Einst wurde er aussortiert, jetzt zollt der Ex-Rennstall Red Bull Respekt. Formel-1-Pilot Alex Albon hat sich mit ansprechenden Leistungen bei Williams in diesem Jahr rehabilitiert. Das ist auch den "Bullen" nicht entgangen.
Red-Bull-Teamberater Helmut Marko betont im exklusiven Interview mit sport.de, dass der Rennstall aus Milton Keynes weiter ein "sehr gutes Verhältnis" zu Albon pflege. "Wir haben immer noch Kontakt gehalten", auch wenn der Wechsel zum "Mercedes B-Team" Williams dieses etwas getrübt habe. Der britische Traditionsstall bekommt seinen Motor von den Silberpfeilen und pflegt eine enge Kooperation.
Die Entscheidung, Albon 2020 das RB-Stammcockpit wegzunehmen, verteidige der Österreicher aber vehement. "Man muss es realistisch sehen: Er wurde von Hamilton in Brasilien umgedreht, da ging es um Platz zwei und viel gravierender war die Aktion am Red-Bull-Ring - da ging es um den Sieg. Auch da wurde er von Hamilton umgedreht", erinnert sich Marko. Diese Vorfällen hätten Albon "moralisch ganz arg zugesetzt" und in ein Tief befördert. Es sei richtig gewesen, dass man ihn "ausgetauscht hat zu diesem Zeitpunkt", so Marko.
Marko über Albon: "Leider Gottes" Vertrag bei Williams
Eine Rückholaktion sei nun aber "schwieriger", weil er "leider Gottes bis 2025 bei Williams unter Vertrag ist."
Auf die Frage, ob er den britisch-thailändischen Piloten zurückholen würde, antwortete Marko: "Ja, er hat sich erholt. Das war notwendig", fügte dann hinzu: "Zu diesem Zeitpunkt hatten wir keine Möglichkeit für ihn."
"Diese zwei Ereignisse haben ihm richtig zugesetzt. Er hat dann auch Fehler gemacht. Das Leben neben Max ist kein einfaches. Es gibt nur ganz wenige, die neben Max speedmäßig und psychologisch bestehen können."
Albon startete seine F1-Karriere 2019 beim RB-Schwesterteam Toro Rosso. In jenem Sommer ersetzte er kurzerhand Pierre Gasly bei Red Bull. Im Jahr darauf beendete er die Saison auf dem siebten Rang, holte aber weder einen Sieg oder eine Pole - zu wenig für die Entscheider um Marko. Für die Saison 2021 wurde er durch Sergio Perez ersetzt. Nach einem Jahr Pause startete er sein Comeback bei Williams.
Im unterlegenen Williams-Renner zeigt er in dieser Saison ordentliche Leistungen. Der 27-Jährige fuhr mehrmals in die Top 10 und steht auf Platz 13 in der Fahrerwertung.


