Die Baltimore Ravens haben den Harbaugh Bowl bei den Los Angeles Chargers zum Abschluss von Woche 12 der NFL 30:23 gewonnen und damit den Rückstand in der AFC North verkürzt. Beide Teams spielten nahezu auf Augenhöhe, doch die Gäste waren in einem Schlüsselaspekt klar besser.
Ravens @ Chargers: Auf einen Blick
- Die Ravens gewannen ein enges Duell bei den Chargers, das statistisch in vielerlei Hinsicht ausgeglichen war. Damit haben sie den Rückstand in der AFC North auf die Steelers verkürzt.
- Lamar Jackson zeigte sich äußerst effizient und sorgte für insgesamt drei Touchdowns im Spiel.
- John Harbaugh hat das Bruderduell gegen Jim, den sogenannten "Harbaugh Bowl", erneut für sich entschieden und bleibt somit ungeschlagen in diesem Vergleich.
Ravens @ Chargers: Der Spielbericht
Nach einem erfolgreichen Opening Drive, den Justin Herbert für die Hausherren mit einem 5-Yard-Touchdown-Run abschloss, zeigten sich beide Defenses zunächst stabil. Den Chargers gelangen dann bis zur Pause nur noch zwei Field Goals, während die Ravens im zweiten Viertel offensiv besser ins Spiel fanden und die Partie drehten.
Angeführt von einem starken Run Game und Derrick Henry (140 YDS) fanden die Gäste Mitte des Spielabschnitts erstmals in die Red Zone. Dort lief dann Lamar Jackson zu einem 10-Yard-Touchdown. Im folgenden Drive zeigte sich Head Coach John Harbaugh besonders aggressiv und ließ einen 4th&1 an der eigenen 16-Yard-Linie ausspielen - ein Direct Snap zu Tight End Mark Andrews brachte zwei Yards und gab den Ravens nach der Two-Minute Warning ein neues 1st Down. Anschließend marschierten sie, ehe Jackson Rashod Batemen für einen 40-Yard-Touchdown-Pass fand.
Nach zähem dritten Viertel, das im Grunde nur aus zwei langen Field-Goal-Drives auf beiden Seiten bestand, zogen die Ravens schließlich im Schlussabschnitt davon. Jackson fand zunächst Andrews für einen 6-Yard-Touchdown-Pass, anschließend legte Justice Hill einen 51-Yard-TD-Run hin, der 7:24 Minuten vor Schluss zum vorentscheidenden 30:16 führte. In der Folge gelang Ex-Ravens-Running-Back Gus Edwards zwar noch ein kurzer Rushing Touchdown mit 46 Sekunden zu spielen, doch der folgende Onside-Kick landete bei Andrews, was die Partie beendete.
Die Ravens haben damit den Rückstand auf die Pittsburgh Steelers in der AFC North auf ein halbes Spiel verkürzt. Im Bruderduell zwischen John und Jim Harbaugh steht es indes nun 3-0 in der NFL.

Die Ravens traten derweil ohne den verletzten Linebacker Roquan Smith an, während die Chargers Ex-Ravens-Running-Back J.K. Dobbins mit einer Knieverletzung verloren haben. Eine Diagnose steht noch aus. Zudem hat sich Cornerback Eli Apple am großen hinteren Oberschenkel verletzt.
Baltimore Ravens (8-4) @ Los Angeles Chargers (7-4)
Ergebnis: 30:23 (0:7, 14:6, 3:3, 13:7) BOXSCORE
Ravens @ Chargers: Die wichtigsten Statistiken
- Lamar Jackson hatte alle Zeit der Welt bei seinen Pässen. Im Schnitt hatte er 3,43 Sekunden bis zum Pass laut "Next Gen Stats". Das war seine drittlängste Zeit bis zum Pass in dieser Saison. Er brachte es damit auf 158 Yards (von 177) mit Dropbacks, die länger als 2,5 Sekunden dauerten.
- Jacksons 40-Yard-Touchdown-Pass auf Bateman flog 57,4 Air Yards und war somit Jacksons zweitlängste Completion der Saison und seine zweite, die mindestens 50 Air Yards zurücklegte. Und: seine vier längsten Completions der Saison gingen allesamt auf Bateman.
- Beide Teams hatten je 19 1st Downs und waren perfekt bei 4th Downs (Ravens: 3/3, Chargers: 2/2). Beide hatten exakt 60 Plays, doch die Ravens produzierten am Ende 104 Yards mehr, waren zudem effizienter bei 3rd Down (8/15 im Vergleich zu 5/14).
Der Star des Spiels: Lamar Jackson (Quarterback, Ravens)
Jackson lieferte gegen eine per se starke Defense zwar keine spektakulären Zahlen, doch war er mit seinem Spiel effizient (0,21 EPA/Play). Er warf für zwei Touchdowns und lief zu einem weiteren, was allein schon fast den Unterschied ausmachte in diesem Spiel.
Der Flop des Spiels: Defensive Front (Chargers)
Die Ravens liefen als Team für 212 Rushing Yards (5,7 pro Carry) und dominierten damit das Spiel. Die Chargers hatten dem Gegner in dessen Kerndisziplin also im Grunde nichts entgegenzusetzen. Zudem gelang es selten, Jackson unter Druck zu setzen (1 Sack).
Das Highlight des Spiels
Der 51-Yard-Touchdown-Run von Justice Hill hat das Spiel zwar vorentschieden und war absolut sehenswert, doch in puncto Schwierigkeitsgrad war der 40-Yard-Touchdown-Catch von Rashod Bateman nochmal eine Stufe höher einzuschätzen.
Der Ball war lange in der Luft und Bateman musste sich in der Endzone auch noch gegen eine enge Bewachung von Cornerback Kristian Fulton durchsetzen, der zudem eine Flagge für Pass Interference kassierte. Und Batemen fing den Ball dennoch sicher.







