Die Kansas City Chiefs sind erneut Super-Bowl-Champ. Für den Platz auf dem NFL-Thron mussten die Chiefs eine harte Season überstehen und im Endspiel gegen die San Francisco 49ers abermals ein Comeback starten. Zwischenzeitlich lagen die Nerven an der Bank des Titelverteidigers so blank, dass Travis Kelce mit Head Coach Andy Reid aneinander geriet. Beide äußerten sich im Nachgang zu diesem Zwischenfall.
"Er hat mich auf dem falschen Fuß erwischt", sagte Reid, der durchblicken ließ, dass der Zwischenfall weniger schlimm war als es aussah: "Ich habe nicht aufgepasst. Er kam wirklich rüber [und sagte], 'Setz mich einfach ein, ich werde punkten. Ich werde punkten.' Das war es wirklich. Ich liebe das. Das ist nicht das erste Mal. Ich schätze ihn sehr", so der Head Coach.
"Was mir gefällt, ist, dass er das Spiel liebt und seiner Mannschaft zum Sieg verhelfen will. Das ist keine egoistische Sache. Das ist es nicht. Ich verstehe das. So sehr er auch mit mir zusammenstößt, ich stehe hinter ihm und wir verstehen das. Er hat mich in dem Moment einfach aus dem Gleichgewicht gebracht", schließt Reid das Thema ab.
Kelce gab derweil zu, seine Emotionen hätten ihn übermannt.
"Mir sind meine Catches egal", sagte er. "Ich wollte nur ... ich wollte, dass das Ergebnis anders ausfällt. Der Coach hat uns gebeten, unsere Meinung zu sagen, und ich wollte ihm einfach zeigen, wie viel Leidenschaft ich für dieses Team habe."
"Er ist einer der besten Anführer, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Und er hat mir sehr dabei geholfen, diese Emotionen zu kanalisieren, diese Leidenschaft zu kanalisieren. Ich verdanke ihm meine gesamte Karriere und die Fähigkeit, meine Emotionen zu kontrollieren. Ich liebe ihn einfach", so Kelce.
"Ich weiß, dass dies eines der großartigsten Teams aller Zeiten ist, das es geschafft hat, zwei Mal zu gewinnen", sagte Kelce. "Das ist eine einmalige Gelegenheit, die ich jetzt schon dreimal erleben durfte, und es wird jedes Mal süßer. Sie können uns eine Dynastie nennen. Sie können uns nennen, wie Sie wollen. Ich weiß, dass das, was wir haben, etwas Besonderes ist, was man in der NFL noch nie gesehen hat."
NFL: Patrick Mahomes auf einer Stufe mit Brady und Montana
Quarterback Patrick Mahomes hat sein eigenes Vermächtnis aufpoliert und ist nach Tom Brady und Joe Montana der einzige Quarterback, der drei Super Bowl-Titel und zwei MVP-Auszeichnungen in der regulären Saison gewonnen hat.
Hinterher war er nur daran interessiert, über den Platz seines Teams in der Geschichte zu sprechen.
"Ich hoffe, die Leute erinnern sich nicht nur an die Größe, die wir auf dem Spielfeld haben, sondern auch an die Art und Weise, wie wir es geschafft haben", sagte er. "Ich habe das Gefühl, dass wir es jeden einzelnen Tag genießen. Wir haben Spaß, wir spielen hart und es ist nicht immer schön, aber wir kämpfen bis zum Ende."
"Ich weiß, dass [einige Fans] manchmal müde werden, wenn eine Mannschaft gewinnt, aber wir versuchen, es zu genießen. Einfach den Moment zu genießen, den wir zusammen haben, und zu genießen, was wir jeden einzelnen Tag tun können, um das Beste aus uns herauszuholen."
Super Bowl: Enttäuschung pur bei den San Francisco 49ers
Zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren betrat derweil der Trainer der San Francisco 49ers, Kyle Shanahan, eine totenstille Umkleidekabine und hatte die schwierige Aufgabe, die richtigen Worte zu finden, um ein Team zu trösten, dass so nah an die Spitze der NFL herangekommen war, nur um dann wieder zu scheitern.
"Es gibt nicht viel zu sagen", erklärte Shanahan. "Es ist mir egal, wie man verliert. Wenn man einen Super Bowl verliert, vor allem wenn man glaubt, dass man ihn gewinnen kann, tut das weh. Aber ich denke, wenn man in der NFL ist, sollte es jedem Team wehtun, außer einem am Ende. Wir waren verdammt nah dran, aber wir haben es nicht geschafft, und das tut uns jetzt weh."
Mit dem Coaching von sich und seinem Staff war Shanahan derweil zufrieden:
"Ich kann nicht damit leben, wenn ich Dinge tue, die ich nicht geplant habe oder die ich nicht getan habe, und mich selbst in Frage stelle", sagte der Head Coach. "Ich bin stolz auf das, was wir heute als Trainerstab und als Spieler getan haben, denn wir haben hart gearbeitet und alles getan, was wir uns vorgenommen hatten. Wir haben es nur nicht geschafft."
Auch seine Spieler waren natürlich bitterlich enttäuscht.
"Wir waren so oft so nah dran, dass wir nur noch so viele Möglichkeiten haben werden", sieht Defensive End Nick Bosa eine weitere von einer begrenzten Anzahl an Möglichkeiten verschenkt.
Untröstlich war derweil Christian McCaffrey. Der Running Back trug sein Team durch die gesamte Saison, im entscheidenden Spiel unterlief ihm allerdings ein ungewöhnlicher Fehler, als er den Ball früh im Spiel fumbelte.
"Das erste, was ich denke, ist, dass ich den Ball nicht gleich beim ersten Drive verlieren kann", sagte McCaffrey. "Das wird wehtun. Schieben Sie das auf mich."
Ebenso enttäuscht, aber weiter kämpferisch zeigte sich Fullback Kyle Juszczyk:
"Es ist schwer, sich auf die größte Bühne der Welt zu begeben und eine Niederlage zu erleiden und damit umzugehen", sagte der Veteran: "Es ist nicht einfach, aber wir werden uns nie davon abwenden und nie klein beigeben."



































