mehrere Gegenspieler aus. Einziges Manko: Entwickelte kaum zwingende Torgefahr.
ANGRIFF: Matthew Hoppe - Note 4,5
Vergab Sekunden vor der Pause die riesige Gelegenheit zum Ausgleich, scheiterte aus vier Metern aber fast kläglich an Casteels (44.). Rieb sich bis zum Schluss auf und hatte kurz vor dem Abpfiff noch eine zweite fast hundertprozentige Möglichkeit (85.) - auch die brachte allerdings keinen Ertrag.