Beim Großen Preis der Formel 1 in den USA am Wochenende hieß der Sieger mal wieder Max Verstappen. RTL-Reporter und F1-Insider Felix Görner glaubt nicht, dass der Red-Bull-Pilot auch nur einen Zentimeter nachgeben wird. Das dürfte beim kommenden Rennen in Mexiko auch sein Teamkollege Sergio Pérez zu spüren bekommen. Abseits von Verstappens Triumph sorgten derweil Lewis Hamilton und Charles Leclerc aufgrund ihrer Disqualifikation nach dem Rennen für Aufsehen. Aus Sicht des Formel-1-Experten hat sich das Duo schlichtweg verpokert.
Wer wagt, verliert: So würde ich das bezeichnen, was Lewis Hamilton (Mercedes) und Charles Leclerc (Ferrari) beim USA-GP passiert ist. Den beiden Piloten wegen ihrer zu stark abgenutzten Bodenplatten ihre Endergebnisse zu streichen, war die richtige Entscheidung der FIA. Da gibt es auch keinen Spielraum, sondern es wird einfach nur gemessen: Und wer drunter ist, wird disqualifiziert. Es war also eine Verkettung von zu viel Risiko und einer Strecke, die die Fahrer ohnehin mit Hammerschlägen attackiert, mit Bodenwellen, die dann auch Auswirkungen auf die Bodenplatten haben.
Insofern ist es bedauerlich für Hamilton, der Platz zwei verlor, und Leclerc, dem Platz sechs gestrichen wurde. Im Sinne der FIA und Joachim "Jo" Bauer, dem Technischen Delegierten, war es jedoch eine richtige Entscheidung.
Und: Die vier Autos von Mercedes und Ferrari wurden natürlich nicht per Zufallsprinzip ausgesucht, sondern weil man genau da ein besonderes Maß an Risiko vermutete und glaubte, dass diese Teams in den Grenzbereich reingehen würden. Insofern war es eine kluge Entscheidung, die führenden Wagen rauszunehmen.
George Russell (Mercedes) und Carlos Sainz (Ferrari) hatten eine höhere Bodenfreiheit. Somit ist nicht jeder Fahrer ans Limit gegangen. Zudem ist es natürlich auch eine Fahrerentscheidung, wie tief man fährt. Je tiefer, desto schneller. Und da hat es nun zwei getroffen, die über das Maß hinaus gegangen sind und sich verpokert haben.
Formel 1: Verstappen auch unter höchstem Druck souverän
Ansonsten war es zumindest mal auf dem Papier ein etwas spannenderes Rennen. Dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass der dreimalige Weltmeister Max Verstappen von Platz sechs losgefahren ist, und trotzdem gewonnen hat. Das geht mancherorts unter und zeigt wiederum die Überlegenheit von Verstappen im Red Bull.
Spannend war, den Niederländer mal im Roten Bereich zu sehen, wie er mit maladen Bremsen versuchte, den richtigen Bremspunkt zu finden, während sein Renningenieur bei bei 300km/h via Funk auf ihn einredete. Die Dialoge, die dort entstanden, waren sehr unterhaltsam.
Ich hätte gern mal gehört, was Kimi Räikkönen in solcher einer Situation gesagt hätte. Da wäre nur "piep, piep, piep" rübergekommen.

Verstappen jedenfalls ist mit seinem Erfolg in Austin jetzt in den 50er-Klub der Superstars eingezogen. Er wird im nächsten Rennen Alain Prost ablösen, der 51 Siege vorweisen konnte - allerdings in seiner gesamten Karriere. Man darf ja nicht vergessen, dass Verstappen gerade einmal 26 Jahre alt ist - und Prost am Ende 38 Jahre alt war, als er das geschafft hat.
Gleiches gilt für Sebastian Vettel: seine 53 Karriere-Siege könnten bis Jahresende von Verstappen geknackt werden. Und dann sind nur noch Michael Schumacher (103 Siege) und Lewis Hamilton (91) vor Verstappen. Das alles zeigt Verstappens atemberaubende Leistungen.
Dazu hat er schon 15 Saisonsiege gesammelt! Man schüttelt sich, aber es geht noch weiter. Man kann nur sagen: Chapeau, Max Verstappen! Das hungrige Monster frisst weiter.
Formel 1: Red Bull schüttelt Unruhe einfach ab
Bei allen Gerüchten innerhalb des Red-Bull-Teams, von innen oder von außen verursacht, was die Machtfrage zwischen Teamchef Christian Horner und Motorsportkonsulent Helmut Marko angeht, siegt der österreichische Rennstall einfach weiter. Das zeigt auch die Klasse dieses Teams. Red Bull Racing lässt sich nicht beirren.
Jetzt folgt ein Rennen, das für Sergio Pérez ganz wichtig ist: Mexiko! Pérez muss die WM als Zweiter in der Fahrerwertung abschließen. Dafür braucht er ein starkes Resultat bei seinem Heimrennen. Dringender denn je ist die schnellste Maus von Mexiko gefragt, damit Pérez auch im nächsten Jahr sicher bei Red Bull fahren wird. Das wird sehr interessant zu sehen sein.
Und ich bin mir auch sicher, dass Verstappen ihm in Mexiko nicht den ersten Platz schenken wird. Ganz im Gegenteil: Er wird dort ebenfalls voll auf Sieg fahren, da wird es keine Geschenke an den Teamkollegen geben. Daher freue ich mich schon auf den Grand Prix auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez.
Felix Görner


