BVB vs. Schalke: Noten und Einzelkritik zum Revierderby
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BVB vs. Schalke: Noten und Einzelkritik zum Revierderby
Borussia Dortmund verliert ein denkwürdiges Revierderby mit 2:4 gegen Schalke 04 und verspielt so womöglich alle Chancen auf die Meisterschaft. Nach Platzverweisen gegen Marco Reus und Marius Wolf kämpfte sich der BVB in der Schlussphase zwar noch einmal heran, starke Schalker verdienten sich die drei Punkte unter dem Strich dennoch. Alle Akteure in der Einzelkritik:
Borussia Dortmund - TOR: Roman Bürki - Note 3,5
War einmal gegen McKennies Linksschuss gefordert (16.) und konnte bei Caligiuris Elfmeter und Sanés Kopfball nur hinterherschauen. War an Caligiuris Freistoß noch dran, konnte den Einschlag letztlich aber nicht mehr verhindern.
ABWEHR: Marius Wolf - Note 5,0
Spielte trotz lädiertem Knöchel auf der rechten Seite. War defensiv sehr aufmerksam, trieb das statische Spiel aber zu wenig an und schaltete sich selten mit nach vorne ein. Wolf brannte in der zweiten Halbzeit eine Sicherung durch, er sah für eine Grätsche von hinten die Rote Karte (65.).
Julian Weigl - Note 4,5
Blockte einen Embolo-Schuss aus kürzester Distanz mit dem ausgestreckten Arm und verursachte so den Elfmeter, der zum 1:1 führte. Wirkte vor allem in der zweiten Halbzeit alles andere als sattelfest und produzierte mit mehreren schwachen Ballannahmen gute Kontergelegenheiten.
Manuel Akanji - Note 3,5
Präsentierte sich in der Anfangsphase sehr zweikampfstark und fing die wenigen Schalker Angriffe souverän ab. Doch auch Akanji hatte im Spielaufbau nicht die zündende Idee, um Räume freizuspielen.
Abdou Diallo - Note 3,0
Sammelte mit die meisten Ballkontakte im Dortmunder Spiel und war deutlich offensiver als Wolf auf der anderen Seite. Zählbares sprang dabei aber zu selten heraus, Diallo fehlte es an der Präzision beim letzten Pass.
MITTELFELD: Thomas Delaney (bis 56.) - Note 3,0
Der Sechser strahlte beim BVB die meiste Torgefahr aus. Probierte es alleine in der ersten Halbzeit drei Mal, seine Schüsse (11./35.) und sein Kopfball (30.) kamen allerdings nicht aufs Tor. Machte kurz nach dem Seitenwechsel Platz für Alcácer.
Paco Alcácer (ab 56.) - Note 5,0
Der beste Joker der Bundesligasaison kam nicht richtig in die Partie, hatte kaum Ballaktionen und strahlte zu keinem Zeitpunkt Torgefahr aus.
Axel Witsel - Note 3,5
Spielte viele Querpässe, die allerdings wenig Raumgewinn brachten. Verlor zudem das entscheidende Kopfballduell vor dem 1:2 gegen Sané (28.). Der Stratege erzielte zwar noch den Anschlusstreffer zum 2:3 (84.), wirkte an diesem denkwürdigen Nachmittag aber über weite Strecken ratlos.
Jadon Sancho - Note 3,0
Bereitete das 1:0 mit einer gechipten Flanke im Weltklasse-Format vor (14.). Wurde beim anschließenden Jubel von einem Feuerzeug getroffen und war auf dem Platz sichtlich geschockt. Fand erst kurz vor der Pause wieder in die Partie und stellte die gesamte Schalker Hintermannschaft mit seinen wendigen Dribblings vor große Probleme.
Marco Reus - Note 5,5
Wenig zu sehen vom BVB-Kapitän: Kam aus dem Spiel heraus zu keinem Abschluss, auch seine Standards brachten keine Gefahr. Reus' schwache Leistung fand ihren Tiefpunkt in seinem Platzverweis, den er für eine frustrierten Grätsche von hinten in die Beine von Serdar sah (60.).
Raphael Guerreiro (bis 78.) - Note 4,0
Ebenso unauffällig agierte Guerreiro. Der Portugiese vertändelte viele Bälle und hatte auch nach einem Seitentausch mit Sancho wenig von der Partie. Steigerte sich nach der Pause, zog häufiger in die Mitte, um mit seinem stärkeren linken Fuß zum Abschluss zu kommen (54.).
Christian Pulisic (ab 78.) - ohne Bewertung
Pulisic konnte offensiv nicht mehr für die Wende sorgen und musste mit ansehen, wie der BVB womöglich die Meisterschaft verspielte.
ANGRIFF: Mario Götze (bis 83.) - Note 3,0
Gegen die Schalker Abwehrkanten mit einem schweren Stand. Hielt dennoch viele Bälle mit dem Rücken zum Tor und leitete mit Übersicht auf seine Kollegen weiter. Erzielte zudem das 1:0 per schönem Kopfball. Rieb sich auf, arbeitete sehr mannschaftsdienlich. An diesem schwarzen BVB-Nachmittag noch einer der besten Dortmunder.
