Suche Heute Live
Wintersport
Artikel teilen

Wintersport

Klartext in der sport.de-Kolumne

Top-Talent Spark: Biathlon-Auftakt "war desaströs"

Lisa Maria Spark berichtet in ihrer sport.de-Kolumne vom Biathlon-Auftakt in Finnland
Lisa Maria Spark berichtet in ihrer sport.de-Kolumne vom Biathlon-Auftakt in Finnland
Foto: © IMAGO
06. Dezember 2023, 12:23

Das deutsche Biathlon-Talent Lisa Maria Spark sorgte in der vergangenen Saison mit ihrem Einzelsieg bei der Europameisterschaft für Furore. In ihrer Kolumne für sport.de hat die 23-Jährige nun spannende Einblicke in ihren Start beim IBU-Cup in Finnland gegeben. 

Der Schnee knirscht. Wir haben unsere Stirnlampen an und gleiten am frühen, aber trotzdem stockdunklen Abend durch schwedische Waldloipen. Zwei Stunden genießen wir die Ruhe und das Dahingleiten. Meine Zimmerpartnerin Johanna Puff und ich haben seit einer Woche einen neuen Ausgleichssport: Stirnlampen-Langlauf.

Schon bei unserem Auftakt des IBU-Cups in Kontiolahti haben wir abends mit Stirnlampen ein wenig Langlauf gemacht und waren so begeistert davon, dass wir es nun bei unserer Ankunft in Schweden gleich ausgedehnt haben. Zwei Stunden Dunkelheit, zwei Stunden Ruhe, zwei Stunden nur das Geräusch der Skier. Wir genießen es sehr und begreifen es immer mehr als eine Art der Meditation und der mentalen Regeneration.

Dass mentale Disposition ein wichtiges Thema für Biathletinnen ist, habe ich beim IBU-Auftakt in Finnland wieder einmal erfahren. Der Auftakt in der zweiten Liga des Biathlon-Weltgeschehens war desaströs. Im ersten Einzel der Saison gelangen mir sage und schreibe 9 Schießfehler, was einen natürlich auf die letzten Ränge katapultiert; einziger Trost an diesem Renntag: die elftbeste Laufzeit, was absolute Konkurrenzfähigkeit in der Loipe bedeutete.

Wundenlecken war angesagt, mentale Regeneration - es ist wirklich schön, in solchen Momenten nicht allein zu sein. Johanna baute mich mit kleinen und großen Späßen in den vier Wänden auf, absolvierte das Schießtraining mit mir und wir erfanden gemeinsam das Stirnlampen-Langlaufen am Abend.

Die selbstgewählte Therapie schlug an. Im zweiten Rennen, einem Sprint, kam ich mit einem Schießfehler durch, was mit einer 90-prozentigen Trefferquote korrespondierte: 8. Platz im zweiten Rennen - jetzt hatte auch für mich die Saison angefangen!

Nach den Wettkämpfen kam dann der Kampf mit der Reise: Ziel war Idre in Schweden. Mit dem Bus ging es zunächst zum nächstgelegenen finnischen Hafen und schlafend brachte uns eine Fähre durch die kalte Ostsee in das noch kältere Schweden: minus 28 Grad!

Nach der frostigen Begrüßung ging es per Bus erneut über Land durch die verschneite schwedische Winterlandschaft.

In Idre werden nun zwei Sprints und ein Verfolger absolviert werden und dabei werden natürlich Weichen gestellt für  eventuelle Einsätze im Weltcup.

Ankunft in einer 4-Frau-Hütte, Einräumen, Teambesprechung, Essen; schon weicht der Tag der Dunkelheit.

Ein gemeinsamer Blick auf die Stirnlampen von Johanna und mir: ein Gedanke. Was in Kontiolahti noch Therapie war, soll nun Prävention sein. Schneeruhe ist gut für den sicheren Anschlag.

Und schon sind wir draußen in den Wäldern, laufen mit unseren Kopflichtern durch den Wald und stellen uns auf die bevorstehenden Wettkämpfe ein.

Herzliche Grüße

Lisa Maria Spark

Newsticker

Alle News anzeigen