Philipp Horn und Philipp Nawrath überzeugen im Biathlon-Sprint von Annecy-Le Grand Bornand. Bei Horn fehlt nicht viel fürs erste Karrierepodest.
Philipp Horn stützte sich völlig erschöpft auf seine Skistöcke, dann begann im Schmuddelwetter von Annecy-Le Grand Bornand das bange Warten. Zwar reichte es letztlich nicht ganz für das erste Podest der Karriere, jedoch stellte der 30-Jährige mit einem überzeugenden vierten Platz das beste Weltcupergebnis seiner Karriere ein.
Im verregneten Sprint fehlten nach einem Schießfehler 17,8 Sekunden aufs Podest, auch Philipp Nawrath überzeugte mit Platz sechs.
"Ich bin überglücklich, dass ich beides mal zusammengebracht habe", sagte Horn in der "ARD": "90 Prozent am Stand, und dazu habe ich auf der Strecke gezeigt, was ich leisten kann. Ich hatte Raketen unter den Füßen. Es hat richtig Bock gemacht."
Sein zuvor bestes Weltcup-Ergebnis hatte er ebenfalls mit einem viertem Platz im Sprint von Lenzerheide in der Vorsaison gefeiert, in diesem Winter war er zuvor nicht über Position 17 hinausgekommen.
Horn mit Fehler beim Stehendschießen
Bei Plusgraden und Regen war dank der fünften Laufzeit über die 10 Kilometer am Freitag gar noch mehr drin. Ohne den Fehler beim zweiten Stehendschuss hätte es für den früh gestarteten Thüringer wohl fürs Podest gereicht.
"Da hätte er wachsamer sein müssen", monierte "ARD"-Experte Erik Lesser: "Er hatte Bewegung auf der Waffe und hat sich nicht selbst das Stoppschild gesetzt". Da habe er "ein schlechtes Timing" gehabt, sagte Horn selbstkritisch: "Da war ich mit dem Finger nicht ganz bereit."
Das bislang einzige deutsche Saisonpodest hatte Nawrath als Dritter im Sprint von Kontiolahti geholt. Diesmal vergab er seine Chance aufs Treppchen schon mit einem Fehler im Liegendschießen.
"Ich habe versucht, die Schüsse sauber draufzubringen. Mit einem Fehler bin ich schon wieder zufrieden", sagte der Bayer. Im engen Spitzenfeld sei diesmal "das Zehntelglück" für eine Platzierung unter den besten Sechs auf seiner Seite gewesen.
Uldal schlägt Landsmann Bö
Der fehlerfreie Norweger Martin Uldal feierte in seinem erst fünften Weltcuprennen seinen ersten Sieg. Der 23-Jährige lag 28,6 Sekunden vor Horn, der die WM-Norm löste. Zweiter in einem Herzschlagfinale wurde Dominator Johannes Thingnes Bö, dem nach einer Strafrunde 1,4 Sekunden zum dritten Sieg in Serie fehlten. Auf Rang drei landete der Schwede Sebastian Samuelsson (1/+10,8).
Für die Frauen startet der letzte Weltcup des Jahres am Freitag (14.20 Uhr) ebenfalls mit dem Sprint, Franziska Preuß wird dann bei voraussichtlich besserem Wetter im Gelb-Roten Trikot der Führenden im Gesamt- und Disziplinweltcup antreten. "Das ist schon etwas Besonderes. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal anziehen darf", sagte die 30-Jährige mit leuchtenden Augen.
29 Punkte Vorsprung auf die Französin Lou Jeanmonnot nimmt sie mit in die Renn-Trilogie. Nach den Sprints geht es am Samstag mit den beiden Verfolgungsrennen (12.30 und 14.45 Uhr) weiter, ehe zum Jahresabschluss am Sonntag (12.30 und 14.45 Uhr/alles ARD und Eurosport) die beiden Massenstarts anstehen.

