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VfB als möglicher Stolperstein für Tuchel

Droht dem FC Bayern eine Trainer-Diskussion?

Wie fest sitzt Thomas Tuchel im Trainerstuhl des FC Bayern?
Wie fest sitzt Thomas Tuchel im Trainerstuhl des FC Bayern?
Foto: © IMAGO/Nigel Keene
15. Dezember 2023, 19:57
sport.de
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Beim FC Bayern ist Thomas Tuchel nicht über jeden Zweifel erhaben. Sollte sich der VfB Stuttgart im Bundesliga-Kracher am Sonntag (19:30 Uhr) als Stolperstein erweisen, droht den Münchnern eine unangenehme Trainer-Diskussion in der Winterpause.

Nach der peinlichen 1:5-Klatsche des FC Bayern gegen Eintracht Frankfurt am vergangenen Wochenende war die Kritik an Thomas Tuchel groß. Zwar besänftigte der Sieg in der Champions League bei Manchester United am Mittwoch die Gemüter ein wenig. Mit der Ruhe könnte es aber schon bald wieder vorbei sein.

Vor den beiden letzten Spielen des Jahres gegen den VfB Stuttgart am Sonntag und beim VfL Wolfsburg am Mittwoch ist der Druck auf Tuchel so groß wie lange nicht mehr.

Gerade das Top-Spiel zuhause gegen die Schwaben könnte richtungsweisend sein. "Es ist nicht das Saisonfinale, nach der Niederlage wollen wir aber eine Reaktion zeigen", sagte Tuchel selbst mit Blick auf die Partie. "Wir haben in Frankfurt etwas vermissen lassen. Das muss unbedingt da sein am Sonntag, sonst haben wir keine Chance zu gewinnen."

Für Tuchel selbst könnte es im Falle einer Niederlage ungemütlich werden. Dem FC Bayern droht eine Trainer-Diskussion - ausgerechnet in der Winterpause, in der der Fokus eigentlich auf möglichen Transfers und auf der Vorbereitung für die zweite Saisonhälfte liegen sollte.

FC Bayern: Heftige Kritik an Thomas Tuchel

Seitdem Tuchel den FC Bayern im März 2023 von Julian Nagelsmann übernommen hat, hat es der 50-Jährige nicht geschafft, die Mannschaft dauerhaft in ruhige Gewässer zu navigieren. Stabil sind die Leistungen nach wie vor nicht, ein klarer Stil ist ebenfalls nur selten zu erkennen.

Vielmehr gleicht Tuchels Amtszeit in München einem wilden Wellenritt. Die Blamage in der zweiten Runde des DFB-Pokals bei Drittligist 1. FC Saarbrücken stellte den ersten Tiefpunkt in dieser Saison dar, die Pleite gegen die Eintracht einen weiteren.

Gegenüber "Sky" zeigte sich Tuchel in Frankfurt erstaunlich offen und nahm eine Mitschuld an der krachenden Niederlage auf sich.

Er habe auf dem Spielberichtsbogen eine andere Frankfurter Abwehrformation gesehen als zuvor erwartet. Daher habe er seinen Spielern unmittelbar vor Anpfiff womöglich "zu viele Informationen" mit auf den Weg gegeben, erklärte er.

Tuchels Eingeständnis sorgte für Kopfschütteln. "Wenn ich mich nur auf ein System vorbereite, habe ich irgendwas vergessen, in diesen Tagen zu machen", monierte Lothar Matthäus bei "Sky 90" und ergänzte: "Das kann ich doch nicht als Ausrede gelten lassen."

"Normalerweise hast du als Bayern München doch einen klaren Plan, eine klare Taktik, wenn du in Frankfurt spielst. Da musst du doch auch als Trainer eine klare Analyse machen und sagen: Wir waren von eins bis elf nicht auf dem Platz. Wir waren so schlecht, Frankfurt hat uns komplett im Griff gehabt", urteilte Stefan Effenberg.

Thomas Tuchel eckt an - auch beim FC Bayern

Auch abseits der taktischen Herangehensweise sorgt Tuchel häufig für Schlagzeilen, die den Bossen des FC Bayern nicht gefallen dürften.

Seine öffentliche Forderung nach Verstärkung, die eine direkte Kritik von Ehrenpräsident Uli Hoeneß nach sich zog, sein vor den Kameras ausgetragener Disput mit Matthäus und Experten-Kollege Dietmar Hamann sowie seine schonungslosen Analysen sind als Beispiele zu nennen.

Tuchels unverblümte Art wurde ihm in der Vergangenheit bereits öfter zum Verhängnis. Bei Borussia Dortmund, Paris Saint-Germain und dem FC Chelsea wurde der Coach vorzeitig entlassen. Hintergrund war meist ein beschädigtes Vertrauensverhältnis zu den Verantwortlichen.

Zwei Trainer beim FC Bayern gehandelt

Sollte nun der sportliche Erfolg ausbleiben, könnte die Rückendeckung für Tuchel auch beim FC Bayern bröckeln. Mit Xabi Alonso von Bayer Leverkusen und VfB-Trainer Sebastian Hoeneß werden bereits zwei potenzieller Nachfolger gehandelt.

Auf der Pressekonferenz vor dem direkten Duell darauf angesprochen, ob Hoeneß eines Tages Trainer des FC Bayern werde, antwortete Tuchel verdutzt: "Sie glauben jetzt nicht, dass ich über meine Nachfolge spekulieren werde? Im Moment bin ich hier, alles andere werde ich nicht mitentscheiden."

Es ist nun aber an ihm, einer möglichen Trainer-Diskussion beim FC Bayern den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Lissy Beckonert

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