Der Beginn der neuen Traumehe zwischen Ferrari und Rekordweltmeister Lewis Hamilton ähnelte vergangene Woche in Australien eher einem Stotterstart. Nicht nur im sportlichen, sondern vor allem auch im kommunikativen Bereich gibt es noch einigen Nachholbedarf. Das zumindest betonte Ex-Formel-1-Fahrer Ralf Schumacher, der den Briten in deutlichen Worten kritisierte.
Lewis Hamilton hatte sich am ersten Renn-Wochenende in Melbourne gleich mehrfach recht unsouverän am Funk mit seinem neuen Renningenieur Riccardo Adami gezeigt. So würgte er ihn in gleich mehreren Situationen ziemlich unsanft ab und erbat sich weniger Informationen aus der Box.
Für Ralf Schumachers Geschmack hatte der siebenmalige Champions damit übertrieben: "Ein Formel-1-Fahrer, der Weltmeister war, Weltmeister werden will und so viel Erfahrung hat, sollte zu jeder Zeit ansprechbar sein und versuchen, seine Situation zu verbessern", kritisierte der heutige TV-Experte bei "Sky".
"Es zeigt sich ein weiteres Mal, dass er wirklich kämpft", urteilt Schumacher über den ersten Grand Prix Hamiltons für die Scuderia Ferrari, den er auf dem dürftigen zehnten Platz und hinter Teamkollege Charlec Leclerc (wurde Achter) abgeschlossen hatte.
"Ich glaube, er versteht selbst nicht, warum er jetzt nicht mehr den Unterschied macht, warum er nicht deutlich schneller ist als sein Teamkollege", so Schumacher weiter. "Er ärgert sich über sich selbst, hat gekämpft, auf der Strecke zu bleiben und hatte einfach nicht genug Platz, da noch mit dem Ingenieur zu reden."
Schumacher: "Ein siebenfacher Weltmeister sollte mehr Potenzial haben"
Die Reaktionen des Routiniers am Funk seien für Schumacher nicht nur "unhöflich", sondern auch "kein gutes Zeichen". Schließlicht zeigte Hamilton damit, dass von der erhofften Leichtigkeit im neuen Ferrari derzeit noch nicht zu sehen sei.
Dass der 40-Jährige schlichtweg keine Zeit und keinen Raum für Kommunikation am Funk gehabt habe, glaubt Ralf Schumacher derweil ohnehin nicht: "Also ich kann mich daran erinnern, ich konnte es immer, mein Bruder hat es auch zu jeder Zeit gemacht, Max Verstappen kann es auch zu jeder Zeit, selbst Lando Norris macht es zu jeder Zeit. Also ein siebenfacher Weltmeister sollte da mehr Potenzial haben."



