Formel-1-Rennstall Red Bull kommt einfach nicht zur Ruhe: Am Freitag gab Motorsportchef Helmut Marko völlig überraschend bekannt, dass er womöglich keine Zukunft mehr beim Weltmeister-Team hat. Angeblich hat der 80-Jährige seine womöglich bevorstehende Suspendierung aber selbst provoziert.
Nach Angaben von "Bild" hat Dr. Helmut Marko das Interview mit dem Sender "ORF" am Freitag entgegen einer ausdrücklichen Weisung von Mutterkonzern Red Bull geführt. Eine klare Provokation gegen seinen Arbeitgeber, so das Boulevardblatt.
Spekuliert wird, dass Red-Bull-intern mittlerweile gegen den 80-Jährigen ermittelt wird, nachdem am vergangenen Rennwochenende in Bahrain vermeintliche Chatverläufe zwischen Teamchef Christian Horner und einer Mitarbeiterin in anonym verschickten Emails kursierten. Dabei soll es sich um jene Mitarbeiterin handeln, die dem Briten unangemessenes Verhalten vorgeworfen und die Causa Horner überhaupt erst in Gang gebracht hatte.
Marko hatte stets eine transparente Aufklärung des Falls gefordert. Nun steht er laut "ORF" womöglich schon nach dem Rennen in Saudi-Arabien vor der Ablösung. Marko selbst wollte dies gegenüber dem Sender weder dementieren noch bestätigen. "Es sind so viele Spekulationen und dergleichen in Umlauf, dazu will ich gar nicht beitragen", sagte er zudem bei "Sky" und fügte an: "Die theoretische Möglichkeit besteht immer."
F1-Experte Görner: "Die Lage bei Red Bull eskaliert"
Der Österreicher hatte unterdessen zugleich klar gestellt, dass er "letztlich selbst entscheide", wie seine Zukunft aussieht. Gegenüber "Sky" verriet er zudem, dass rund um den Großen Preis von Saudi-Arabien ein Gespräch mit Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff ansteht. "Und dann sehen wir. Aber es muss alles passen, damit ich da weiterarbeiten will", drohte er letztlich sogar mit einem Rücktritt.

Hintergrund ist der weiter schwelende Machtkampf bei Red Bull, der längst nicht mehr im Hintergrund, sondern offen im Fahrerlager ausgetragen wird. Teamchef Horner wird von den thailändischen Anteilseignern unterstützt, Marko hingegen vertritt das österreichische Lager.
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Formel-1-Expete Felix Görner zufolge wird es nun darauf hinauslaufen, dass nach dem Rennwochenende in Saudi-Arabien einer der beiden gehen muss. Entweder wird die Trennung von Helmut Marko, oder die von Christian Horner vollzogen. "Die Lage bei Red Bull eskaliert", so der RTL-Experte in seiner Einschätzung.



