Es klingt wie eine Kampfpaarung aus den 2010er Jahren: Mahmoud Charr gegen Kubrat Pulev. Einem Box-Insider zufolge kommt genau dieses Duell aber schon bald zustande - und um eine Schwergewichts-"WM" geht es sogar auch.
Wie der renommierte amerikanische Box-Journalist Dan Rafael via "X" berichtet, verteidigt Charr seinen sogenannten "regulären" WM-Gürtel der WBA im März gegen Pulev. Der Kampf soll demnach in dessen Heimat Bulgarien stattfinden.
Charr habe auch versucht, Dereck Chisora als Herausforderer für seinen Titel vor die Fäuste zu bekommen, so Rafael. Die Boxer hätten sich aber nicht auf einen Deal einigen können.
Der mittlerweile 39-Jährige Charr hatte den zweitrangigen und sportlich unbedeutenden Titel der WBA 2017 mit einem Sieg über den Russen Alexander Ustinov gewonnen, ihn danach aber nie verteidigt. Überhaupt bestritt der "Koloss von Köln" seither lediglich drei Kämpfe, zuletzt stand er Ende 2022 im Ring.
Weil Charr wegen Visa-Problemen den Titel zwischenzeitlich nicht gegen Don-King-Schützling Trevor Bryan verteidigen konnte (der US-Promoter hatte Charr aufs Kreuz gelegt), knöpfte die WBA dem Deutschen den Gürtel im Vorjahr ab. Charr ließ sich das nicht bieten, klagte vor Gericht gegen die Entscheidung und bekam Recht.
Aus Angst vor einer saftigen Entschädigungszahlungen erklärte die WBA Charr im Oktober wieder zu ihrem "regular Champion". Einzige Auflage: Der "Diamond Boy" müsse den Titel binnen 60 Tagen gegen einen Mann aus den Top 15 der WBA-Rangliste verteidigen.
Pulev taucht im letzten WBA-Ranking allerdings nicht unter den besten 15 auf - im Hintergrund dürften die Promoter daher mit dem Weltverband verhandeln. Rechtmäßiger WBA-Weltmeister ist der Ukrainer Oleksandr Usyk, der als "Super Champion" firmiert.
Boxen: Charr und Pulev haben WM-Erfahrung
Der 42-jährige Pulev boxte zuletzt im Dezember: In den USA besiegte der Bulgare Andrzej Wawrzyk aus Polen nach Punkten. Pulev boxte in seiner Karriere zweimal um die Schwergewichtskrone: 2014 unterlag er Wladimir Klitschko durch K.o. in Runde 5, 2020 hielt er gegen Anthony Joshua vier Runden länger durch, ehe er auf die Bretter ging.
Auch Charr hat WM- und Klitschko-Erfahrung: 2012 forderte er Vitali erfolglos heraus, verlor den Kampf um dessen WBC-Krone in Moskau durch T.K.o. in Runde vier. Es war der letzte Kampf von "Dr. Eisenfaust" - lang, lang ist's her.
