Dortmund vs. Bremen: Noten und Einzelkritik
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Dortmund vs. Bremen: Noten und Einzelkritik
Am 6. Spieltag der Fußball-Bundesliga kam Borussia Dortmund nicht über ein 2:2-Unentschieden gegen Werder Bremen hinaus. Trotz spielerischer Überlegenheit schaffte es der BVB nicht, das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Bremen belohnte sich für einen kämpferischen Auftritt mit einem Punkt. Alle Akteure in der Einzelkritik:
Borussia Dortmund | TOR: Roman Bürki - Note 3,0
ABWEHR: Lukasz Piszczek - Note 2,0
Zuletzt drei Mal in Folge (unter anderem verletzungsbedingt) ohne Einsatzzeit, kehrte der Routinier auf seine angestammte Position hinten rechts zurück. Defensiv so gut wie tadellos und offensiv immer mit guten Impulsen. Bereitete Götzes Treffer mit einer perfekten Flanke vor (9.). Blockte im eigenen Strafraum zweimal in allerhöchster Not.
Julian Weigl - Note 4,0
Ersetzte den angeschlagenen Hummels in der Innenverteidigung. Defensiv etwas wackelig, besonders wenn Rashica und Sargent das Tempo anzogen. Sah für eine rüde Grätsche an Rashica die Gelbe Karte (68.). Im Spielaufbau bemüht, Lücken im Zentrum aufzuspielen. Viele seiner Pässe landeten nur bei Nebenmann Akanji und brachten keinen Raumgewinn.
Manuel Akanji - Note 5,0
Auch Akanji fand im Ballbesitz wenige Lösungen. Ging in den direkten Duellen nur halbherzig zu Werke und hatte obendrein Probleme im Stellungsspiel. Legte Sargent den Ball unfreiwillig 16 Meter vor dem eigenen Tor vor und hatte Glück, dass Piszczek noch entscheidend blockte. Insgesamt ein schwacher Auftritt des Schweizers.
Achraf Hakimi - Note 3,0
Ähnlich wie Piszczek war Hakimi viel nach vorne unterwegs. Anders als Piszczek brachte der Marokkaner seine Flanken zu selten an den Mann und arbeitete auch weniger engagiert mit nach hinten. Nach dem Seitenwechsel größtenteils in der gegnerischen Hälfte zu finden. Verbuchte einen satten Abschluss (70.), setzte ansonsten aber wenig Impulse.
MITTELFELD: Axel Witsel - Note 3,5
Dortmunds Herzstück im Mittelfeld verlor den entscheidenden Zweikampf gegen Klaassen vor dem 0:1 (8.). Es blieb Witsels einziger grober Schnitzer, jedoch konnte der Belgier in den entscheidenden Phasen der Partie nicht für die nötige Stabilität im Zentrum sorgen. Konnte die Partie auch im Vorwärtsgang nicht an sich reißen.
Mahmoud Dahoud (bis 67.) - Note 3,0
Motivierter Auftritt von Dahoud, der für Delaney an die Seite von Witsel ins zentralen Mittelfeld rückte. War im Zentrum so gut wie immer anspielbar und verteilte die Bälle auf die Flügel. Hätte kurz vor der Pause das 3:1 erzielen müssen, blieb aber frei vor Pavlenka am Bremer Schlussmann hängen (45.). Machte nach etwas mehr als einer Stunde Platz für Brandt.
Julian Brandt (ab 67.) - 4,5
Brandt bleibt in Dortmund weiterhin noch ohne Glück. Dem Ex-Leverkusener unterliefen eine Vielzahl an leichten Abspielfehlern. Sein einziger Torschuss rauschte am langen Pfosten vorbei (78.).
Jadon Sancho (bis 80.) - Note 3,5
Blieb mit seinen Dribblings in der ersten Halbzeit meist ohne Erfolg. Wirkte dabei zu verspielt und nicht zielstrebig genug. Seinen Fernschuss parierte Pavlenka stark im langen Eck (18.). Auch in der zweiten Halbzeit fand Sancho nicht zu seinem Spiel und war nur an wenigen gefährlichen Aktionen beteiligt. Hatte in der Schlussphase vorzeitig Feierabend.
Raphael Guerreiro (ab 80.) - ohne Bewertung
Guerreiro sollte in den letzten zehn Minuten für den Lucky Punch sorgen, konnte den Siegtreffer aber nicht erzwingen.
Marco Reus - Note 3,0
Der BVB-Kapitän brauchte ein wenig, um in die Partie zu finden, weil ihm Sahin im Mittelfeld zu jedem Zeitpunkt auf den Füßen stand. Entwischte seinen Bewachern einmal und erzielte promt den wichtigen Treffer zum 2:1 (41.). Leitete Dahouds Großchance mit einem klasse Pass ein. Unglücklich aus Dortmunder Sicht: Reus verlor vor dem 2:2 das entscheidende Kopfballduell gegen Sargent.
Thorgan Hazard - Note 3,5
Der belgische Neuzugang fremdelt nach wie vor etwas im BVB-Trikot - auch wenn er Reus' Treffer per Halbfeldflanke vorbereitete (41.). Hazards Aktionen fehlte der letzte Wille, traute sich im und um den Strafraum herum nicht so viel zu.
ANGRIFF: Mario Götze (bis 72.) - Note 2,5
Stand etwas überraschend das erste Mal in dieser Saison in der Startformation. Zahlte das Vertrauen mit einem Kopfballtreffer (9.) zurück. Wuselte viel in der Sturmspitze, hatte aber nach seinem Tor kaum noch gefährliche Aktionen. Kam noch einmal frei zum Kopfball, drückte die Kugel aber direkt in Pavlenkas Hände (64.).
