Die Philadelphia Eagles haben sich im Divisional Game der NFL Playoffs im heftigen Schneegestöber mit 28:22 gegen die Los Angeles Rams durchgesetzt und erstmals seit 2022 wieder das NFC Championship Game erreicht. Saquon Barkley sorgte dabei erneut für eine historische Vorstellung.
Rams @ Eagles: Auf einen Blick
- Die Philadelphia Eagles trotzten dem heftigen Schneefall vor heimischer Kulisse und durften sich mal wieder auf Saquon Barkley verlassen, der eine historisch gute Leistung ablieferte.
- Defensiv hatten die Rams nicht genügend Antworten auf Jalen Carter, der am Ende den Unterschied ausmachte.
- Dank zweier vergebener Extrapunkte von Kicker Jake Elliott war die Tür für ein spätes Comeback der Rams bis kurz vor Schluss weit offen.
Rams @ Eagles: Die Analyse
Die Eagles begannen das Spiel mit Schwung. Nach ein paar Pässen lief Jalen Hurts zu einem 44-Yard-Touchdown bei einem Counter und brachte die Hausherren 6:0 in Führung, da Jake Elliott anschließend den Extrapunkt vergab. Im Gegenzug schlugen die Rams furios zurück und Matthew Stafford fand schließlich Tyler Higbee für einen kurzen Touchdown-Pass in der Endzone.
In der Folge verloren die Eagles Cornerback Quinyon Mitchell mit einer Schulterverletzung und die Defenses übernahmen zunächst das Kommando. 3rd-Down-Sacks auf beiden Seiten von Braden Fiske und Jalen Carter sorgten für Punts, ehe Saquon Barkley erstmals in Erscheinung trat. Dank starkem Blocking der Offensive Line und von Wide Receiver A.J. Brown war der Running Back auf und davon für einen 62-Yard-Touchdown-Run. Die Rams reagierten mit einem Shot-Play von Stafford auf Demarcus Robinson und erreichten die Red Zone. Stafford hatte jedoch Glück, dass Robinson Mitchells Ersatzmann Isaiah Rodgers den Ball für eine wahrscheinliche Interception entriss. Anschließend verkürzte Kicker Joshua Karty mit einem Field Goal auf 10:13.
In der Folge war es dann Rookie Jared Verse, der einen weiteren Field-Goal-Versuch der Hausherren kurz vor der Pause mit einem Sack bei 3rd Down verhinderte. Im Gegenzug erzwangen auch die Eagles noch einen Punt, da Josh Sweat Kyren Williams tief im Backfield stoppte. Die letzte Chance auf Punkte in der ersten Hälfte ließen die Eagles dann nochmals durch einen Fumble von Hurts und einen Sack beim Hail-Mary-Versuch verstreichen.
Nach der Pause glichen die Gäste dann per 34-Yard-Field-Goal von Karty aus, nachdem auch die Rams nun bei immer stärker werdendem Schneefall erst einen Fumble verkrafteten und Stafford dann einen Sack bei 3rd Down von Jalyx Hunt kassierte. Die Eagles bewegten daraufhin den Ball bis in die Red Zone, doch eine Strafe für ineligible Receiver downfield negierte eine längere Completion zu Dallas Goedert, weil Hurts den Ball zu lange bei einer Run Pass Option gehalten hatte. In der Folge verletzte sich Hurts dann bei einem Tackle am Knie und musste behandelt werden. Die Eagles begnügten sich mit einem weiteren Field Goal und führten mit 16:13.
Barkley und Carter schlagen die Tür spät zu
Nach einem Punt starteten die Eagles dann mit Hurts zurück tief in der eigenen Hälfte und kassierten fast umgehend einen Safety, weil Hurts den Ball zulange hielt und sich offenkundig nicht richtig bewegen konnte. 15:16 aus Sicht der Gäste. Allerdings war das schon das vermeintliche Ende der Aufholjagd, denn in der Folge fielen die Rams sukzessive auseinander.
Erst verlor Williams einen Fumble nach Punchout von Carter, den Rodgers eroberte. Anschließend trat Elliott ein 23-Yard-Field-Goal und in ihrer nächsten Possession machte Barkley den Deckel fast schon drauf mit einem 78-Yard-Touchdown-Run zur Vorentscheidung. Ganz vorbei war es dann aber auch noch nicht, denn Elliott vergab noch einen PAT, sodass die Rams dank eines Touchdowns von Colby Parkinson nochmal gefährlich nah herankamen (22:28) mit 2:48 Minuten zu spielen und noch allen drei Timeouts.
