Eskalation bei Formel-1-Rennstall Red Bull: Motorsportchef Dr. Helmut Marko steht womöglich vor dem Aus. Das könnte aber auch Konsequenzen für Dreifach-Weltmeister Max Verstappen bedeuten, wie dieser nach dem Qualifying zum Großen Preis von Saudi-Arabien klar stellte.
Die Meldung, der langjährige Red-Bull-Funktionär Helmut Marko könnte im Zuge der Horner-Affäre abtreten (müssen), hat am Freitag im Fahrerlager der Formel 1 für einen regelrechten Paukenschlag gesorgt.
"Die Lage ist eskaliert", fasste RTL-Experte Felix Görner zusammen: "Es geht darum, welche Seite wird als Sieger herausgehen: Ist es die Horner- oder die Verstappen-Seite? So muss man das sehen."
Denn: Während Teamchef Christian Horner die Unterstützung der thailändischen Anteilseigner (51 Prozent) des Red-Bull-Konzerns hat, vertritt Helmut Marko das österreichische Lager. Der 80-Jährige war enger Vertrauter des verstorbenen Dietrich Mateschitz. Markos größtes Ass im Ärmel: Max Verstappen und sein Vater Jos stehen klar auf seiner Seite.
Der Red-Bull-Star machte dies am Freitag auf der Pressekonferenz unmissverständlich deutlich: "Für mich ist klar, dass Helmut bleiben muss. Er hat dieses Team gemeinsam mit Dietrich vom ersten Tag an aufgebaut. Ich habe großen Respekt für Helmut. Was wir gemeinsam erreicht haben, geht weit zurück, und meine Loyalität ihm gegenüber ist groß. Das habe ich allen im Team immer gesagt. Er ist ein wichtiger Teil für meine Entscheidungen, auch was die Zukunft im Team betrifft. Es ist sehr wichtig, dass er im Team bleibt."

Der langjährige Verstappen-Förderer und -Vertraute hatte am Freitag mitgeteilt, ein Gespräch mit Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff zu führen. "Es muss alles passen, damit ich da weiterarbeiten will", so Marko.
Brisant: Zuletzt sickerte durch, dass in Verstappens bis 2028 gültigen Vertrag bei Red Bull eine Klausel verankert ist, durch die er vorzeitig gehen könnte, sofern Marko nicht mehr beim Rennstall arbeitet.
Mercedes-Teamchef Wolff: "Dann nehmen wir den Helmut einfach"
Ebenfalls brisant: Jüngst mehrten sich die Spekulationen, der Niederländer könnte ausgerechnet zu Konkurrent Mercedes wechseln, wo 2025 das Cockpit neben George Russell frei wird.
Angesprochen von "Sky" auf die Turbulenzen bei Red Bull und einen möglichen Marko-Abschied, sagte Teamchef Toto Wolff am Freitag derweil mit einem Lächeln und mit Blick auf Motorsportlegende Niki Lauda: "Uns fehlt eh unser altes Maskottchen. Dann nehmen wir den Helmut einfach. Der passt vom Alter. Rote Kappe hat er keine, aber dann kommt er zu uns."
Im Interview mit dem "ORF" stellte Wolff zudem noch einmal klar, dass Max Verstappen bei ihm weiter auf dem Zettel steht: "Wir haben einen Sitz frei, im Jahr 2025 und 2026." Auch Felix Görner hob noch einmal hervor: Mercedes würde Verstappen "mit Kusshand nehmen".


