Deutschland vs. Österreich: Die DFB-Elf in der Einzelkritik
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Deutschland vs. Österreich: Die DFB-Elf in der Einzelkritik
Ohne wirklich zu glänzen zieht die deutsche U21-Nationalmannschaft ins EM-Halbfinale ein. Im letzten Gruppenspiel reicht der Mannschaft von Trainer Stefan Kuntz ein 1:1-Unentschieden gegen Österreich. Während die Offensive überraschend blass blieb, überzeugte ein Strippenzieher im Mittelfeld. Alle DFB-Akteure in der Einzelkritik:
TOR: Alexander Nübel - Note 2,5
Licht und Schatten beim Schalker Keeper: Verursachte den Strafstoß, der zum zwischenzeitlichen Ausgleich führte (22.). und spielte obendrein gleich mehrere flache Fehlpässe durch die Mitte. Rettete mit einem Wahnsinns-Reflex gegen den Kopfball von Kalajdzic (34.) und gegen Balics Flachschuss (57.). Glück wiederum, dass der österreichische Stürmer Nübels desorientiertes Herauslaufen nicht nutzte (45.).
ABWEHR: Lukas Klostermann - Note 3,5
Der Rechtsverteidiger suchte zunächst sein Heil in der Vorwärtsbewegung und gab den ersten deutschen Torschuss der Partie ab (9.). Hinten mit kleineren Nachlässigkeiten, besonders wenn der schnelle Ullmann mit aufrückte.
Jonathan Tah - Note 4,0
Der Kapitän dirigierte die Abwehr zunächst gut und sorgte für Stabilität. Leistete sich zunehmend mehr Fouls und sah für ein Einsteigen gegen Schlager die Gelbe Karte (32.). Vertändelte den Ball als letzter Mann und konnte sich bei Nübel bedanken, der den anschließenden Gegenstoß entschärfte (57.). Bereitete immerhin Waldschmidts Führungstreffer mit einem schönen, diagonal öffnenden Pass vor (14.).
Timo Baumgartl - Note 3,0
Der Rechtsfuß stand auf der Position des linken Innenverteidigers vor allem beim teils frühen Anlaufen der Österreicher unter Druck. Löste die Situationen zunächst mit guten Pässen auf Henrichs, später brauchte der VfB-Verteidiger einen Ticken zu lang. Rettete in der zweiten Halbzeit das ein oder andere Mal in brenzligen Situationen im eigenen Strafraum.
Benjamin Henrichs - Note 3,0
Auch Henrichs leistete sich unter Druck den ein oder anderen Fehlpass. Der Linksverteidiger war vor allem im Spiel nach vorne engagierter als Klostermann auf der anderen Seite. Seine teils scharfen Flanken konnten die Kollegen zu selten verwerten. Sah in der Schlussphase noch eine überflüssige Gelbe Karte und fehlt im Halbfinale gesperrt.
MITTELFELD: Maximilian Eggestein (bis 83.) - Note 3,5
Eggestein spielte ein wenig defensiver als bei Werder Bremen in der Bundesliga. Das hatte zur Folge, dass der Mittelfeldspieler weniger von der Partie hatte. Gewohnt zweikampfstark, kamen seine Stärken in der Offensive kaum zum Tragen.
Robin Koch (ab. 83) - ohne Bewertung
Kam in den Schlussminuten für Eggestein und half der zunehmend wackeligen DFB-Defensive, das Unentschieden über die Zeit zu bringen.
Florian Neuhaus (bis 56.) - Note 4,0
Behauptete seinen Startelfplatz aus dem Serbien-Spiel gegenüber Arne Maier. Hatte seine besten Aktionen, wenn er den Ball mit wenigen Kontakten weiterleitete. Dazu kam es jedoch nur selten, weil das deutsche Spiel das Tempo vermissen ließ. Machte nach nicht einmal einer Stunde Platz für Serdar.
Suat Serdar (ab. 56) - Note 3,5
Ersetzte Neuhaus positionsgetreu im halbrechten Mittelfeld. Hatte zwar nicht so viele Ballaktionen, stopfte vor der Abwehr aber die Löcher und sorgte so für ein wenig mehr Sicherheit im Zentrum.
Mahmoud Dahoud - Note 2,0
Der Mittelfeldmotor überzeugte sowohl spielerisch, als auch läuferisch. War immer anspielbar, hatte viele Ballaktionen und war fast überall auf dem Platz zu finden. Entschied viele direkte Duelle für sich und überbrückte dank guter Dribblings das Mittelfeld. Einziges Manko: Dahoud strahlte kaum Torgefahr aus und gab erst in der Nachspielzeit der zweiten Hälfte seinen ersten Torschuss ab.
ANGRIFF: Levin Öztunali - Note 4,5
Dem Mainzer gelang auf dem rechten Flügel wenig bis gar nichts. Fast jeder Ballkontakt mündete in einem Ballverlust, Öztunali wirkte alles andere als handlungsschnell. Verpasste das 2:1, als er eine Flanke freistehend sechs Meter vor dem Tor verfehlte. Auch seine Standards verpufften wirkungslos.
Luca Waldschmidt - Note 3,0
Mit dem Selbstvertrauen aus den ersten beiden Gruppenspielen zimmerte der Freiburger den Ball aus 30 Metern zur Führung in den Winkel (14.). Davor und auch über weite Strecken danach war von Waldschmidt allerdings wenig zu sehen. Probierte es ein zweites Mal aus der Distanz, verzog aber deutlich (56.).
Marco Richter (bis 56.) - Note 4,0
Richter ließ sich zu Beginn des Spiels mehrfach von seinem Augsburger Mannschaftskollegen Kevin Danso abkochen. Setzte sich lediglich einmal richtig durch, und scheiterte mit seinem anschließenden Schuss ins kurze Eck an Schlager (31.). Tauschte nach der Pause die Seiten mit Öztunali, fand aber auch dort nicht in die Partie.
Nadiem Amiri (ab. 56) - Note 3,0
Amiri kam nach rund einer Stunde für Richter. Der eigentliche Zentrumsspieler agierte im rechten Mittelfeld, zog von dort aber häufig in die Mitte. Verstolperte den Abschluss nach einem langen Sprint (66.) und setzte einen gefährlichen Freistoß nur knapp am linken Pfosten vorbei (77.). Seine Einwechslung brachte kurzzeitig neuen Schwung - mehr aber auch nicht.