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Deutsche Bob-Stars geben Ammour keine Tipps mehr

Adam Ammour (r.) ist der Shooting-Star unter den deutschen Bob-Fahrern
Adam Ammour (r.) ist der Shooting-Star unter den deutschen Bob-Fahrern
Foto: © IMAGO/kristen-images.com / Michael Kristen
22. Februar 2024, 11:40

Im Kampf um WM-Gold im Zweierbob haben Francesco Friedrich und Johannes Lochner plötzlich Konkurrenz aus dem eigenen Lager: Shootingstar Adam Ammour jagt sogar einen Friedrich-Rekord.

Wenn es um den Weltmeistertitel geht, werden auch die besten Teamkollegen zu Einzelkämpfern. Mit Rat und Tat stehen die beiden erfahrenen Bob-Titelhamster Francesco Friedrich und Johannes Lochner Top-Talent Adam Ammour im Weltcup fast väterlich zur Seite, nehmen sich viel Zeit für gemeinsame Bahn-Analysen und geben Tipps.

Mit der intensiven Beratung ist bei der WM in Winterberg aber "natürlich erstmal Schluss", betonte Bundestrainer Rene Spies im Gespräch mit dem "SID" - zumal Newcomer Ammour offenbar gut zugehört hat.

"Wir wussten natürlich, dass er der Mann sein kann, der Friedrich und Lochner einmal beerbt", sagte Spies: "Dass es aber so schnell geht, hat uns alle sehr überrascht."

Der erst 22 Jahre alte Junioren-Weltmeister Ammour ist in seiner ersten Weltcupsaison in Windeseile zu einer echten Konkurrenz im Zweier herangewachsen - und schickt sich gleich mal an, Friedrich einen großen Rekord abzujagen: Ammour wäre der jüngste Zweier-Weltmeister der Geschichte, sieben Tage jünger als Friedrich bei seinem Titelgewinn 2013 in St. Moritz.

Das erwartete Duell zwischen Rekord-Weltmeister Friedrich und Titelverteidiger Lochner um die WM-Krone im "kleinen Schlitten" ist mittlerweile ein Dreikampf.

Bob: Ammour-Saison "bis jetzt supergut"

Ammour gewann zuletzt drei Zweier-Rennen nacheinander und sicherte sich dabei im lettischen Sigulda gleich noch den Europameistertitel - gemeinsam mit seinem älteren Bruder Issam, der auch bei der WM als Anschieber dabei sein wird. "Die Saison war bis jetzt supergut, wir sind megahappy im Team", sagte Ammour.

Dass der auch auf anspruchsvollen Bahnen wie Altenberg und Sigulda bereits Siege einfährt, sei "verrückt", sagte Spies. Daher sei ihm auch bei den Weltmeisterschaften "sehr viel zuzutrauen. Er kann eigentlich auch nichts verlieren, er ist im Flow."

Doch eine WM hat besondere Tücken. Anders als im Weltcup stehen statt zwei Läufen vier auf dem Programm, die an zwei Renntagen gefahren werden. Eine Nacht zwischen den Durchgängen ist Neuland für Ammour. "Das macht mit Sicherheit auch immer was mit so einem jungen Piloten", sagte Spies. Und auch das Medieninteresse steigt.

Lochner jedenfalls hatte bis zum Weltcup in Altenberg vergangene Woche leicht die Nase vorn. Doch dann stürzte er dort mit dem Vierer im Training schwer und musste für die Weltcup-Rennen absagen - Friedrich zog in beiden Gesamtwertungen vorbei.

Er scheint nun zumindest im Duell der Altmeister (beide sind 33) im Vorteil, zumal Lochner mit Nackenproblemen noch leicht angeschlagen in die WM geht.

Friedrich, Lochner oder Ammour - einer der drei sollte auch diesmal das Zweiergold in Deutschland halten. Zumal der starke Schweizer Michael Vogt verletzungsbedingt absagen musste.

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