Im Rennen um die deutsche Meisterschaft hat Spitzenreiter Borussia Dortmund erneut bei einem Abstiegskandidaten gepatzt. Nach dem 1:1-Unentschieden beim VfL Bochum regierte beim BVB nach dem Schlusspfiff der Frust - vor allem über den Unparteiischen der Partie, Sascha Stegemann. Sportdirektor Sebastian Kehl zeigte sich am späten Freitagabend besonders verärgert.
Die Gründe für die Wut auf den Schiedsrichter machte Sebastian Kehl dabei an gleich mehreren Situationen im packenden Spiel beim Tabellen-15. VfL Bochum fest, der mit dem Punktgewinn im Abstiegskampf deutlich besser leben konnte als Spitzenreiter Dortmund.
Vor dem frühen Bochumer Führungstreffer in der fünften Minute habe es ein Foulspiel an Emre Can im Mittelfeld gegeben, welches nicht geahndet wurde, monierte Kehl gegenüber Medien: "Er schubst ihn, oben in der Luft, und so wie Emre fällt, ist das ein Foulspiel, das muss sich der Schiedsrichter im Nachgang zumindest angucken."
Mehr dazu: Noten und Einzelkritik zu VfL vs. BVB
Für den größten Unmut beim BVB-Sportdirektor sorgte die womöglich spielentscheidende Szene in der 65. Minute. Karim Adeyemi wurde nach einem vermeintlichen Foulspiel von Danilo Soares nicht nur der Elfmeterpfiff verweigert.
Der VfL-Verteidiger hätte für seine Grätsche gut und gerne auch mit Gelb-Rot vom Platz fliegen können, die Schwarz-Gelben somit knapp 30 Minuten lang in Überzahl agieren können. Doch die Pfeife von Sascha Stegemann blieb stumm.
"Wir haben es in verschiedenen Perspektiven gesehen, und ich finde es frech, mit den Mitteln, die wir zur Verfügung haben, fünf Spieltage vor Schluss, wenn es um die absolute Entscheidung, um die Deutsche Meisterschaft geht, in dieser Situation sich die Szene nicht nochmal anzuschauen, das halte ich für absolut fahrlässig, für feige, und für komplett falsch", polterte der 43-Jährige.
Kehl könne, wie zuvor auch schon von Cheftrainer Edin Terzic geäußert, die Auslegung des Referees in diesen wichtigen Schlüsselszenen "wirklich überhaupt nicht nachvollziehen". Er fügte hinzu: "Wir sind unglaublich erbost, haben unseren Unmut klar zu verstehen gegeben. Auf eine Art und Weise, die dann auch mal dahingehört."
Für den Ex-Nationalspieler habe "dieser Schiedsrichter das Spiel entschieden und uns zwei Punkte gekostet."
Letztlich führte Kehl auch noch ein Handspiel von VfL-Verteidiger Erhan Masovic in der 90. Minute im eigenen Sechzehner an, welches ebenfalls ungestraft blieb.
Terzic sieht "vielleicht einmalige Chance im Leben"
"In der Summe waren das zu viele Fehlentscheidungen eines Schiedsrichters bei so einem wichtigen Spiel. Es war klar, dass es emotional wird. Wir haben in der zweiten Hälfte auch nicht mehr so gut gespielt wie in der ersten. Aber als Schiedsrichter in der heutigen Zeit, mit den Mitteln, die zur Verfügung stehen, muss ich mir die strittigen Szenen anschauen. Und wenn von außen kein Signal kommt, muss ich trotzdem fragen: Liege ich zu 100 Prozent richtig, oder ist das diskussionswürdig?", wütete Kehl weiter.
Mit der Punkteteilung hat der BVB seine gute Ausgangslage im Meisterrennen mit dem FC Bayern womöglich verspielt. Die Münchner treten am Sonntagnachmittag ab 15:30 Uhr gegen Hertha BSC an und können Platz eins vor heimischer Kulisse von den Dortmundern zurückerobern.
"Ich finde es fahrlässig, ich finde es beschämend, dass man in so einer Situation nicht so die Hilfsmittel nimmt", so der Dortmunder Sportdirektor abschließend zu den strittigen Szenen der Partie.
Kurz nach Spielende hatte auch BVB-Coach Edin Terzic seinem Ärger über Schiedsrichter Stegemann am "DAZN"-Mikrofon Luft gemacht: " Dass nicht alles dafür getan wird, in dieser Phase der Saison keine Fehlentscheidung zu treffen, finde ich sehr ungerecht, das tut weh. Es ist für uns eine einmalige Chance, es ist vielleicht für mich eine einmalige Chance in meinem Leben so nah an die Meisterschale zu kommen. Und dann gibt es solche Entscheidungen, wo so viel auf dem Spiel steht."



























