Die Ferrari-Piloten Lewis Hamilton und Charles Leclerc wurden nach dem Großen Preis von China aufgrund von Verstößen an ihren Autos gegen das technische Reglement disqualifiziert. Der frühere Formel-1-Pilot Ralf Schumacher glaubt, dass der bittere Schock bei der Scuderia nicht folgenlos bleiben wird.
"Da wird jetzt kein Stein auf dem anderen bleiben. Das wird intern wahrscheinlich sogar kleinere oder größere Konsequenzen haben", sagte der "Sky"-Experte. "Weil eins ist natürlich klar: Jetzt hatte man den Speed, Samstag war so gut, Sonntag eher langsam - und jetzt auch noch disqualifiziert. Das mit dem erklärten Ziel, um die WM zu fahren. Das geht natürlich gar nicht."
Leclercs Auto war beim Wiegen nach dem Rennen als zu leicht befunden worden. Bei Hamiltons Boliden gab es Probleme mit der Dicke der Unterboden-Schutzplatten.
Laut Ferraris Ingenieuren war Leclercs Auto wegen der Umstellung von einer Zwei- auf eine Einstopp-Strategie untergewichtig. Die Reifen seien nach der Zieldurchfahrt aufgrund des hohen Verschleißes leichter gewesen als angenommen.
Hinzu kam eine bei Rennbeginn weggebrochene Frontflügel-Endplatte. "Allerdings ist es nicht so, dass das zwei Kilo sein sollten. Die sollte man als Sicherheit schon einrechnen", betonte Schumacher.
Formel 1: Ralf Schumacher wirft Ferrari "Unfähigkeit" vor
Der 49-Jährige, der zwischen 1997 und 2007 selbst in 180 Formel-1-Rennen an den Start ging, rechnete vor: "Leclerc ist jetzt das ganze Rennen mit rund zwei Kilo weniger, vielleicht sogar 2,5 weniger, gefahren. Wenn man davon ausgeht, dass zehn Kilo schon drei Zehntel bedeuten können, muss man einfach sagen: 'Okay, so und so groß ist der Vorteil über das ganze Rennen gesehen auf jede Runde.' Und das addiert sich natürlich."
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Schumacher kritisierte Ferraris "Unfähigkeit", die Versäumnisse des Teams seien bei Hamilton "fast noch schlimmer" gewesen. "Nach dem Sprint kann man davon ausgehen, dass der Ingenieur wissen sollte, was er tut. Man sieht ja den Verschleiß des Unterbodens. Das darf gar nicht passieren."
Neben Hamilton und Leclerc wurde auch Pierre Gaslys Rennergebnis annulliert. Der Alpine des 29 Jahre alten Franzosen war ebenfalls zu leicht. Schumacher lobte die konsequente Entscheidung der Formel-1-Regelhüter in allen drei Fällen "sehr gut und auch richtig so".