Sie brauchten in der Folge alle drei Timeouts auf, bekamen aber den Ball noch vor der Two-Minute Warning zurück, weil Hurts nach einem fragwürdigen Bootleg bei 2nd Down einen weiteren Sack einsteckte und damit die Chancen auf ein finales 1st Down im Grunde schon herschenkte. Die Rams marschierten dann nochmal bis in die Red Zone nach ein paar starken Catches von Puka Nacua, doch letztlich war es Carter, der sie wieder zurückdrängte mit einem Sack. Der letzte Pass von Stafford segelte ins Aus und die Eagles durften jubeln.
Sie stehen damit erstmals seit 2022 wieder im NFC Championship Game und empfangen am nächsten Sonntag die Washington Commanders.
Los Angeles Rams (10-7) @ Philadelphia Eagles (14-3)
Ergebnis: 22:28 (7:13, 3:0, 5:3, 7:12) BOXSCORE
Rams @ Eagles: Die wichtigsten Statistiken
- Bei seinem 44-Yard-Touchdown-Run erreichte Hurts eine Höchstgeschwindigkeit von 19,29 Meilen pro Stunde. Es war sein zehntes Play als Ballträger mit mehr als 19 Meilen pro Stunde in dieser Saison - die drittmeisten unter Quarterbacks nach Jayden Daniels (22) und Kyler Murray (13). Dabei sammelte er +38 Rushing Yards over Expected bei einer Touchdown-Wahrscheinlichkeit von 0,2 Prozent laut "Next Gen Stats".
- Kein Spieler brachte es in dieser Saison auf mehr Rushing Touchdowns, die mindestens über 60 Yards gingen als Barkley. Er hat nun 5 auf dem Konto, vier davon erzielte er gegen die Rams.
- Barkleys 205 Yards waren die fünftmeisten Rushing Yards, die jemals jemand in den Playoffs erlaufen hat.
Der Star des Spiels: Jalen Carter (Defensive Tackle, Eagles)
Saquon Barkley lief zwar für 205 Yards (2 TD) und überragte offensiv, doch als es wirklich zählte und richtig brenzlig wurde, war keiner so wichtig wie Jalen Carter, der den Sack zum 4th Down im letzten Drive der Rams servierte und auch danach nochmal Druck machte beim 4th Down. Generell war er absolut dominant an der Front mit 5 Pressures und 2 Sacks sowie dem erzwungenen Fumble gegen Williams, wenn er mal nicht im Double-Team aufgenommen wurde und so Lücken für andere riss.
Der Flop des Spiels: Kevin Dotson (Guard, Rams)
Die Offensive Line war Carter und Co. ultimativ nicht gewachsen. Dotson ließ einen Sack und die meisten Pressures (4) zu, hatte zudem noch einen False Start kurz vor Spielende, der die Rams auf ihrer Aufholjagd zurückwarf. Er und seine Nebenleute waren letztlich der negative Unterschied im Spiel.
Analyse: Rams @ Eagles - das fiel taktisch auf
- Die Eagles spielten meist Zone Coverage und verzichteten weitestgehend auf Blitzes, verließen sich also darauf, das ihre vier Mann an der Front für den Pass Rush sorgten. In der Red Zone nahe der Goal Line jedoch switchten sie häufiger auf Man um. So kassierten sie auch den Touchdown von Higbee mit Gardner-Johnson in Coverage.
- Die Rams setzten im Vergleich dazu häufiger auf Blitzes und das hauptsächlich bei 3rd&Long. Zum Teil fanden die Eagles dagegen Wege, etwa mit dem Run Game oder mit Screens. Doch in der Regel tat es seinen Zweck und brachte Hurts aus dem Rhythmus.
- Die Rams setzten wie üblich hauptsächlich auf Condensed Formations in 11-Personnel. Aber tief in der Red Zone und in Short-Yardage-Situationen brachten sie bis zu drei Tight Ends in die Formation, um dem Run Game zu helfen.
- Nach Ausscheiden von Rookie-Cornerback Quinyon Mitchell übernahm für ihn Isaiah Rodgers, der dann zu einem beliebten Ziel für Stafford wurde. Er wurde scheinbar gezielt herausgefordert, während man Darius Slay auf der anderen Seite eher vorsichtig begegnete.
- Die Rams setzten sehr häufig Double-Teams auf Carter an. Wenn er dann doch mal alleine von jemandem geblockt wurde, bestrafte er das immer wieder konsequent mit Pressure.







