Der "Safety first"-Ansatz des englischen Nationaltrainers Gareth Southgate wurde bei der EM zwar mit dem Finaleinzug, aber nicht mit dem Titel belohnt. Einige Three-Lions-Legenden schieben dem Coach dafür die Schuld in die Schuhe.
70 Minuten lang war im EM-Finale nichts von der englischen Mannschaft zu sehen. Ein 15-minütiges Aufbäumen reichte danach nicht, um sich erneut in die Verlängerung, geschweige denn zum Titel zu retten. Das könnte Folgen haben. Trainer Gareth Southgate wird auf der Insel schwer angezählt. Nur noch wenige sprechen sich für einen weiteren Verbleib des Ex-Profis auf der Bank aus.
"Wir haben es schon nach der Gruppenphase gesagt: Wenn du mit diesem Talent, das wir im Kader haben, konservativen Fußball spielst, musst du auch gewinnen. Sonst wird dieser Ansatz absolut zerlegt und als negativ betrachtet. Das hat der Trainer zu verantworten", beschwerte sich am Sonntagabend unter anderem ManUnited-Legende Rio Ferdinand über den destruktiven Southgate-Fußball.
"Ich denke, es ist Zeit für einen anderen Trainer"
Der frühere Weltklasse-Verteidiger ergänzte: "Das ist sein Fußball-Stil und damit musst du gewinnen, denn diese Spieler sind einfach zu gut." Southgate habe die Stars "an der Leine" gehalten, klagte Ferdinand: "Die Top-Teams übernehmen die Kontrolle, sind von der ersten Minute an aggressiv und entreißen ihren Gegnern das Spiel. Hier hat sich jeder gefragt, warum wir bis zum Rückstand gewartet haben, um die Fesseln abzulegen und sie zu attackieren."
Auch Sturm-Legende Alan Shearer erklärte, er hätte gerne mehr Offensivfußball von der englischen Mannschaft gesehen. Zwar sei die Southgate-Elf immerhin ins Finale gekommen, "aber wenn du da bist, musst du auch über die Linie. Die Wahrheit ist: Er hat uns vor drei Jahren ins Finale geführt und hier ins Finale geführt - aber er hat nicht gewonnen. [...] Ich denke, es ist Zeit für einen anderen Trainer".
Neville beklagt fehlende Kontrolle
Gary Neville zweifelt ebenfalls daran, dass Southgate noch der Richtige ist. "Seine Antwort auf die Frage, wie wir es nicht schaffen konnten, den Ball lange genug zu behalten, muss der Titel des Buchs sein." Dass England auch bei diesem EM die großen Spiele nicht kontrollieren konnte, "ist seit vielen, vielen Turnieren ein Problem der englischen Mannschaften", urteilte Neville.
"Man kann ein komisches Spiel mal so gewinnen, man kann auch zwei oder drei Spiele so gewinnen. Aber irgendwann triffst du auf einen Gegner mit zu hoher Qualität. Und das ist heute passiert", analysierte er nach dem Schlusspfiff.










