Die Baltimore Ravens haben am Montagabend einen 41:31-Erfolg über die Tampa Bay Buccaneers in der NFL eingefahren. Lamar Jackson überragte, während beide Teams Leistungsträger verloren.
Ravens @ Buccaneers: Auf einen Blick
- Die Ravens verschliefen das erste Viertel, legten danach jedoch einen fulminanten Zwischenspurt hin und zogen im zweiten und dritten Viertel uneinholbar davon.
- Sowohl Mike Evans als auch Mark Andrews gelangen statistische Meilensteine mit ihren Touchdowns auf beiden Seiten im Spiel.
- Beide Teams verloren absolute Leistungsträger verletzungsbedingt in dieser Partie.
Ravens @ Buccaneers: Die Analyse
Das erste Viertel gehörte eindeutig den Hausherren, die dominant ins Spiel starteten. Auf ihrem ersten Drive des Spiels marschierten sie per Run Game sowie einem Screen auf Running Back Rachaad White in Windeseile übers Feld. Dann fand Baker Mayfield Mike Evans für einen 25-Yard-Touchdown-Pass, bei dem der Receiver von einem Coverage-Bust profitierte - er gewann sein Eins-gegen-Eins-Duell und profitierte davon, dass Motion-Man Sterling Shepard nach Cheat-Motion den zuständigen Safety aus der Mitte zog und damit Evans auf seiner Corner Route leichtes Spiel hatte.
Den Bucs gelangen im Anschluss gleich zwei Sacks gegen Lamar Jackson, der zweite nach Blitz von Safety Antoine Winfield bei 3rd Down, sodass die Gäste schnell punten mussten. Im Anschluss marschierten die Hausherren erneut, begnügten sich dieses Mal jedoch mit einem Field Goal durch Chase McLaughlin aus 23 Yards.
Ab dem zweiten Viertel jedoch erwachten auch die Ravens, deren Weckruf ein 19-Yard-Jet-Sweep von Zay Flowers war. Wenig später fand Jackson dann Tight End Mark Andrews für einen 9-Yard-Touchdown-Pass zum Anschluss. Die Bucs meldeten sich zwar mit einem Red-Zone-Drive zurück, doch dann begannen die Probleme für Tampa Bay.
Zunächst verletzte sich Evans erneut am großen hinteren Oberschenkelmuskel - mit der Verletzung ging er bereits ins Spiel - beim Versuch, einen Pass in der Endzone zu fangen. Und dann übersah Mayfield Cornerback Marlon Humphrey in der Ecke der Endzone - Interception! Die Ravens übernahmen dann die Führung durch einen Screen auf Justice Hill für einen 18-Yard-Touchdown. Es folgte eine zweite Interception von Humphrey, der sich dabei jedoch am Knie verletzte und zur Pause draußen blieb.
Bucs: Godwin in Schlusssekunden schwer verletzt
Die Ravens kamen rund um die Halbzeitpause zu zwei Field Goals von Justin Tucker, das erste nach zahlreichen Penalties gegen sie, nachdem sie bereits bei Goal-to-Go standen.
Mitte des dritten Viertels feuerte Jackson schließlich einen sehenswerten 49-Yard-Touchdown-Pass auf Rashod Bateman, der wie eine Vorentscheidung wirkte, zumal den Gästen kurz darauf ein Defensiv-Stopp nahe der Mittellinie durch einen Sack gegen Mayfield gelang. Darauf folgte ein 81-Yard-Run von Derrick Henry, der bis dahin nur sporadisch das Feld sah. Letztlich fand Jackson kurz darauf Andrews bei 4th&3 erneut in der Endzone.
Im vierten Viertel sendeten die Bucs zwar nochmal ein Lebenszeichen - Jackson verlor einen Fumble, den Zach McCollum eroberte. Und die Bucs legten daraufhin einen Touchdown-Drive hin. Mayfield fand White für einen 11-Yard-TD-Pass und die Two-Point Conversion gelang ebenfalls -, doch angeführt von Henry übernahmen die Gäste schnell wieder die Kontrolle. Henry selbst fing schließlich noch einen Touchdown-Pass von Jackson. Der Rest war Garbage Time, auch wenn die Bucs sogar noch einen Onside-Kick eroberten und zwei Touchdowns erzielten.
