Bei der Europameisterschaft in Brezno-Osrblie testeten die norwegischen Biathleten erstmals im Wettkampf ein neues Bindungs-System, das für eine deutlich effizientere Kraftübertragung und somit auch Laufleistung sorgen soll. Nun bestätigten die Skandinavier: Die neue Technik ist auch für die WM in Nove Mesto eine Option.
Bei der EM Ende Januar waren Johan-Olav Botn und Vebjørn Sørum so etwas wie die Versuchskaninchen. Die beiden Norweger wurden erstmals mit einer neuartigen Bindung in ein Rennen geschickt - und holten auf Anhieb Gold und Silber. Beide lobten anschließend die neue Technik, die von den beiden Unternehmen Madshus und Rottefella über viele Jahre gemeinsam entwickelt wurde.
Noch sind die Erfahrungswerte mit der neuen "Geheimwaffe" gering, allerdings testeten die Norweger im Vorfeld der am Mittwoch beginnenden WM fleißig. Das Ergebnis war ein voller Erfolg.
Neue Technik bei der Biathlon-WM 2024 "eine Option"
"Ich habe es in harten Einheiten und auf langen Distanzen getestet", verriet Endre Strømsheim gegenüber "TV2". Sein persönliches Empfinden: "Wenn man pusht, bekommt man eine noch bessere Rückmeldung." Sollte nichts Besonderes mehr passieren, werde die Bindung bei der WM für ihn "eine Option" sein, deutete der 26-Jährige einen möglichen Einsatz an.
Was diese neue Bindung so innovativ macht, schilderte Sørum bereits nach seinem EM-Einsatz. "Mit der Art, den Schuh so auf dem Ski zu befestigen, ist der Druckpunkt mitten unter dem Zehnballen. So bekommt man mehr Druck auf den Schnee und damit auch mehr Energie", sagte er.
Nach einer Testphase vor der WM kann mittlerweile auch Sturla Holm Lægreid diesen Eindruck bestätigen. "Ich habe die Bindungen zu Hause getestet und denke, dass sie vielversprechend sind. Ich bin noch etwas unsicher, ob ich sie bei der WM nutzen werde, aber das werde ich in den nächsten Tagen noch herausfinden", sagte er in der vergangenen Woche.
Diesen Vorteil hat die neue "Geheimwaffe"
Sein Eindruck von der neuen Technik: "Mein Gefühl ist, dass man nach dem Abstoßen etwas schneller Kontrolle über den Ski bekommt. Das könnte ein Vorteil sein, wenn man schnell laufen muss."
Im Vorfeld auf den Einsatz der neuen Bindung festlegen will er sich trotzdem nicht. "Das ist keine Entscheidung, die ich jetzt treffen muss. Der Wechsel zwischen den zwei Systemen ist sehr einfach. Ich werde die neue Bindung erst auf der Strecke in Nove Mesto testen", sagte Lægreid.
Mit Bendikt Doll und Roman Rees steht übrigens auch zwei deutschen Biathleten die Technik zur Verfügung, denn auch sie beziehen ihr Material und Madshus und Rottefella. Ob der Einsatz bei der WM für sie eine Option ist, ist allerdings nicht bekannt.


