Suche Heute Live
Boxen
Artikel teilen

Boxen

"Der größte Witz ever"

Usyk-Manager verspottet Fury-Schaukampf

Tyson Fury erntet für seinen Kampf gegen Francis Ngannou viel Spott
Tyson Fury erntet für seinen Kampf gegen Francis Ngannou viel Spott
Foto: © IMAGO/DARREN ENGLAND
12. Juli 2023, 13:00
sport.de
sport.de

Der Zirkus kommt in die Wüste: Schwergewichts-Weltmeister Tyson Fury kämpft am 28. Oktober in Riad gegen Ex-UFC-Champion Francis Ngannou um ... - ja, um was denn eigentlich? Um den Titel des "Baddest Man on the Planet", des bösesten Menschen auf dem Planeten, tönt Fury. Die Boxwelt sieht das freilich anders. Vor allem das Lager von Oleksandr Usyk spottet.

"On public demand", sagt man im Boxen zu Kämpfen, die - wenn man so will - auf "Druck des Volkes" zustande kommen. Das Gefecht zwischen Fury und Ngannou allerdings hat niemand gefordert. Statt seinen WBC-Titel gegen einen ernstzunehmenden Herausforderer zu verteidigen oder endlich gegen WBA/WBO/IBF-Weltmeister Usyk zur ultimativen Krönung anzutreten, steigt Fury zu einem Schaukampf in Saudi-Arabien in den Ring. Gegen einen MMA-Fighter, der noch keinen Kampf unter professionellen Boxregeln bestritten hat.

Es geht um Knete. Die Saudis dürften ihre Geldkoffer einmal mehr prall gefüllt haben, damit Fury und Ngannou nach Riad kommen. Das Duell zwischen dem ungeschlagenen Boxmeister aller Klassen und dem in der UFC gefürchteten K.o.-Schläger Ngannou ist mehr Event denn seriöser Sport. Es ist als würde ein Biathlet einen Skispringer im Skifliegen herausfordern. 

Fury vs. Ngannou "der größte Witz, den es im Boxen je gegeben hat"

Fury kratzt das herzlich wenig. "Wer ist der böseste Mann auf dem Planeten?" pries er die Saudi-Show via Twitter gewohnt vollmundig an. Es dauerte nicht lange, bis die Spötter zurück zwitscherten. "Der größte Witz, den es im Boxen je gab. Tut mir leid, das ist nicht Boxen, das ist Zirkus. Tyson Fury wird von einer positiven Person im Boxen zu einem negativen Joker im Zirkus", polterte Usyk-Manager Egis Klimas - ein irgendwie repräsentativer Tweet für viele Boxfans, die von Fury einmal mehr bitter enttäuscht sind.

Auch Alexander Krassyuk ließ sich nicht lange bitte. Fury sei lange inaktiv gewesen. Aus sportlicher Sicht müsse der Weltverband WBC dem Briten den WM-Gürtel entziehen, sagte der Promoter des ukrainischen Weltmeisters bei "Seconds Out". Der WBC erteilte Fury allerdings eine "Sondergenehmigung" für den Schaukampf gegen Ngannou, der unter offiziellen Boxregeln ausgetragen wird.

Fury-Promoter Frank Warren sieht das Ganze naturgemäß völlig anders. "Wir haben versucht, den Kampf gegen Anthony Joshua zu machen, wir haben versucht, den Kampf gegen Oleksandr Usyk zu machen und keiner von beiden wollte was davon wissen", sagte der Brite bei "talkSPORT".

Promoter hat noch Hoffnung für Fury gegen Usyk

Der Kampf um alle vier anerkannten WM-Titel zwischen Fury und Usyk war im Frühjahr nach monatelangen Verhandlungen gescheitert. Erst sollte das Duell in Saudi-Arabien stattfinden, dann im Wembley-Stadion, dann war es vom Tisch. Die meisten neutralen Beobachter - und viele Fans - sehen die Schuld für den geplatzten Superfight bei Fury. 

Krassyuk hat derweil die Hoffnung, dass es zum Showdown seines Schützlings gegen Fury kommt noch nicht aufgegeben. Usyk habe jüngst nur aus einem Grund bei dem saudischen Promoter "Skill Challenge Entertainment" einen Vertrag unterschrieben: um gegen Fury zu kämpfen.

Die saudischen Strippenzieher planen nach wie vor einen Mega-Kampfabend, an dem neben Fury und Usyk auch die Superstars Anthony Joshua und Deontay Wilder kämpfen sollen. "Das mag passieren, aber nur unter einer Bedingung: Dass Tyson Fury zustimmt, gegen Oleksandr Uyk zu kämpfen. Wir haben von unserer Seite alles getan, um es möglich zu machen. Der Ball liegt jetzt bei ihm."

Newsticker

Alle News anzeigen