Der Machtkampf bei Formel-1-Rennstall Red Bull droht zu eskalieren: Wie Motorsportkonsulent Dr. Helmut Marko am Rande des Großen Preises von Saudi-Arabien erklärte, droht ihm wegen der Affäre um Teamchef Christian Horner sogar nun die Suspendierung.
Nächste Eskalationsstufe bei Red Bull? Wie der "ORF" berichtet, könnte der Rennstall am Montag personelle Konsequenzen in der Causa Christian Horner ziehen. Die würden dann aber nicht den umstrittenen und angeschlagenen Teamchef betreffen, sondern Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko.
Der 80-Jährige erklärte im Interview mit dem "ORF", es bestehe die "theoretische Möglichkeit", dass er beim nächsten Rennen der Formel 1 in Australien nicht vor Ort ist. "Letztlich entscheide ich selbst, was ich mache. Das ist ein komplexes Thema. Wir wollen Frieden im Team finden und auf diese WM schauen, die wird schwierig genug", so der Grazer zudem.
Nach dem Qualifying am Freitagabend sagte Marko bei "Sky", angesprochen auf ein mögliches Aus bei Red Bull: "Es sind derart viele Spekulationen im Umlauf. Ich habe morgen noch ein Gespräch." Dies werde er mit Red-Bull-Chef Oliver Mintzlaff führen, der eigens nach Saudi-Arabien anreist. Marko stellte zugleich klar, dass er sich selbst vorbehält, seine Arbeit bei Red Bull zu beenden: "Es muss alles passen, damit ich da noch weiterarbeiten will."
Der Vorwurf gegen Marko birgt jede Menge Zündstoff: "Offenbar hält man ihn für jenen Mann, der diese Chatnachrichten geleakt und an die Presse weitergegeben hat", sagte "ORF"-Moderator Ernst Hausleitner live auf Sendung.
Causa Horner verschärft Machtkampf bei Red Bull
Der Machtkampf hinter den Kulissen bei Red Bull hat sich in den vergangenen Wochen immer mehr zugespitzt. Kommt es tatsächlich zu einer Suspendierung von Marko, würde sich das thailändische Lager um Anteilseigner Chalerm Yoovidhaya (51 Prozent) durchsetzen, das als Unterstützer von Horner gilt.
Ausschlaggebend ist die Affäre um den Teamchef von Red Bull. Christian Horner war unangemessenes Verhalten gegenüber einer Mitarbeiterin vorgeworfen worden. Anschließend stellte der Rennstall eine unabhängige Untersuchung an, letztlich wurde der Brite freigesprochen.

Marko-Zukunft eng mit Verstappen verwoben
Die Mitarbeiterin, mit der Horner nach Informationen von RTL jahrelang eine Affäre hatte, wurde Medienberichten zufolge wiederum jüngst wegen unredlichen Verhaltens suspendiert. Offenbar zieht sie nun vors Gericht. "Alles, was zu einem schnellen Ergebnis führt, ist mehr als wünschenswert", so Marko gegenüber "ORF".
Eng verwoben mit der Zukunft von Helmut Horner ist wohl auch die von Dreifachweltmeister Max Verstappen.
Dessen Vater Jos hatte unlängst offen den Rücktritt von Christian Horner gefordert, da sonst ein Zerfall des Rennstalls droht. Als offenes Geheimnis gilt mittlerweile, dass in Verstappens bis 2028 gültigen Vertrag sogar eine Klausel festgeschrieben ist, die ihm einen vorzeitigen Wechsel ermöglicht, sollte Marko nicht mehr bei Red Bull sein.
Passend dazu sucht Formel-1-Rennstall Mercedes zur nächsten Saison einen Nachfolger für Lewis Hamilton.