Jacob Bruun Larsen (ab 83.) - ohne Bewertung
Bereitete wenige Sekunden nach seiner Einwechselung das 2:3 durch Witsel vor (84.) und sorgte kurzfristig für Hoffnung auf Seiten der Schwarz-Gelben.
FC Schalke 04 - TOR: Alexander Nübel - Note 3,0
Trotz Dortmunder Überlegenheit musste der Schlussmann in der ersten Halbzeit kaum eingreifen. Bei Götzes Führungstreffer ohne Chance, die folgenden Abschlüsse der Dortmunder kamen nicht platziert genug. Hatte Glück, als er unter einer Freistoßflanke durchtauchte und Delaney die Unsicherheit nicht nutzen konnte.
ABWEHR: Daniel Caligiuri (bis 67.) - Note 1,0
Dortmund ist Caligiuris Lieblingsgegner! Allein in den letzten vier Derbys war der Rechtsverteidiger an sieben Toren beteiligt. Dieses Mal erzielte er den wichtigen Ausgleich per Elfmeter (18.), bereitete Sanés Treffer mit einer punktgenauen Ecke vor (28.) und besiegelte die BVB-Niederlage mit einem traumhaften Freistoß aus 25 Metern.
Sebastian Rudy (ab 67.) - ohne Bewertung
Ersetzte Matchwinner Caligiuri und sortierte sich im Mittelfeld ein. Hatte gegen resignierte Dortmunder einen entspannten Arbeitstag, ließ den Ball gut in den eigenen Reihen zirkulieren.
Salif Sané - Note 1,5
Räumte hinten ab und traf vorne selbst - so wird man zum Derbyheld. Hatte in der Gefahrenzone die absolute Lufthoheit und köpfte fast alle Flanken aus dem Strafraum. Ließ quasi nichts anbrennen und war ein ganz entscheidender Faktor für den Schalker Triumph.
Benjamin Stambouli - Note 2,0
Agierte im Zentrum der königsblauen Dreierkette, die er souverän dirigierte. Überzeugte vor allem mit einer Passquote von fast hundert Prozent. Rückte nach Caligiuris Auswechslung auf die rechte Seite und hatte auch dort alles im Griff. Gutes Spiel des Franzosen!
Matja Nastasic - Note 3,0
Nastasic war in der Anfangsphase der einzige Defensivspieler, der nicht ganz sattelfest wirkte. Unterstützte Ozcipka in dessen Duellen gegen Sancho nicht immer richtig. Steigerte sich im Laufe der Partie und blockte zwei Guerreiro-Schüsse kurz vor der Strafraumkante.
Bastian Oczipka - Note 2,0
Ackerte unheimlich viel auf der linken Seite und stoppte mehrere Dortmunder Angriffswellen mit fairen Tacklings und Grätschen. Suchte erst in der zweiten Halbzeit den Weg nach vorne. Krönte seinen starken Auftritt mit der Vorlage zum 4:2 (86.).
MITTELFELD: Omar Mascarell - Note 2,5
Der Staubsauger hielt den Raum vor der Abwehr frei und eroberte einige wichtige Bälle. Unheimlich lauf- und zweikampfstark und überall auf dem Platz zu finden.
Weston McKennie (bis 77.) - Note 3,0
Der US-Amerikaner rannte viel und schob sich im Spiel gegen den Ball immer wieder als dritte Spitze nach vorne. Prüfte Bürki mit einem Volley-Schuss aus 16 Metern (16.). Auch defensiv sehr engagiert, unterstützte Mascarell nach Kräften.
Jeffery Bruma (ab 77.) - ohne Bewertung
Sortierte sich in die Abwehrreihe mit ein. Konnte Witsels Treffer auf der Linie stehend nicht mehr verhindern, brachte den Sieg dennoch über die Zeit.
Suat Serdar - Note 2,0
In den ersten Minuten der Partie defensiv gefordert. Starkes Zweikampfverhalten gegen Sancho, Serdar war einer der wenigen, die den jungen Engländer bremsen konnten. Auch danach mit einer starken Vorstellung. Leitete den letzten Treffer mit einem feinen Dribbling gegen drei Gegenspieler ein.
ANGRIFF: Guido Burgstaller - Note 4,0
Probierte viel, rannte, arbeitete, aber zu selten mit Ertrag. Burgstaller beschäftigte zwar die BVB-Defensive, strahlte allerdings nur wenig Torgefahr aus. Sein einziger Torschuss ging weit drüber (79.).
Breel Embolo (bis 87.) - Note 2,5
Embolo holte den Handelfmeter gegen Weigl heraus (17.) und stellte den Dortmunder Innenverteidiger mit seinem Tempo auch in der Folge vor Probleme. Wie Nebenmann Burgstaller mit wenigen Abschlüssen. Traf wenige Minuten vor Schluss dann zum 4:2 und entschied die Partie somit endgültig.
Rabbi Matondo (ab 87.) - ohne Bewertung
Sammelte in seinem vierten Bundesliga-Einsatz die ersten Derby-Minuten.