Paco Alcácer (ab 72.) - ohne Bewertung
Nur wenige Sekunden nach seiner Einwechselung verpasste der Spanier eine Hereingabe hauchdünn (73.). Trat nur selten in Erscheinung, hätte aber beinahe in der Nachspielzeit noch die Entscheidung herbeigeführt. Sein Volley ging aber knapp drüber (90.).
Werder Bremen | TOR: Jirí Pavlenka - Note 2,0
Bei beiden Gegentreffern chancenlos, Pavlenka zeigte dennoch eine gute Vorstellung. Entschärfte sowohl Sanchos Schuss aus 20 Metern (18.) als auch Dahouds Großchance (45.). Zudem immer aufmerksam bei allen Flanken, die in seinen Strafraum segelten.
ABWEHR: Michael Lang - Note 4,0
Der Schweizer Außenverteidiger erwischte nicht seinen besten Abend. Lud Götze mit einem hanebüchenen Stellungsfehler zum Ausgleich ein (9.). Wirkte auch danach in der Defensive nicht sattelfest. Profitierte vom mutigeren Bremer Auftritt nach der Pause und mischte immer wieder vorne mit.
Theodor Gebre Selassie - Note 3,5
Weiterhin fehlt die halbe Bremer Abwehr, weiterhin muss Rechtsverteidiger Gebre Selassie deshalb im Zentrum ran. Versuchte seine Abwehr zu dirigieren und Löcher zuzulaufen. Das fiel ihm besonders dann schwer, wenn der BVB sein Direktpassspiel aufzog.
Christian Groß - Note 3,0
Groß, der eigentlich für die zweite Bremer Mannschaft aufläuft, legte einen selbstbewussten Auftritt hin. Hatte er Platz, marschierte der Verteidiger mit dem Ball bis in die gegnerische Hälfte. Zahlte allerdings beim zweiten Gegentreffer Lehrgeld, als er gegen Reus zu spät kam (41.). Zeichnete sich dennoch mit guten Tacklings und Grätschen aus.
Marco Friedl - Note 2,5
Defensiv etwas ungestüm und mit vielen kleinen Fouls. Hatte Hazard und später auch Sancho meist im Griff und verteidigte energischer als Lang auf der anderen Seite. Erzielte nach einer Ecke seinen ersten Saisontreffer - auch weil er sich geschickt im Rücken der BVB-Abwehr davon schlich (55.).
MITTELFELD: Nuri Sahin - Note 3,0
Nach abgesessener Sperre zurück in der Bremer Startelf. Ließ sich im Spielaufbau eine Position nach hinten fallen und bildete mit Gebre Selassie und Groß eine Dreierkette. Der Ex-Dortmunder schaffte es, dass Reus nicht in die Partie fand. Leitete per Ecke den Ausgleich durch Friedl mit ein.
Maximilian Eggestein - Note 3,5
Lief wie gewohnt unglaublich viel und stopfte alle Löcher vor der Abwehr. War sich für keinen Zweikampf zu schade und gewann mehr als die Hälfte seiner direkten Duelle. Konzentrierte sich sehr auf seine Arbeit gegen den Ball und fiel deshalb im Spiel nach vorne etwas ab.
Davy Klaassen - Note 2,0
Führte Bremen in Abwesenheit von Moisander als Kapitän aufs Feld. Dank seiner energischen Zweikampfführung und seinem guten Auge bereitete Klaassen den Bremer Führungstreffer vor. Sorgte im Zentrum für Stabilität und Kompaktheit. Ein guter Auftritt des Niederländers.
Leonardo Bittencourt (bis 82.) - Note 4,5
Zu Beginn auf dem Flügel unterwegs und verwickelte dort die Dortmunder Innenverteidiger in Laufduelle. Öffnete so Räume in der Mitte, seine Pässe in die freien Bereiche kamen aber äußerst selten an. Generell schenkte Bittencourt viele Bälle zu leichtfertig her.
Johannes Eggestein (ab 82.) - ohne Bewertung
Eggestein erhielt wenige Einsatzminuten, in denen er keine wirklichen Aktionen mehr hatte.
ANGRIFF: Milot Rashica (bis 73.) - Note 2,5
Stand nach seinem Muskelfaserriss erstmals seit dem Bundesliga-Saisonauftakt wieder in der Startelf. Untermauerte seine Wichtigkeit für die Bremer Offensive, indem er nach nur acht Minuten per tollem Volley das 1:0 erzielte. Prüfte Bürki mit einem zweiten scharfen Schuss (32.). Noch nicht wieder fit für 90 Minuten hatte Rashica vorzeitig Feierabend.
Benjamin Goller (ab 73.) - ohne Bewertung
Der Youngster knüpfte an seine gute Leistung der letzten Woche an. Wühlte viel in der Gefahrenzone und hätte mit seinem Abschluss aus 16 Metern beinahe das entscheidende Tor erzielt (89.).
Joshua Sargent (bis 87.) - Note 3,0
War in der ersten Halbzeit sehr unauffällig und nahm praktisch gar nicht am Spiel teil. Das änderte sich im zweiten Abschnitt: Bereits vor seinem Assist zum 2:2 trat Sargent in Erscheinung. Zunächst blockte Piszczek seinen Schuss (54.), ehr Bürki seinen Versuch aus 16 Metern parierte (77.).
Claudio Pizarro (ab 87.) - ohne Bewertung
Bremens Oldie half für rund fünf Minuten, das Unentschieden über die Zeit zu retten.