Das Rennen in Miami hat gezeigt: Die Formel 1 steht vor einer neuen Ära. Die Zeit der Altmeister Lewis Hamilton und Fernando Alonso läuft ab, die von Kimi Antonelli und Oscar Piastri beginnt, wie RTL-Reporter und F1-Insider Felix Görner in seiner sport.de-Kolumne schreibt.
Ein neuer Stern ist aufgegangen und Toto Wolff hat ihn in die Umlaufbahn befördert: Kimi Antonelli.
Er hat noch einen Welpen-Bonus und macht noch kleine Fehler. Aber er hat die Pace, den Speed, ganz vorne mit dabei zu sein. Das ist ein Gold-Händchen von Toto Wolff gewesen. Man sieht, dass die Entscheidung, Hamilton auszutauschen, völlig richtig war. Mercedes wird mit Antonelli noch sehr, sehr viel Freude haben. Das sieht man, weil er aus seinen Fehlern lernt und eine Abgebrühtheit hat. Nomen est omen: Es ist ein typischer Kimi.
Hamilton muss es wie Schumacher machen
Dagegen verglüht ein alter Stern: Lewis Hamilton. Es verdichtet sich immer mehr. Der siebenmalige Weltmeister kommt nicht zurecht, hadert mit sich, hadert mit dem Team und hat es auch unterschätzt, was es heißt, in ein Leclerc-Team reinzukommen.
Es ist die alte Erfahrung von Michael Schumacher: Wenn man zu Ferrari kommt, muss man ein System aufbauen, um Erfolg zu haben. Man muss eigene Leute dort haben. Es reicht nicht, nur einen guten Renningenieur zu haben, sondern er braucht Leute um sich herum, die um ihn ein Hamilton-Team aufbauen. Das ist es nicht. Es ist ein Leclerc-Team. Dazu kommen seine Probleme mit dem Auto. Das wird noch ein ganz, ganz zähe Saison für Lewis Hamilton.
Man hat auch an diesem Wochenende gesehen, dass es Chaos-Tage bei Ferrari sind. Der sinnlose Unfall von Leclerc, das Gezeter am Team-Radio beim Rennen ... daran merkt man: Es wird bei Ferrari auch schlecht gemanagt. Man wartet zu lange mit Entscheidungen und vergibt dadurch Chancen.
Frederic Vasseur gerät immer mehr unter Druck. Auch mit Blick auf 2026, einen deutlichen Schritt nach vorne leisten zu müssen. Ansonsten ist sein eigener Job in Gefahr. Im Moment sind es Chaos-Tage in Maranello.
Alonsos Zeit in der Formel 1 läuft langsam ab
Ein Altmeister fährt langsam auch aufs Altenteil. Das ist Alonso. Man merkt: Die Fehler in seinem Alter nehmen zu. Die Anzeichen verdichten sich, dass bald ein Ende von Alonso in der Formel 1 absehbar ist. Weil er selbst merkt, dass die Fehlerhäufigkeit zu groß ist.
Mit jetzt 43 Jahren wäre es irgendwann auch keine Welt-Sensation mehr, wenn Alonso aufhört - obwohl man glaubt, er würde ewig in der Formel 1 fahren.

Brutaler Piastri auf dem Weg zum Formel-1-Titel
Oscar Piastri ist auf dem Weg zur Weltmeisterschaft. Er zeigt, wie man Max Verstappen überholt und dass man ihn überholen kann, ohne mit ihm zu kollidieren. Das ist die größte Leistung. Norris bekommt es glasklar gezeigt: So muss man es machen! Nur Norris kriegt es so einfach nicht hin.
Das Timing, das Durchsetzungsvermögen, dann allerdings auch die Brutalität, durchzuziehen gegen Verstappen: Das war ein Paradebeispiel, wer es kann und wer es nicht kann.


