Dank eines Last-Second-Field-Goals von Zane Gonzalez haben die Washington Commanders ihr Wild Card Game bei den Tampa Bay Buccaneers 23:20 gewonnen. Die Hausherren leisteten sich dabei zwei folgenschwere Fehler in der Schlussphase.
Commanders @ Buccaneers: Auf einen Blick
- Rookie-Quarterback Jayden Daniels hat es schon wieder getan. Er legte bereits den fünften Game-Winning Drive in dieser Saison hin und gewann damit sein Playoff-Debüt.
- Die Buccaneers verloren dieses Spiel im Grunde durch zwei schwerwiegende Fehler beim oder kurz nach dem Snap im vierten Viertel.
- Kicker Zane Gonzalez sorgte für das Field Goal zum Sieg in seinem Playoff-Debüt.
Commanders @ Buccaneers: Die Analyse
Die Buccaneers eröffneten das Spiel mit einem vielversprechenden Drive, doch begnügten sie sich letztlich nach einem missglückten Deep Shot von Baker Mayfield auf Jalen McMillan mit einem 50-Yard-Field-Goal von Chase McLaughlin. Die Gäste marschierten daraufhin bis an die 20-Yard-Linie, wurden jedoch bei einem vierten Versuch gestoppt.
Ihre folgende Angriffsserie jedoch verlief erfolgreicher: Nach 17 Spielzügen und ein paar Penalties gegen die Defense fand Jayden Daniels schließlich Dyami Brown für einen 10-Yard-Touchdown-Pass. Und wenig später erhöhte Kicker Zane Gonzalez sogar auf 10:3 mit einem 52-Yard-Field-Goal. Die Offense der Bucs hingegen machte bis kurz vor Ende der ersten Hälfte keine gute Figur.
Das änderte sich erst, als Mayfield mit 1:18 Minuten vor der Pause bei 3rd&9 zum Scramble ansetzte, für 18 Yards lief und am Ende sogar Linebacker Bobby Wagner über den Haufen lief. Angespornt davon marschierten die Hausherren nochmal übers Feld und nach einer Pass Interference von Cornerback Marshon Lattimore gegen Mike Evans in der Endzone fand Mayfield schließlich Evans in der Endzone zum 10:10-Ausgleich vor der Pause.
Die Gäste bekamen nach dem Break zuerst den Ball und marschierten bis zur 4-Yard-Linie, begnügten sich dann aber mit einem kurzen Field Goal aus 22 Yards. Die Bucs antworteten darauf mit einem langen Drive ihrerseits. Nach Chunk-Plays von Evans und Bucky Irving fand Mayfield schließlich Irving für einen 4-Yard-Touchdown-Pass zur 17:13-Führung Ende des dritten Viertels.
Buccaneers verlieren Spiel aufgrund eigener Fehler
Washington erreichte danach erneut die Red Zone, wurde jedoch bei einem vierten Versuch an der 3 gestoppt. Die Bucs waren dann drauf und dran, einen weiteren langen Drive zu starten, doch nach einem schnellen 1st Down von Evans verlor Mayfield bei einem versuchten Jet Sweep von Jalen McMillan einen Fumble, den Wagner eroberte. Wenig später verwertete dann Daniels einen weiteren vierten Versuch für einen Touchdown-Pass auf Terry McLaurin zur 20:17-Führung Mitte des Schlussviertels.
Den Bucs gelang zwar daraufhin postwendend der Ausgleich, doch wäre bei 3rd&Inches an der 12 deutlich mehr drin gewesen, wenn der Snap von Center Graham Barton nicht offenbar zu früh gekommen wäre, was das komplette Timing der Offense zerstörte und zu einem Raumverlust von Irving im Backfield führte.
Im Gegenzug spielten die Commanders die Uhr herunter, gelangten in Field-Goal-Reichweite und Gonzalez jagte den Ball zwar an den rechten Upright, doch das Leder ging dennoch durch für den Sieg der Commanders.
Damit steht schon jetzt fest, dass Washington in der kommenden Woche zu den Detroit Lions reisen wird.
Washington Commanders (12-5) @ Tampa Bay Buccaneers (10-7)
Ergebnis: 23:20 (0:3, 10:7, 3:7, 10:3) BOXSCORE
Commanders @ Buccaneers: Die wichtigsten Statistiken
- Die Commanders sind das zwölfte Team überhaupt, das mindestens 18 Punkte in 18 Spielen in Serie in einer Saison erzielt hat. Sie sind jedoch das erste, dem dies mit einem Rookie-Quarterback gelang.
- Irving brachte es auf 83 Scrimmage Yards, was einen Rekord für einen Rookie in seinem Playoff-Debüt in der Franchise-Geschichte der Bucs bedeutete. Er überholte damit Warrick Dunn, der es einst auf 72 Scrimmage Yards bei seinem Playoff-Debüt brachte.
- Dies war der erste Auswärtserfolg an diesem Wild Card Weekend.
Der Star des Spiels: Jayden Daniels (Quarterback, Commanders)
Daniels machte am Ende den Unterschied. Er fand immer einen Ausweg, wenn es zählte und lief ganz zum Schluss zum entscheidenden 1st Down des Spiels. Es war kein perfektes Spiel von ihm, aber ein sehr gutes. Er führte sein Team nicht nur zu zwei Touchdowns, sondern führte die Commanders auch in Rushing Yards an.
Der Flop des Spiels: Todd Bowles (Head Coach, Buccaneers)
Am Ende gehen solche Konzentrationsfehler wie Mayfields Fumble und der zu frühe Snap von Barton später immer auf den Head Coach. Ebenfalls muss man ihm ankreiden, einmal mehr bei vierten Versuchen wie ein Angsthase agiert zu haben und fast schon automatisch lieber Field Goals kicken ließ, anstatt die Versuche zu Beginn und am Ende auszuspielen. Das wurde am Ende in der Summe teuer, zumal Dan Quinn auf der anderen Seite fünf solcher Versuche (3/5) ausspielen ließ und damit das Spiel zugunsten der Gäste positiv beeinflusste.
Analyse: Commanders @ Buccaneers - das fiel taktisch auf
- Cornerback Marshon Lattimore war wie aus Saints-Zeiten üblich der hauptsächliche Gegenspieler von Mike Evans. Generell versuchte man schon früh, den lange verletzten Lattimore zu testen und warf zu Beginn fast schon gezielt in seine Richtung. Gegen Ende des dritten Viertels setzten die Commanders dann häufiger auf Double Coverage gegen Evans, weil Lattimore kaum mit ihm klarkam.
- Die Bucs begannen früh mit Play Action, kamen davon dann aber schnell wieder ab und setzten eher aufs Run Game und herkömmliches Dropback-Passing, was jedoch aufgrund des guten Pass Rushs und der engen Coverage der Commanders nur bedingt Erfolg hatte. Erst, als man ganz am Ende der ersten Hälfte auf No-Huddle und das Quick Passing Game setzte, wurde der Ball besser durch die Luft bewegt.
- Die Commanders schickten schon früh extra Pass Rusher ins Rennen, um Mayfield schnell und häufig unter Druck zu setzen oder zu seinen zuletzt häufiger werdenden Scrambles zu verleiten.
- Die Bucs variierten recht gleichmäßig zwischen Man und Zone Coverage. Der Unterschied war, dass es Daniels deutlich leichter fiel, Lücken in den Zones zu finden, während er gegen Man eher Lücken für Scrambles fand, aber durch die Luft weniger effektiv war. Als später beide Top-Cornerbacks ausfielen, setzten die Hausherren häufiger als Blitzes.



































