Die Houston Texans haben zum Auftakt der NFL Playoffs am Super Wild Card Weekend die Cleveland Browns deutlich mit 45:14 geschlagen. Quarterback C.J. Stroud überragte und stellte einen Rookie-Rekord ein.
Browns @ Texans: Auf einen Blick
- Nach anfänglichem Shootout blieb die Offense der Texans heiß und sehr effizient, während es der Browns-Offense irgendwann nicht mehr gelang, die anfangs klaffenden Lücken zu finden, wodurch die Hausherren zur Pause davon zogen.
- Den Rest gegeben haben den Gästen dann zwei Picks-Six von Joe Flacco in zwei aufeinanderfolgenden Drives im dritten Viertel.
- Flacco sorgt mit dieser Niederlage für ein trauriges Novum, das zur Unzeit kam.
Browns @ Texans: Die Analyse
Nach zähem Start eröffneten die Texans mit einem Field Goal. Danach wurde es wild. Nach einem 45-Yard-Pass von Joe Flacco auf Tight End David Njoku auf einer Seam-Route fand wenig später Running Back Kareem Hunt auf dem Boden die Endzone. Die Hausherren schlugen jedoch umgehend zurück mit einem beeindruckenden Drive, der mit einem Touchdown-Catch von Nico Collins nach einem Screen endete.
Cleveland marschierte erneut in die Red Zone, wo Flacco dann Hunt für einen kurzen Shovel-Pass über die Mitte bediente. Doch auch die Texans hatten auch darauf eine Antwort darauf: Nach einem Bootleg warf C.J. Stroud einen kurzen Screen über zwei Verteidiger zu Tight End Brevin Jordan, der Safety Ronnie Hickman - und allen anderen - für einen 76-Yard-Touchdown davonlief.
Nachdem es den Defenses kurzzeitig gelang, wieder etwas mehr Zugriff zu bekommen, und Stroud zudem einen weit offenen Collins bei einem Shot in die Endzone überworfen hatte, setzten die Texans noch ein Ausrufezeichen vor der Pause: Nach einer Pass Interference von Hickman und trotz einer Holding-Strafe gegen die Offensive Line warf Stroud nach Play Action noch einen 37-Yard-Touchdown-Pass auf Collins zur 24:14-Pausenführung.
Die Browns-Defense hielt direkt nach dem Break, doch dafür fiel die eigene Offense komplett auseinander. Flacco warf gleich zwei Picks-Six nacheinander - erst warf er unter heftigem Druck zu Nelson, der den Ball über 82 Yards zum Touchdown zurücktrug und kurz darauf warf er einen kurzen Pass bei viertem Versuch nach Rollout genau in die Arme von Christian Harris für einen 36-Yard-Return-Touchdown. Anschließend wurde man nach etwas Vorwärtsgang beim vierten Versuch gestoppt. Das alles passierte im dritten Viertel und brach den Gästen das Genick.
Bestes Indiz dafür: Mitte des vierten Viertels durften dann die Backups für die Texans ran, darunter auch Davis Mills, der für Stroud übernahm.
Cleveland Browns (#5) @ Houston Texans (#4)
Ergebnis: 14:45 (7:10, 7:14, 0:14, 0:7) BOXSCORE
Browns @ Texans: Die wichtigsten Statistiken
- Vor diesem Spiel waren Brock Purdy, Dak Prescott und Sammy Baugh die einzigen Rookies mit mindestens 200 Passing Yards und drei Touchdown-Pässen in einem Playoff-Spiel. Stroud schaffte dies bereits in der ersten Halbzeit.
- Christian Harris trat in die Fußstapfen von Texans-Legende J.J. Watt: Er ist der erste Spieler mit einem Sack und einem Pick-Six in einem Playoff-Spiel seit Watt 2011.
- Stroud beendete das Spiel mit 274 Passing Yards und drei Touchdowns. Das sind die viertmeisten Passing Yards eines Rookies überhaupt in den Playoffs. Nur Brock Purdy (332), Dak Prescott (302) und Andrew Luck (288) hatten mehr. Drei TD-Pässe sind die Einstellung des Rookie-Rekordes.
- Strouds Passer Rating von 157,2 ist das höchste in einem Spiel für einen Rookie in der Geschichte der Playoffs (mindestens 20 Passversuche). Er schrammte zudem nur knapp in der Perfektion (158,3) vorbei.
- Für Flacco war es der sechste Start in der Wild Card Round und seine erste Niederlage in dieser Runde. Mit einem Sieg hätte er Brett Favre für die meisten überhaupt überholt. Zudem hätte er mit einem Sieg Tom Brady für die meisten Auswärtssiege in der Postseason überholen können (7).
Der Star des Spiels: C.J. Stroud (Quarterback, Texans)
Stroud legte ein beeindruckendes Playoff-Debüt hin, war sehr effizient, zeigte sich geduldig und brachte die Bälle mit beeindruckender Präzision an den Mann, obwohl er sogar häufig geblitzt wurde. Seine Reads waren stark und gerade im zweiten Viertel variierte er das Tempo meisterhaft, um die Defense der Browns nie in einen Rhythmus kommen zu lassen.
Der Flop des Spiels: Ronnie Hickman (Safety, Browns)
Natürlich sah die ganze Secondary der Browns nicht sonderlich gut aus, doch der UDFA Hickman stach heraus. Er verpasste den Tackle bei Jordans Touchdown, beim letztlich verfehlten Shot von Stroud auf Collins ließ er Collins einfach passieren, er hatte im selben Drive eine Pass Interference und war dann auch nicht im Bilde beim Touchdown von Schultz.
Analyse: Browns @ Texans - das fiel taktisch auf
- Die Texans stellten in der Secondary um: Cornerback Stingley spielte in dieser Saison überwiegend als linker Cornerback. Doch in diesem Spiel war er sehr häufig auf Cooper abgestellt, wodurch er meist auf die rechte Seite wechseln musste. Eine klare Abkehr vom sonstigen Konzept des Teams und ein Schritt, der die Browns vor Probleme stellte.
- Die Texans mussten vor der Pause zeitweilig auf Left Tackle Laremy Tunsil verzichten und reagierten darauf mit Quick-Passes sowie Screens und Bootlegs. Auch als er zurückkam blieb das immer wieder ein gängiges Mittel, wenn die tiefen Crosser und Posts nach Play Action mal nicht offen waren. Die kürzeren Pässe auch nach außen neutralisierten immer wieder den Pass Rush und bestraften auch die häufigen Blitzes der Browns.
- Grundlegend spielten beide häufig mit 2-High-Looks, aus denen sie jedoch variabel agierten und immer auch mal Single-High machten mit dem anderen Safety in der Box. Das führte allerdings bei Big Plays auf beiden Seiten gerade gegen Tight Ends des Öfteren zu Big Plays, weil die Abstimmung in der jeweiligen Secondary nicht passte.





