Für Siebenkämpferin Vanessa Grimm war der Auftakt in die Leichtathletik-Europameisterschaft in Rom ein reines Auf und Ab der Gefühle. Nach der abgewendeten Disqualifikation biss sie auf die Zähne, aufgeben war keine Option.
"Es war ein sehr turbulenter Tag. Ich bin total k.o., es war sehr hart zwischendurch und auch sehr emotional", sagte Vanessa Grimm am Ende des ersten Wettkampftages bei der Leichtathletik-EM.
Grimm war gleich zu Beginn am Freitagvormittag nach dem Hürdensprint über 100 Metern disqualifiziert worden, weil sie ihr Bein vermeintlich neben dem Hindernis vorbeigeschwungen hatte.
Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) forderte daraufhin eine Video-Analyse an, dem Protest wurde stattgegeben.
Grimm bekannte: "Direkt nach dem Hürdensprint saß ich gedanklich schon im Flieger zurück, um in Ratingen noch ein gutes Ergebnis für die Liste zu erzielen. Dann hieß es plötzlich, wir haben doch eine Chance, ab zum Hochsprung! Es war wild, das Einspringen war ganz gut, im Wettkampf hat mir die Spannung gefehlt. Ich hatte bis dahin schon alle Emotionen durchgemacht, die man eigentlich erst am Ende von Tag zwei hat."
Siebenkämpferin Grimm: "Ich will nicht aufgeben"
Im Hochsprung konnte sie mit 1,71 Metern genauso wie ihre DLV-Kolleginnen Sophie Weißenberg und Carolin Schäfer nicht überzeugen. Im Kugelstoßen (13.59 m) gelang Grimm ein gültiger Versuch, Schäfer zog sich nach drei Fehlversuchen anschließend sogar aus dem Wettkampf zurück, um ihr Augenmerk auf das Mehrkampf-Event in Ratingen zu legen.
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Grimm habe sich vor der vierten Disziplin, den 200 Metern, aber zum Weitermachen entschieden: "Ich möchte weiterkämpfen, ich will nicht aufgeben. Ich weiß, die Form ist da. Wenn man vor drei Wochen 6.300 Punkte gemacht hat, hat man die Form auch drei Wochen später. Deswegen will ich jede Disziplin nutzen, um noch ein gutes Ergebnis zu zeigen, es kommen ja noch drei."


