Uli Hoeneß hat sich in einem Interview über das aktuelle Handling beim Videobeweis geärgert und gleichzeitig einen Vorschlag zur Verbesserung gemacht. Mit diesem dürfte der Ehrenpräsidenten des FC Bayern vielen Fans aus der Seele sprechen. Ob die Änderungen am VAR jedoch umsetzbar sind, steht auf einem anderen Blatt.
Seit mittlerweile sechs Jahren gibt es in der Fußball-Bundesliga den Videobeweis und mindestens genauso lange wird über die Sinnhaftigkeit des VAR diskutiert. Nun hat sich Uli Hoeneß, seines Zeichens Ehrenpräsident des FC Bayern, in die Diskussion eingeschaltet.
"Was mich am meisten stört: Es hieß, der VAR solle grobe Fehlentscheidungen verhindern. Wenn aber einer mit der Fußspitze einen Zentimeter im Abseits ist, wo ist da die grobe Fehlentscheidung? Früher sind dann eben Tore gefallen, oft sogar noch schönere als heute. Wenn der Schiedsrichter nach einem Tor zum Mittelkreis gezeigt hat, haben sich die Fans gefreut. Heute müssen sie erst mal fünf Minuten warten, bis sie sich freuen können", ärgerte sich Hoeneß in einem Interview im "kicker" über die aktuelle Vorgehensweise des VAR.
"In meinen Augen ist wenig Sinn darin, ein Tor zurückzupfeifen, wenn ein Spieler nur einen Hauch im Abseits stand und sich damit wirklich keinen entscheidenden Vorteil verschaffen konnte", sagte Hoeneß über jene Entscheidungen, bei denen es nur um eine Fußspitze oder einen Teil der Schulter geht.
Hoeneß: "Das ist nicht gut für den Fußball"
Zudem würden viele Zuschauer im Stadion die Nuancen, die überprüft werden, gar nicht mitbekommen und seien dann überrascht. Das sei alles "nicht gut für den Fußball".
Für die Abschaffung des Videobeweises sei er dennoch nicht, betonte Hoeneß, schlug aber gleichzeitig eine Neu-Kalibrierung vor.
"Wenn der im Kölner Keller auf seinem Bildschirm erkennt, dass die Situation ganz knapp ist, dann soll er sie meiner Meinung nach einfach laufen lassen", so Hoeneß' Idee. "Grobe Fehler der Schiedsrichter verhindern, das unterschreibe ich. Aber nicht das, was leider gerade zu oft passiert", sagte der 71-Jährige.
Wie genau der VAR die besagten "ganz knappen" Situationen definieren soll, ließ Hoeneß allerdings offen.


