43 Sekunden vor Schluss jedoch verletzte sich Wide Receiver Chris Godwin offenbar schwer am linken Unterschenkel. Er musste mit einem Air Cast abtransportiert werden. Später erklärte Head Coach Todd Bowles, dass sich Godwin den Knöchel ausgekugelt hat. Eine Verletzung, die seine Saison höchstwahrscheinlich beenden wird.
Baltimore Ravens (5-2) @ Tampa Bay Buccaneers (4-3)
Ergebnis: 41:31 (0:10, 17:0, 17:0, 7:21) BOXSCORE
Ravens @ Buccaneers: Die wichtigsten Statistiken
- Evans' Touchdown war der 100. Touchdown-Catch seiner Karriere. Er ist damit der elfte Spieler, der diesen Meilenstein in der NFL erreicht hat. Zugleich ist er der fünfte Spieler, dem dies in seinen ersten elf Saisons seiner Karriere gelang. Zuvor schafften dies nur die Hall-of-Famer Jerry Rice, Terrell Owens, Marvin Harrison und Randy Moss.
- Erstmals in seiner Karriere musste Lamar Jackson zwei Sacks im ersten Drive eines Spiels einstecken. Dies war sein 84. Start in der NFL.
- Marlon Humphrey führt alle NFL-Cornerbacks nun mit vier Interceptions an. Zudem ist er neben Fred Warner der einzige NFL-Spieler seit 2019 mit mindestens zehn Interceptions, zehn Forced Fumbles und mindestens 40 Passes Defensed.
- Andrews' erster Touchdown-Catch war der 42. seiner Karriere. Er überholte damit Tight End Todd Heap (41) für die meisten Touchdown-Receptions in der Geschichte der Baltimore Ravens.
Der Star des Spiels: Lamar Jackson (Quarterback, Ravens)
Die Ravens brauchten einen Moment, um in diesem Spiel anzukommen. Doch sobald Jackson die Zügel an sich riss, war für sie kein Halten mehr. Jackson führte sein Team zu 34 Punkten am Stück und warf für fünf Touchdowns und ein nahezu perfektes Passer Rating (158,1). Er machte den Unterschied und gewann im Übrigen sein 23. von 24 Spielen in seiner Karriere gegen NFC-Teams.
Der Flop des Spiels: Baker Mayfield (Quarterback, Buccaneers)
Mayfield und die Buccaneers begannen furios, doch nach dem Field Goal im ersten Viertel gelang ihnen nicht mehr viel. Die zwei Interceptions, die Mayfield im zweiten Viertel warf, zogen seinem Team dann endgültig den Stecker.
Analyse: Ravens @ Buccaneers - das fiel taktisch auf
- Die Bucs zeigten sich zu Beginn dominant auf dem Boden. Ein Grund dafür war die Nutzung von Split-Backs mit White und Irving gleichzeitig im Backfield. Die Ravens hatten es damit schwer, sich auf einen Ballträger zu fokussieren, zumal sie ohnehin mit 2-High-Konzepten spielten und stets leichte Boxen stellten.
- Was auffiel, war, dass beide Seiten im Passspiel meist aufs Quick Game setzten, was sicherlich den starken Pass Rushs beider Teams geschuldet war. Entsprechend taten sich letztere Units über weite Strecken des Spiels schwer, zum QB durchzudringen. Die Bucs setzten zu diesem Zweck auch häufig auf Play Action, die Ravens wiederum bevorzugten RPOs.
- Die Ravens versuchten es zu Beginn des Öfteren mit Man Coverage, doch nachdem sie dafür mit Scrambles von Mayfield und Niederlagen in den direkten Duellen bestraft wurden, verlegten sie sich dann doch lieber wieder auf Zones, womit sie unter anderem mit den zwei Interceptions gegen Mayfield belohnt wurden.
- Die Bucs blitzten Jackson in 61,5 Prozent seiner Dropbacks, was der zweithöchste Wert seiner Karriere war. Dies machte ihm aber wenig aus, denn er brachte in diesen Situationen 11/15 Pässen für 166 Yards und drei Touchdowns an.





