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Fußball
(M)

Warum Nagelsmann die Weltrangliste im Blick hat

03.06.2025 19:50 | 3:05m
Im Exklusiv-Interview verrät Bundestrainer Julian Nagelsmann, warum ein Gewinn der Nations League und damit eine bessere Platzierung in der Weltrangliste für die DFB-Elf so wichtig wäre.
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25 Jahre lang hat Deutschland nicht gegen Portugal verloren, große Siege gefeiert. Und trotzdem haben Sie in der Pressekonferenz gesagt, Sie werden es den Spielern nicht aufs Brot schmieren. Warum ist diese portugiesische Mannschaft so viel gefährlicher als möglicherweise in der Vergangenheit?
Ja, ich sage sie nicht, weil es uns nichts bringt für morgen Abend. Ich glaube eher, dass es mehr Druck erhöht, dass man nicht die Mannschaft sein will, die gegen Portugal nicht gewinnt. Von dem her brauche ich es nicht sagen. Ich glaube, die Spieler lesen ja auch die Statistik mit. Aber sie bringt uns im Prinzip nichts für morgen Abend. Die Mannschaft ist gut gespickt, voller gute Einzelspieler, viel Tempo, viel Zocker im Mittelfeld, haben viel Ballbesitz, Staffetten und gehen dann ins Tempo. Das macht es sehr schwer, weil du das Gefühl hast, du kommst am Ball, sind aber trotzdem sehr ballsicher. Wenn du dann einmal die Lücke nicht schließt, wenn einer raus verteidigt, dann stoßen sie rein in diese Schnittstellen. Es waren sehr gut und haben natürlich auch eine gute Physis, viel Speed über die beiden Außenbahnen. Vier Spieler außen, die an die 36 laufen, das macht schon komplex. Aber wir sind auch eine gute Mannschaft. Und ich glaube schon, wenn wir ein bisschen mehr Ballbesitz kriegen als die Portugiesen, dann erhöhen wir auf jeden Fall extrem die Chancen, ein Spiel gewinnen zu können.
Ein Titel, auch wenn es nur in Anführungsstrichen kleiner Titel wäre, wäre einfach wahnsinnig gut fürs Selbstverständnis, für das Selbstvertrauen. Und das merkt man der Mannschaft auch an, dass sie diesen Titel gewinnen will. Und der wäre auch immens wichtig. Nicht nur, weil es ein Fingerzeig für nächstes Jahr ist, sondern weil es auch für die Weltrangliste wichtig wäre. Denn das kann am Ende noch eine Rolle spielen. Spielt das Überlegungen bei Ihnen auch eine Rolle im Kopf? Tatsächlich?
Ja. Es heißt ja nicht, wenn man jetzt Elfter in der Weltrangliste, dass man die WM nicht gewinnen kann. Aber es geht um Wahrscheinlichkeiten, geht um ja vielleicht auch Mexiko ausschließen, weil es einfach geografische Voraussetzungen sind, die für eine europäische Mannschaft schwierig zu spielen sind. Für Deutsche vielleicht noch einen Tick schwerer für wie für Spanien oder Portugal oder Italien. Aufgrund der Hitze. Aber es spielt auch eine Höhe, die Höhe der Rolle und auch in den anderen Gruppen. Klar, in der Gruppenkopf bist, ist schon mal ein Topteam weg. Demnach ist es wichtig, die beiden Spiele zu gewinnen. Wer natürlich mehr Chancen, Punkte zu holen für die Weltrangliste, haben aber auch größere Risiken. Welche zu verlieren, weil wir stärkere Gegner haben als die Italiener jetzt in der Quali. Aber klar, der Titel ist auch für uns. Jedes einzelne Spiel zu gewinnen ist wichtig, aber einfach Selbstverständnis zu kriegen, weiter zu kriegen und auch in der Lage zu sein, Titel zu gewinnen, auch wenn es ein kleiner ist. Aber die Spanier haben es getan. Letztendlich gewonnen. Dann Europameister. Das kann ja ein gutes Vorbild sein, was das angeht.
Letzte Frage Jo, Kimmich macht morgen sein hundertstes Länderspiel. Damit ist er im erlauchten Kreis der Hunderter. Das können nicht viele von sich behaupten. Cristiano Ronaldo macht sein 220… Der ist fast drei Jahre älter als sie. Wenn man das so überlegt. Das ist dann schon auch ein Vorbild. Nicht nur, was Fitness angeht, sondern auch Einstellung überhaupt.
Ja, ich glaube, er hat Joshua gesagt. Klar, seine Zahl ist für uns bedeutend. Wir freuen uns extrem, dass er das hundertste Länderspiel macht. Ist schon ein großer Tag für ihn. Ich weiß, wie ehrgeizig er da ist, dass er immer auf dem Platz steht. Und bei Cristiano? Klar in dem Alter noch so fit zu sein. So viele Spieler erlebt. Auch alle, die du fragst, die mit ihm zusammen gespielt haben, wie viel er trainiert und wie viel er schläft. Auch für diesen, für seinen Körper alles zu tun, ist schon außergewöhnlich. Und das wird dann belohnt, den du mit 40 immer noch außerordentlich gut Fußball spielen kannst.
Danke. Herzlichen Dank.