Der Deutsche Niels Wittich ist nicht länger Rennleiter der Formel 1. Wie der Automobil-Weltverband FIA am Dienstag mitteilte, ist der 52-Jährige von seinem Posten zurückgetreten. Der Hesse selbst will von einem Rücktritt nichts wissen. Ex-Pilot Ralf Schumacher fand nun deutliche Worte.
Die Meldung über den vermeintlichen Rücktritt von Niels Wittich als Formel-1-Rennleiter der FIA hat hohe Wellen geschlagen. "Mich hat es absolut überrascht", so auch Ex-Pilot und TV-Experte Ralf Schumacher im Gespräch mit "formel1.de".
Niels Wittich hatte 2022 Michael Masi abgelöst, nachdem dieser nach dem umstrittenen Saisonfinale in Abu Dhabi in die Schusslinie geraten war. Zwar habe es auch unter Wittich am Anfang "geknarzt", erinnerte sich Schumacher, als der neue Rennleiter "die Fahrer darauf hingewiesen hat, dass gewisse Dinge und Sicherheitsstandards einzuhalten sind". In der Folge habe der Deutsche aber einen soliden Job erledigt.
Der einstige Formel-1-Fahrer empfand ihn "als fähigen Rennleiter, der das in aller Ruhe hinter sich gebracht hat und der auch bei Roten Flaggen und Safety Cars gut entschieden hat. Mir ist jetzt kein Fehler aufgefallen, das hatte schon alles Hand und Fuß".
Fader Beigeschmack nach FIA-Statement
Dass die FIA in einem offiziellen Statement von einem Rücktritt, Wittich selbst bei "Motorsport-magazin.com" mit den Worten zitiert wurde, er sei "nicht zurückgetreten", hat derweil einen faden Beigeschmack. Auch bei Ralf Schumacher.
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"Bei der FIA wundert mich nichts mehr, vor allem unter dem Präsidenten (Mohammed bin Sulayem, Anm. d. Red.), der doch in jeder Hinsicht herzerfrischend anders ist als seine Vorgänger, der in allen Bereichen in irgendeiner Form mitsprechen will. Und daran hat es wohl gelegen. Dass er andere Vorstellungen hatte, aber Niels Wittich seine Unabhängigkeit in seinem Amt als Rennleiter der FIA wahren wollte", mutmaßt der 49-Jährige: "Man hat dann offensichtlich nicht mehr zueinander gefunden. In dem Fall war bin Sulayem offensichtlich mächtiger und hat das dann so geregelt. Wenn es so wäre, noch ist das ja nicht bestätigt, wäre das sehr schade."
Wittichs Nachfolge übernimmt derweil mit sofortiger Wirkung der Portugiese Rui Marques, der in den vergangenen beiden Jahren als Rennleiter der Formel 2 und Formel 3 fungierte.




